Kreishandwerkerschaft lud ein „Blonder Shaolin“ Marc Gassert im Lexus-Zentrum

Von Markus Strothmann

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Wertvolle Tipps gegen Faulheit und für mehr Selbstdisziplin gab Shaolin Marc Gassert im Lexus Forum. Foto: André HavergoWertvolle Tipps gegen Faulheit und für mehr Selbstdisziplin gab Shaolin Marc Gassert im Lexus Forum. Foto: André Havergo

Osnabrück. Am Mittwoch sprach Speaker Marc Gassert im Lexus-Forum Osnabrück. Der Kommunikationswissenschaftler und Kampfkunstmeister teilte mit den Gästen Erkenntnisse über Selbstdisziplin, die er gewonnen hat während jahrelanger Aufenthalte in Fernost.

„Garantiert esoterikfrei“ verspricht die Website von Marc Gassert, und das entspricht weitgehend den Tatsachen, wie sein Vortrag zeigte. Ganz ohne Yin und Yang kam China/Japan-Kenner und Schwarzgürtelträger Gassert zwar auch nicht aus, aber als geläufiges Symbol für mehr Balance im Alltag passieren die beiden Begriffe heute auch die Esoterik-Detektoren eher rationaler Typen. Das Maß an Vitalität und Kommunikationsstärke, mit dem Marc Gassert das Podium enterte: ebenfalls im zumutbaren Bereich. Gut angezogen und sportlich versprach er den Gästen Grundlegendes über die Selbstdisziplin, vom dem jeder und jede profitieren könne: „Tipps, Tricks und Tools, wie man Faulheit und Apathie besser gewappnet gegenüber tritt.“ 

Dem Hörerkreis zur Ehre vergaß Marc Gassert nicht, Parallelen aufzuzeigen zwischen den von ihm verinnerlichten, ostasiatischen Philosophien und dem deutschen Arbeitsethos. „Sie wissen gar nicht, wie sehr das deutsche Handwerk in Fernost geschätzt wird“, so Gassert. Der Begriff „Kung Fu“ bezeichne zwar eine Kampfkunst, bedeute wörtlich übersetzt aber etwa „Ergebnis harter Arbeit“. Somit seien im Grunde genommen auch Handwerksmeister Inhaber von Kung Fu. 

Keine Energie verschwenden

Zentral im Vortrag: die Vorstellung von der Willenskraft als Bestandteil der Lebenskraft Qì (sprich: Tschi), hier dargestellt durch eine Wasserflasche. Deren Inhalt goss Gassert auf den Boden, um zu verdeutlichen: So leert sich unser Depot an mentaler Energie, wenn wir sie verwenden. Häufiges Problem sei, dass man viel davon unnötig verbrauche, etwa durch kraftraubende Prokrastination. Darum die Empfehlung von Marc Gassert: unliebsame Aufgaben immer sofort erledigen. Machbar, sollte man meinen. 

Die Willenskraft zur Überwindung des inneren Widerstands lasse sich trainieren wie ein Muskel. Um das zu verdeutlichen, holte Gassert sich Dominik aus Bramsche aufs Podium. Den gut trainierten jungen Mann ließ er eine Haltung einnehmen, in der Gassert selbst eine beträchtliche Zeitspanne verbracht haben dürfte, während er in einem chinesischen Shaolin-Tempel weilte: die Beine weit auseinander, Ober- und Unterschenkel etwa im rechten Winkel. Hart. Im Verlauf von drei Minuten wollte Dominik mehrfach aufgeben, wurde aber immer zurückbeordert in Position. 

Fokus und Willenskraft

Nach Ablauf der Zeit machten die Beine nicht mehr mit, der Proband musste sich setzen. Dominik kam dann etwas später nochmal aufs Podium, um gemeinsam mit Marc Gassert eine Stange zu verbiegen, die die beiden Männer zwischen ihre Drosselgruben (die Stelle zwischen den Schlüsselbeinen) klemmten. Alles zur Veranschaulichung der Macht von Fokus und Willenskraft. Was alles möglich ist, wenn man nur die Backen fest genug zusammenkneift. 

Zum Schluss konkrete Empfehlungen des „blonden Shaolin“ Gassert, geeignet zur sofortigen Umsetzung in jedem Betrieb: im Team gute Stimmung verbreiten, auch ruhig mal mit Humor. Empathie fördern mit Lob. Keine Angst haben, Fehler zu machen. Botschaft: Die Arbeit wird sich nicht ändern, aber mit der richtigen Einstellung hält man es aus. Zu den Binsenweisheiten gab es noch eine kleine Schmähung für #metoo als Bonus obendrauf: Eine möglicherweise daraus folgende Tabusierung von Berührungen könne Unternehmenskultur empfindlich stören, so Gassert, denn Berührungen förderten den Teamgeist. Und man merkte: da sorgt sich einer wirklich um das gute Miteinander in der Gesellschaft. 


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