Hunderte Teilnehmer „Schinkel isst bunt“ bringt Stadtteil-Bewohner zusammen

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Bei „Schinkel isst bunt“ aßen und feierten Bewohner des Osnabrücker Stadtteils gemeinsam, darunter auch führende Ratspolitiker wie Frank Henning von der SPD (Mitte) und Giesela Brandes-Steggewentz von der Linkspartei (rechts). Foto: Swaantje HehmannBei „Schinkel isst bunt“ aßen und feierten Bewohner des Osnabrücker Stadtteils gemeinsam, darunter auch führende Ratspolitiker wie Frank Henning von der SPD (Mitte) und Giesela Brandes-Steggewentz von der Linkspartei (rechts). Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Ein Fest der Begegnung zwischen Bewohnern des Osnabrücker Stadtteils, egal welcher Herkunft, egal welcher Nationalität, soll „Schinkel isst bunt“ sein. Am Samstag fand es zum ersten Mal statt – und Hunderte kamen.

Zig Bierzeltgarnituren haben Martin Niemann und seine rund zwei Dutzend Helfer auf dem Parkplatz an der Ebertallee aufgebaut, wo mittwochs auch der Wochenmarkt stattfindet. „Wir haben schließlich 500 Anmeldungen für unsere Aktion bekommen“, erklärte der Leiter des Heinz-Fitschen-Hauses. Mit der Resonanz auf „Schinkel isst gut“ zeigte er sich durchaus zufrieden.

Ab 17 Uhr trudelten die ersten Besucher ein, schmückten Tische, packten Mahlzeiten aus und nahmen an ihren Tischen Platz. Größere Gruppen hatten die Organisatoren bewusst an getrennten Tischen platziert, denn schließlich soll „Schinkel isst gut“ ein Fest der Begegnungen sein. „Und beim gemeinsamen Essen fallen Gespräche ja besonders leicht“, betonte Niemann.


Organisator Martin Niemann begrüßte die Gäste von „Schinkel isst bunt“. Foto: Swaantje Hehmann

Regenguss vertreibt Besucher von der Ebertallee

Dunkle Wolken, die zu diesem Zeitpunkt die Aussicht auf ein trockenes Fest trübten, argumentierte der Organisator weg: „Auch bei unserem Stadtteilfest hat bisher noch immer die Sonne geschienen, selbst wenn es vorher überhaupt nicht danach ausgesehen hat.“ Schlechte Meldungen kamen dagegen von den Familienbegleiterinnen, die allein 150 Gäste aus ihrem Umfeld aktiviert hatten: „Ich glaube, die trauen sich mit Blick auf den Himmel nicht“, sagte eine auf Niemanns Nachfrage.

Wie Recht sie behalten sollten, zeigte sich dann gegen 17.30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war eigentlich die offizielle Begrüßung durch Bürgermeister Burkhard Jasper und Martin Niemann auf der Bühne vorgesehen. Selbige sollte im weiteren Verlauf als Podium für Gespräche dienen, die mit den Anwohnern an den Tischen geplant und mittels Kameras auf die Monitore auf der Bühne übertragen werden sollten.


Der zwischenzeitliche Regenguss tat der guten Stimmung bei "Schinkel isst gut" keinen Abbruch. Foto: Swaantje Hehmann

Bürgermeister leistet sich lustigen Versprecher 

Plötzlich öffnete der Himmel seine Schleusen, und mit einem kräftigen Schauer zeigte Osnabrück den Schinkelanern für eine halbe Stunde mal so richtig, dass es nicht nur Sommer kann. Besucher rannten an die Büsche, um wenigstens etwas Schutz vor den Wassermassen zu finden, oder brachten ihre Leckereien in Sicherheit. Dass der Bürgermeister – gedanklich wohl beim Feinschmeckerfest "Osnabrück isst gut" – in seiner Begrüßung versehentlich davon sprach, „dass der Schinkel gut isst“, fiel aber trotzdem auf. „Isst bunt“, schallte es sofort aus dem Publikum zurück.

Wenig Aufregung herrschte zu diesem Zeitpunkt bei Dagmar und Horst Lewin und ihren Freunden aus der Von-Scheffel-Straße. Schließlich saßen sie bei Zwiebelkuchen, Rotwein sowie Lachs- und Frischkäse-Schnittchen unter einem Sonnenschirm beinahe trocken. „Von dem Fest haben wir aus der Zeitung erfahren und fanden die Idee richtig gut“, berichteten sie. Und Horst Lewin verwies mit einem Zwinkern darauf, dass er als gebürtiger Schlesier, der nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurde, schließlich auch "die Migrationsfraktion" vertrete.


Im Gemeindezentrum der Paulus-Kirche ging das Fest „Schinkel isst bunt“ munter weiter. Foto: Swaantje Hehmann

Fest kurzerhand ins Gemeindezentrum der Paulus-Kirche verlegt

Als dann gegen 18 Uhr die Nachricht kam, dass die nahe gelegene evangelische Paulus-Kirche ihr Gemeindezentrum für das Fest öffne, zogen die 150 verbliebenen Besucher dankbar um. Dort entwickelte sich das Fest dann schnell zu dem, was es eigentlich sein sollte: eine Chance zur Begegnung, bei der Deutsche, Iraner, Kurden und alle anderen bei allerlei internationalen Spezialitäten gemeinsam das Wetter vergaßen und eine unbeschwerte Zeit genossen. Zu diesem Zeitpunkt schien übrigens für den Rest des Abends wieder die Sonne. Organisator Niemann will künftig trotzdem auf Nummer sicher gehen: „In den kommenden Jahren bauen wir für ,Schinkel isst bunt' ein Festzelt an der Ebertallee auf.“


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