Mobilität und Weltkindertag Osnabrück hat autofrei: Am 23. September 2018 wird die Martinistraße zur Spielzone

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Die Organisatoren des autofreien Sonntags (23. September 2018) auf der Martinistraße. Archivfoto: Michael GründelDie Organisatoren des autofreien Sonntags (23. September 2018) auf der Martinistraße. Archivfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Martinistraße für Autos gesperrt: Am Sonntag, 23 September 2018 wird auf der vierspurigen Straße gefeiert und gespielt. Die Stadt verbindet den den autofreien Aktionstag mit dem Weltkindertag. Ein Experiment.

Von 11 bis 18 Uhr gehört die Martinistraße am Sonntag, 23. September, den Menschen. Die wichtige Einfallstraße wird auf gut eineinhalb Kilometer vom Heinrich-Lübke-Platz bis zum Wall gesperrt und in eine Aktionsfläche umgewandelt. "Das ist unser Fest für den Mobilitätswandel", sagte Stadtbaurat Frank Otte in einem Pressegespräch, in dem alle Beteiligten für diesen besonderen Aktionstag warben. Und beteiligt sind viele, denn das Mobilitätsfest wird mit dem Weltkindertag kombiniert. Auf dem Arndtplatz bieten die  Stadt und der Verein Fokus den Familien ein Spielefest mit Kreativ- und Bewegungsangeboten und einem Bühnenprgramm (ab 14 Uhr). 20 Organisationen und Verbände stellen sich dort vor.

Raum für Kinder

"Kinder brauchen Freiräume", sagte Dezernent Wolfgang Beckermann. Daher passe der Weltkindertrag sehr gut in das Konzept des autofreien Sonntags. Die Mobilität der Zukunft setze weniger auf das individuelle Auto, sondern auf die Vernetzung verschiedener Verkehrsträger, ergänzte Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes. Das Fest werde daher zeigen, "wie sich ein Stadtraum verändert, wenn der Verkehr weniger Raum als bisher einnimmt." Frank Otte ermunterte die Besucher, beim Gang über die autofreie Martinistraße den Blick zu heben und die Architektur auf sich wirken zu lassen. Die Straße habe schöne Fassaden zu bieten, die aber unter dem Verkehr litten. Dann werde jeder sehen: "Autoverkehr bewirkt auch einen Vermögensverlust", sagte Otte. 

2500 Menschen leben an der vielbefahrenen Straße. Das Fest biete auch den Anwohnern die seltene Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sagte Hermann Kuhl, dessen Agentur ihren Sitz an der Martinistraße hat und der zum Mobilitätsfest einen Kurzfilmabend auf die Beine stellte. 

Der autofreie Sonntag ist Teil des Großprojektes "Mobile Zukunft - Osnabrück geht vor", das Stadt und Stadtwerke 2016 auf den Weg brachten. Ziel ist die Förderung nachhaltiger Mobilitätskonzepte, des Nahverkehrs, der Elektromobilität und des Radverkehrs. Der Rat bewilligte 10.000 Euro für das autofreie Straßenfest, bedachte bei der Terminierung aber nicht, dass am selben Tag der Weltkindertag gefeiert wird. Nach internen Diskussionen entschieden Rat und Verwaltung, die inhaltlich sehr unterschiedlichen Feste zu kombinieren.

Auf der Straße

Das Programm auf der Martinistraße bietet Infotainment zu den Themen Mobilität und Stadtraum, Kultur und  kreative Ideen von Bürgern, die sich freiwillig einbringen. So öffnet eine Anwohnerin ihren grünen Innenhof, die Verkehrswacht bietet Kindern die Möglichkeit, einen Fahrrad- und Inliner-Führerschein zu machen, die Stadtwerke bringen ihre E-Karts mit und verschiedene Fahrradhändler zeigen ihr Angebot an modernen Bikes.  

Bis zum 7. September können sich Vereine, Gruppen, Unternehmen und auch Einzelpersonen mit einem Beitrag bei der Veranstaltung einbringen. Die Anmeldung: Projektbüro „Mobile Zukunft“, Telefon 0541- 323 2652.

Mit dem Bus kostenlos zur Festmeile

Am Festtag haben Besucher die Möglichkeit, kostenlos mit dem Bus zur Martinistraße zu fahren – und zwar mit dem Handyticket innerhalb der Tarifzone 100 Osnabrück/Belm für die Familie mit zwei Erwachsenen und den Kindern. Ab dem 21. September können die Tickets in der App "VOSpilot" gebucht werden. Durch die Eingabe des Gutscheincodes „autofrei“ wird das Ticket kostenlos.  

Kurzfilmabend zur Einstimmung

Als Einstimmung auf das Wochenende der mobilen Zukunft veranstaltet der Filmclub Baukultur am Freitag, 21. September, den Kurzfilmabend „Short Tracks“. Los geht der Filmabend um 19 Uhr. Gezeigt wird ein Mix aus Kurzfilmen und  Dokumentationen zur mobilen Welt der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. „Entgegen der klassischen Kinoatmosphäre werden wir die Filme an drei unterschiedlichen Standorten präsentieren“, erklärt Hermann Kuhl, Initiator der „Short Tracks“. Gezeigt werden sie in der früheren Kantine und dem ehemaligen Labor der Post im Telekomgebäude an der Wittekindtstraße sowie im Projektbüro „Mobile Zukunft“ am Berliner Platz 1. Anschließend treffen sich die alle Besucher im Prjektvbüro. „Hier wollen wir den Raum für Diskussion und Reflexion bieten“, sagt Kuhl. Musikalisch begleitet wird der Abend von "DJane StefV". Karten für „Short Tracks“ sind unter 0541-408950 bestellbar. Der Preis: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.




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