„Transforming Space“ Kulturnacht Osnabrück: Tim Roßberg macht den Marktplatz zur Leinwand

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Osnabrück. „Raum“ ist das Thema der 18. Kulturnacht am Samstag in der Altstadt Osnabrück. Rund 100 Programmpunkte sind in Museen, der Kunsthalle, Galerien, im Theater und vielen anderen Kulturinstitutionen zu erleben. Highlight ist Tim Roßbergs Videoinstallation „Transforming Space“ auf dem Markt.

Lichtstreifen tasten das Rathaus und die Marienkirche ab. Sie fahren von unten nach oben, von links nach rechts. Mit dem visuellen Abtasten der historischen Gebäude beginnt Tim Roßbergs Lichtinstallation „Transforming Space“, die er bei der Kulturnacht am Samstag präsentiert.

Bereits am Donnerstagabend haben Roßberg und seine Mitstreiter auf dem Markt geprobt. Ein aufregender Moment für den Künstler. Denn was er am Computer entworfen hat, wird nun zum ersten Mal auf die große Leinwand von Rathaus, Stadtwaage und Marienkirche projiziert. „Oh, wow“ habe er für einen kurzen Moment gedacht, sagt Tim Roßberg, während er vor die Stadtbibliothek steht und einen kritischen Blick auf sein Werk wirft. Perfekt ist die Installation in diesem Moment noch nicht. Hier und da scheint das Licht über den Rand von Kirche und Stadtwaage hinaus. „Ein bisschen Feintuning brauchen wir schon noch“, so Roßberg.

Artist der Traberfamilie baut eigenes Klettergerüst

Die Lichtinstallation ist das Highlight der diesjährigen Kulturnacht. „Raum“ ist das übergreifende Thema der kulturellen Großveranstaltung, das nicht nur Roßberg, sondern auch viele andere Akteure aufgreifen. Weil seine Installation erst mit beginnender Dunkelheit um 21 Uhr gezeigt wird, bespielt vor ihm ab 18 Uhr ein Mitglied der Artistenfamilie Traber den Marktplatz. „Heinz baut“ heißt die Performance, bei der der Künstler aus Stangen und Seilen sein eigenes Klettergerüst baut, das immer weiter in die Höhe wächst.

Tim Roßbergs Projektion wird mit Sound unterlegt, der am Probenabend noch nicht zu hören ist. Doch erst mit Klängen entfalte „Transforming Space“ seine volle Wirkung, sagt Roßberg. So werden die Lichter am Anfang, mit denen die Gebäude scheinbar abgetastet werden, von einem Echolot unterlegt. Insgesamt gibt es drei Akte, in denen unter anderem Städte von oben und schließlich ein Flügel schwingender Vogel über einer Landschaft zu sehen sind. Die Musik wechselt zu elektronischen Klängen und schließlich zur Richard Strauss Alpensinfonie.

Optische und akustische Feinarbeit

Sound und Video sind genau aufeinander abgestimmt. Denn der Klang soll nicht reine Untermalung sein, sondern ist Teil der Arbeit. So ist der Flügelschlag des Vogels, der auf einen Vorsprung der Marienkirchenfassade trifft, auch akustisch umgesetzt.

Aber auch optisch war Feinarbeit angesagt. Die Videos sind genau auf die Architektur abgestimmt. Bilder und Lichtstreifen enden genau da, wo eine Wand aufhört oder ein Vorsprung eine Grenze zieht. Die historische Architektur bekommt so eine ganz andere Wirkung.

Vor einigen Wochen hat Tim Roßberg das Felix-Nussbaum-Haus mit Videoprojektionen bespielt. Ist es nun ein Unterschied, den Markt zu bespielen? Der Künstler bejaht eindeutig. Das Museum bestehe aus gerade Linien, während die historischen Bauten mit ihren vielen Details die größere Herausforderung seien.

Kulturnacht zum Thema „Raum“: Samstag, 25. September, 18 Uhr


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