Facettenreiches Programm Kulturnacht Osnabrück zum Sehen, Hören und Riechen

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Die 18. Kulturnacht Osnabrück lockte mit einem facettenreichen Programm in die Altstadt. Es gab Programmpunkte zum Sehen, Hören und Riechen. Dabei ging es mal nachdenklich, mal lustig und mal tragikomisch zu.

Osnabrück Es ist ein Moment, der nachdenklich macht. Vor dem Dom hat die Straßenzeitung „Abseits“ eine Installation aufgebaut, mit der sie auf die Situation von Obdachlosen aufmerksam machen will. Die improvisierte Unterkunft aus Paletten und Pappe, daneben Koffer und Rucksack, macht das Leben von Menschen ohne eine Wohnung deutlich. Dazu kommt ein Film, in dem ein Betroffener von seinem Leben auf der Straße erzählt.

Auch andere Akteure der Kulturnacht gaben Denkanstöße. So waren etwa ganz in Schwarz gekleidete junge Menschen mit Pestmasken auf den Straßen unterwegs. Hinter der Performance steckte die Kunst-Werkstatt der städtischen Musik- und Kunstschule, die im übertragenen Sinne auf die „Seuchen unserer Zeit“ wie Kriege und Krisen aufmerksam machen wollte.

Cartoonshow im Zimmertheater

Im Ersten Unordentlichen Zimmertheater dagegen gab es viel zu lachen. Denn dort präsentierten Olga Hopfauf und Stephan Baumgarten eine Cartoonshow. Etwas tragikomischer ging es dort vor dem Auftritt der Cartoonisten zu. Da zeigten Jörg Artmann und Anette Wolff die erste Szene aus „Zehn Dinge tun, bevor ich sterbe“, einem Stück, das am kommenden Freitag Premiere feiert.

Die Kombination aus Cartoonshow und Theater im Zimmertheater war so begehrt, dass die Schauspieler und Zeichner statt einmal in der Stunde alle 30 Minuten auftraten. Kleine und große Institutionen lockten mit Musik, Theater und Kunst in ihre Räume. Und selbst beim Flanieren durch die Straßen stolperten die Besucher förmlich über Kultur, etwa über Bands der Musik- und Kunstschule. Heiß begehrt waren wieder die Auftritte im Figurentheater. Dicht gedrängt stand das Publikum vor der Alten Fuhrhalterei, die ihren Bühnenraum wieder so geöffnet hatte, dass er von der Straße aus einsehbar war. Wenige Meter weiter spielte das Duo Two for the Blue auf Banjo und Autoharp Bluegrass-Songs.

„Olfaktorischer Multiplikator“

Auch abseits der Alt- und Innenstadt gab es was zu erleben. So lockten Künstler Jürgen Knagge und Aromatherapeutin Christiane Kaufmann in einem Schrebergarten auf dem Gertrudenberg in ihren „Olfaktorischen Multiplikator“. Knagge hatte einen aus Fünfecken bestehenden Raum konstruiert, in dem Kaufmann jeweils sechs bis sieben Leute empfing und sie die Wirkung von Kräuterdüften erfahren ließ. Etwa 20 Minuten dauerten die Sitzungen, wobei die unbewusste Macht der Gerüche manche Erinnerung, aber auch angenehme Gefühle weckte.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN