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25.08.2018, 06:25 Uhr BAUSTELLEN IN OSNABRÜCK

Ein bisschen Frieden

Kommentar von Sandra Dorn

Radfahrer kämpfen gegen Autofahrer und umgekehrt. Das muss doch nicht sein. Foto: Jörn MartensRadfahrer kämpfen gegen Autofahrer und umgekehrt. Das muss doch nicht sein. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Osnabrücks Straßen sind zu einer Kampfzone verkommen. Radfahrer befehden sich mit Autofahrern, Busse sind Hassobjekte, Laster sowieso, und ach ja, Fußgänger stehen auch noch im Weg herum. Das geht auch friedlicher, findet unsere Kommentatorin. Ein Plädoyer für mehr Verständnis.

Dass sich die Aggressionen ausgerechnet an Arbeitern entladen, die ihr Bestes geben, um von der Stadt in Auftrag gegebene Baustellen zügig abzuschließen: Das ist eine Schande. Wer je die Bauarbeiter angehupt oder gar beschimpft hat, sollte sich schämen. Die machen nur ihren Job und haben dafür höchsten Respekt verdient.

Gefühlt steigt in Osnabrück der allgemeine Aggressionsgrad im Straßenverkehr stetig an. Das hat den einfachen Grund, dass die Behinderungen durch Baustellen tatsächlich zunehmen, weil zu viele Straßen einfach hinüber sind.

Die Stadtverwaltung darf sich aber nicht damit herausreden. Denn der Sanierungsstau ist noch lange kein Grund, ganze Stadtteile wie derzeit Sonnenhügel und Dodesheide fast komplett von der Innenstadt abzuschneiden. Bei der Koordination ihrer Baustellen hat die Stadt noch viel Luft nach oben.

Aber auch Autofahrer müssen sich die Frage gefallen lassen, warum sie nicht aufs Rad umsteigen, Fahrgemeinschaften bilden oder mal den Bus nehmen. Ja, es gibt diejenigen, die tatsächlich aufs Auto angewiesen sind. Aber es gibt auch mindestens genauso viele, die gut Alternativen nutzen könnten – und mit dem Rad sogar schneller wären.

Und bevor die Verkehrsideologen jetzt entnervt aufstöhnen: Für alle wäre es angebracht, sich mal ein bisschen zu entspannen. Egal ob auf dem Fahrrad oder im Auto: Spaß hat im Straßenverkehr doch gerade eh keiner, das schreit geradezu nach einem Solidaritätsgefühl. Damit könnte auch der allgemeine Verkehrsfrieden wiederhergestellt werden. Leider eine utopische Vorstellung, aber denken Sie bitte wenigstens mal darüber nach.


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