Gartenparty mit vielen Gästen Osnabrücker Drogenhilfeverein Elrond: Sommerfest zum Jubiläum

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Mit einer Gartenparty am Vereinssitz an der Tannenburger Straße hat der Osnabrücker Drogenhilfeverein Elrond am Samstag sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Foto: Frank WenzelMit einer Gartenparty am Vereinssitz an der Tannenburger Straße hat der Osnabrücker Drogenhilfeverein Elrond am Samstag sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Foto: Frank Wenzel

Osnabrück. Mit vielen Freunden und Gästen hat der Osnabrücker Drogenhilfeverein Elrond am Samstag sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Für jeden Besucher gab es eine Sonnenblume – selbstgehäkelt.

146 kleine Sonnenblumenblüten hat Monika Hoppe gehäkelt und mit Sicherheitsnadeln versehen. „Ein Stück dauert ungefähr acht Minuten“, sagt sie und lacht. Jetzt wimmelt es im Garten des Hauses des Vereins Elrond von Menschen, die diese kleine Wollblüte an der Jacke tragen. Sie feiern das jährliche Sommerfest – und zugleich das 25-jährige Bestehen des Osnabrücker Drogenhilfevereins.

Viele Freunde sind ins Haus an der Tannenburger Straße gekommen, wo es schon von Weitem nach leckerem Gegrillten riecht. Kleine, als Tiger geschminkte Gäste sind dabei, Ältere und Jüngere. Es sind jetzige und ehemalige Bewohner der Einrichtung, ihre Familien und viele, die dem Verein verbunden sind.

Staatsanwälte hatten Vorurteile

Etwa Bürgermeisterin Birgit Strangmann, die sich als Vertreterin der Stadt dankbar zeigte, „so ein außergewöhnliches Projekt wie Elrond in Osnabrück zu haben“. Oder Suchtmediziner Uwe Schwichtenberg, der hervorhob, mit welchem zeitlichen und persönlichen Einsatz die Mitarbeiter von Elrond sich für die Suchtkranken, die bei ihnen leben, einsetzen. „Wie in einer Familie, wo jeder für den anderen da ist.“ 

Es äußerten sich der Zahnarzt, der seit vielen Jahren Drogenkranken mit angegriffenem Gebiss wieder „zu einem strahlenden Lächeln“ verhilft. Der Physiotherapeut, der „schon eine Menge Elrond-Rücken gerade gebogen hat“. Oder auch die Justizmitarbeiterin, die davon erzählt, dass sie zum allerersten Sommerfest von 24 Jahren ein paar Staatsanwälte anschleppte. „Die hatten nämlich ein ziemlich schlechtes Bild von Elrond; die dachten, das sei ein Drogentreff.“ (Weiterlesen: Kriminell wegen Drogensucht – Ein ehemaliger Einbrecher aus Osnabrück erzählt)


„Wie in einer Familie, wo jeder für den anderen da ist.“Suchtmediziner Uwe Schwichtenberg


Nichts liegt den Vereinsmitgliedern ferner. Sie wollen helfen, dass Suchtkranke ein drogenfreies Leben beginnen können. Auch durch Arbeit. Und Arbeit steckt auch hinter dem Sommerfest. Grill, Salatbuffet und alkoholfreie Cocktails; Tische und Bänke für über 100 Gäste; Pavillons gegen die immer wieder aufziehenden Schauer. Da steckt viel Eigenleistung drin. „Ich finde es beeindruckend, dass die Jungs und Mädels wirklich für sich selber sorgen und nicht darauf warten, dass andere für sie sorgen“, sagte die ehrenamtliche Vereinsvorsitzende Monika Hoppe. 

Prunkspiegel und Gemälde zum Versteigern

Doch das Geld, das der Verein durch Umzüge und Entrümpelungen einnimmt, reicht nicht für alles. Auch deshalb stand einiges für eine Versteigerung bereit. Eine große Buddhafigur und ein karmesinroter Polstersessel, Prunkspiegel und alte Gemälde – sie warteten auf neue Besitzer und edle Spender. Gute Wünsche gab es gratis dazu. „Ich wünschte, eure Arbeit wäre nicht nötig“, sagte Bürgermeisterin Strangmann. „Aber leider ist es Leben so, wie es ist. Und deshalb hoffe ich, dass Ihr noch lange für Drogenkranke in Osnabrück da seid.“ (Weiterlesen: Osnabrücker Club unterstützt Elrond mit 5000 Euro)


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