zuletzt aktualisiert vor

Verband kritisiert Politik Osnabrücker Handel leidet unter Verkehrspolitik

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Beim Sommerfest in Osnabrück stellte der Handels- und Dienstleistungsverband Forderungen an die Politik (von links): Stefan Genth (HDE), Mechthild Möllenkamp (HDE), BDD-Präsident Uwe Goebel (Mitte) sowie Mark Alexander Krack (HDE). Foto: Swaantje HehmannBeim Sommerfest in Osnabrück stellte der Handels- und Dienstleistungsverband Forderungen an die Politik (von links): Stefan Genth (HDE), Mechthild Möllenkamp (HDE), BDD-Präsident Uwe Goebel (Mitte) sowie Mark Alexander Krack (HDE). Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Der Osnabrücker Handel leidet unter den vielen Baustellen und Verkehrsbehinderungen in der Stadt. Die Präsidentin des Handels- und Dienstleistungsverbandes Osnabrück-Emsland, Mechthild Möllenkamp, warnte am Rande des Sommerfests ihres Verbands auf der Osnabrücker Haseinsel am Sonntag vor mehr als 100 Unternehmern und Politikern davor, dass der Trend zum Online-Shopping sich dadurch noch weiter verschärfe.

„Die Kunden sind verärgert und überlegen sich, ob sie wegen der vielen Baustellen noch in die Innenstadt fahren oder lieber online einkaufen“, konstatierte Möllenkamp. Die Verkehrsprobleme würden sich in „messbaren Frequenzverlusten“ beim Handel in Osnabrück niederschlagen. Mit Blick auf die bevorstehende Großbaustelle auf einem 750 Meter langen Abschnitt der Rheiner Landstraße mit geplant zweieinhalb Jahren Bauzeit sagte Möllenkamp: „Ich habe wenig Hoffnung, dass es besser wird.“ Sie forderte von Verwaltung und Politik, zumindest die Folgen von seit Jahren geplanten Baustellen deutlich stärker einzudämmen. Daher schloss sie sich der Forderung der Industrie- und Handelskammer nach einem besseren Baustellenmanagement an.

„Der Standortfaktor Innenstadt wird immer unattraktiver“

Der Präsident des Bundesverbandes der Dienstleistungsunternehmen, Uwe Goebel, stellte fest: „Der Standortfaktor Innenstadt wird immer unattraktiver.“ Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern sei es wegen der Verkehrsprobleme eigentlich nicht mehr zumutbar, sich im Osnabrücker Zentrum anzusiedeln. Goebel, der hauptberuflich eine Steuerberatungskanzlei mit etwa zwei Dutzend Mitarbeitern in Osnabrück mitleitet, ist 2009 mit dem Büro vom Heger-Tor-Wall in der Innenstadt nach Hellern umgezogen. Angesichts der zunehmenden Verkehrsprobleme zeigt er sich persönlich sehr glücklich über diese Entscheidung: „Heutzutage kann man Unternehmern eigentlich nur noch raten, sich an den Autobahnzubringern anzusiedeln.“

Regionalausschuss Osnabrück für die Politik gefordert

Darüber hinaus regte Goebel aber auch an, dass Stadt und Landkreis besser kooperieren. Er hält den jüngst von den Grünen im Landkreis geforderten Regionsausschuss mit Politikern aus Stadt und Landkreis für überfällig und nannte als Vorbild den Regionalausschuss der IHK für die Region Osnabrück. Über Regelungen für den öffentlichen Nahverkehr wie etwa einheitliche Preise beim Oberstufen-Busticket oder angesichts der Wohnungsnot auch über den regional koordinierten Wohnungsbau müsse dringend gesprochen werden. „„Und dafür bedarf es eines eigenständigen Gremiums für Politiker in Stadt und Landkreis“, betonte Goebel.

Jugendparlament Osnabrück als Vorbild

Lobend erwähnte der Unternehmer das Osnabrücker Jugendparlament, das sich erfolgreich dafür eingesetzt hatte, dass auch Jugendliche aus dem Landkreis, die in Osnabrück zur Schule gehen, sich in das Osnabrücker Jugendparlament wählen lassen konnten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN