Installation und Artistik als Highlights Kulturnacht zum Thema „Raum“ lockt die Nachtschwärmer in die Osnarbücker Altstadt

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Osnabrück. Kultur in Hülle und Fülle hatte die Kulturnacht zum Thema „Raum“ zu bieten. Highlights waren Tim Roßbergs Installation „Transforming Space“ und Artist Julian Bellini, der im Alleingang einen mehrere Meter hohen Turm auf- und abbaute.

Perfekt getimt: Genau in dem Moment, als der Countdown für Tim Roßbergs „Transforming Space“ zum ersten Mal an diesem Abend auf null runterzählt, hat auch Artist Julian Bellini seinen Turm wieder abgebaut. Jubelnd reckt er die Arme in die Höhe, die dicht gedrängt stehenden Besucher auf dem Marktplatz jubeln.

Beides, Roßbergs Installation und die artistische Performance, sind die Highlights der diesjährigen Kulturnacht. Den Anfang macht Bellini um kurz nach sechs mit „Heinz baut“, einem von Georg Traber erfundenen Programm, bei dem ein Artist allein einen mehrere Meter hohen Turm baut.

Nach und nach bindet Bellini Stäbe aus Eschenholz zusammen und befestigt sie so aneinander, dass er immer weiter in die Höhe klettern kann. Wegen des unsteten Wetters haben er und Georg Traber allerdings zuvor entschieden, die Regenvariante zu wählen. Der Turm wächst deshalb auch in die Breite und nicht nur in die Höhe.

Lässig oben auf dem Turm

Wie hätten die Artisten auch wissen sollen, dass das Wetter mit der Kulturnacht doch ein Einsehen haben würde? Denn hat es kurz vorher noch einen Wolkenbruch gegeben, bleibt es mit Beginn der Kulturnacht um kurz nach sechs trocken, wenn auch kühl. Trotz der eher herbstlichen Temperaturen wird es aber wieder allerorten voll. Die Veranstalter gehen von rund 30 000 Besuchern aus.

Dutzende von Menschen stehen schon am frühen Abend um den wachsenden Turm herum. Julian Bellini wirkt äußerst entspannt während der Bau- und Kletterpartie. Zwischendrin setzt er sich gar lässig oben auf das Gerüst und isst einen Apfel.

Mit Einbruch der Dunkelheit folgt Tim Roßbergs Video- und Soundinstallation. Etwa neun Minuten verleiht er mit „Transforming Space“ dem Rathaus, der Stadtwaage und der Marienkirche eine neue Wirkung. Dann folgt ein zehnminütiger Countdown, der als digitale Uhr über der Rathaustreppe zu sehen ist, bis die Installation von Neuem startet.

installation aus Sound und Video

Da tasten etwa Lichtstreifen die Wände ab, unterlegt von einem Echolot-Sound. Überhaupt sind Musik und Video perfekt aufeinander abgestimmt, auch wenn die Formen sich in Dreiecke oder Vierecke verwandeln und scheinbar die historische Architektur vermessen.

Durch den Wechsel von Sound und Videos verleiht Roßberg dem Geschehen Spannung. So verwandeln sich die Lichtformen schließlich in Bilder von Gebirgen und Städten, die mit Richard Strauss‘ Alpensinfonie unterlegt sind. Schließlich fliegt ein Vogel über die Wände. Das Schwingen seiner Flügel ist mit einem perfekt abgestimmten Sound unterlegt.

Doch nicht nur auf dem Marktplatz war viel zu erleben. Kunsthalle, Museen, Theater, Galerien, Kirchen und viele andere Einrichtungen beteiligten sich an der Kulturnacht. Insgesamt gab es mehr als 100 Programmpunkte an 50 Standorten, darunter auch die Ergebnisse des Projekts „Labor Europa“ . Junge Menschen aus ganz Europa hatten daran teilgenommen und präsentieren unter anderem Musik, Filme und Kunst im Felix-Nussbaum-Haus, im Akzisehaus, im Friedenssaal und im Kunstraum „hase29“.


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