Doch keine Kürzungen Land zahlt weiter für Flüchtlingssozialarbeit in Osnabrück

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Vermittlung von Flüchtlingen in Sprachkurse zählt zu den Aufgaben der Flüchtlingssozialarbeiter. Foto: Archov/Michael GründelVermittlung von Flüchtlingen in Sprachkurse zählt zu den Aufgaben der Flüchtlingssozialarbeiter. Foto: Archov/Michael Gründel

Osnabrück. Für die Arbeit mit Flüchtlingen gibt es auch 2019 Geld vom Land Niedersachsen. Wie die Osnabrücker Grünen-Ratsfraktion am Freitag mitteilte, habe Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) angekündigt, entsprechende Mittel für die Flüchtlingssozialarbeit in ihren Etat einstellen zu wollen.

1800 Menschen hatten vor einigen Monaten eine Petition unterzeichnet, in der die Osnabrücker Flüchtlingshilfe Rosenplatz das Land Niedersachsen aufforderte, die Finanzierung der Migrationsberatung nicht zurückzufahren.

In Osnabrück werden neun Vollzeitstellen zu fast 90 Prozent vom Land finanziert. Die Mitarbeiter gehen in die Flüchtlingsunterkünfte und helfen sowohl bei den komplizierten Asylverfahren als auch bei der Vermittlung von Sprachkursen und der Integration. Außerdem sind sie Ansprechpartner für viele Ehrenamtliche. Träger der Flüchtlingssozialarbeit in der Stadt sind Caritas und Outlaw, die außerdem eng mit dem Exilverein zusammenarbeiten.

Sie alle fürchteten erhebliche Einschnitte, da das Land in seinen Bewilligungsbescheiden für das laufende Jahr Anfang 2018 mitgeteilt hatte: „Es ist zu erwarten, dass Kürzungen von Zuwendungen unumgänglich sind oder Zuwendungen ganz entfallen.“

Dass es nun nicht so kommt, begrüßen die Grünen. „Allerdings macht es wenig Sinn, die Arbeit nur um ein Jahr zu verlängern“, kritisiert die sozialpolitische Sprecherin der Osnabrücker Grünen-Fraktion, Anke Jacobsen, in einer entsprechenden Mitteilung der Grünen. „Die Integration der Flüchtlinge ist ein Langstreckenlauf, kein Sprint. Die muss mittelfristig abgesichert werden.“

Im Mai hatte sich auch der Osnabrücker Rat für eine Weiterfinanzierung der Sozialarbeiterstellen ausgesprochen. „Auch wenn die Zahl der Geflüchteten in Osnabrück mit 5000 Menschen derzeit stagniert, ist diese Arbeit weiterhin unverzichtbar“, so Jacobsen. „Nun geht es darum, mittel- und langfristige Perspektiven aufzubauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Die Arbeit ist also nicht weniger geworden, sie ist eine andere.“


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