Ohne Spiegel rückwärts fahren Sieger des Busfahrer-Wettbewerbs in Osnabrück sind Hannoveraner

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Osnabrück. Am Freitag fuhren Busfahrer rückwärts und mit zugeklebten Außenspiegeln. Beim Wettbewerb „Osnabrück sucht Deutschlands Super-FiF“ traten Fachkräfte im Fahrbetrieb aus ganz Deutschland in 26 verschiedenen Stationen gegeneinander an. Die Busfahrer wenden zum Beispiel in nur drei Zügen, löschen Feuer oder spielen Bus-Kegeln.

Zum zweiten Mal veranstaltete die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) auf dem Gelände der Halle Gartlage die Veranstaltung „Osnabrück sucht Deutschlands Super-FiF“. Junge Fachkräfte im Fahrbetrieb von 25 Verkehrsunternehmen zeigten an diesem Tag die Vielfalt ihres Ausbildungsberufes. Die Teilnehmer freuten sich am meisten auf die Station "Bus-Kegeln". Mit rund 20 km/h fuhren die Busfahrer auf den Gymnastikball zu und mussten im richtigen Moment bremsen, damit der Ball nicht unter dem Bus eingequetscht wurde, sondern mit genug Schwung die Kegel umwarf.

Deutlicher Fachkräftemangel

"Wir wollen mit der Veranstaltung zeigen, wie vielfältig der Beruf ist", sagte André Kränzke, Leiter des Arbeitskreises Aus- und Weiterbildung der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS). Die Branche leide unter einem erheblichen Fachkräftemangel. "Bis 2030 sind 75 Prozent meiner Fahrer wegen des demografischen Wandels weg", erklärt Kränzke. Da wolle er gegensteuern und mit der Veranstaltung auf die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb aufmerksam machen. Der Fachkräftemangel sei nicht nur in Osnabrück, sondern flächendeckend ein Problem. Er freute sich, dass der niedersächsische Verkehrsminister, Bernd Althusmann, die Schirmherrschaft für den Wettbewerb übernommen habe. Auf dem Gelände waren fast zehn Busse und 70 Mitarbeiter der VOS im Einsatz. "Der normale Verkehrsbetrieb läuft noch", sagte Kränzke und musste lachen.

Realitätsnahe Übungen

Die Fachkräfte im Fahrbetrieb müssen ein Feuer löschen können. Foto: André Havergo


"Die Veranstaltung ist richtig lustig", sagt Aamer Khan von RegioBus Hannover, "Das habe ich gar nicht erwartet". Die Übungen seien eine Abwechslung zum Alltag. Die Engpass-Station fand er besonders gut, weil er dort am besten abgeschnitten habe. Der 2,55 Meter breite Bus musste zwischen zwei blauen Tonnen hindurch gefahren werden. Umso geringer der Abstand zwischen den Tonnen war, desto mehr Punkte erhielt der Fahrer. "Manche Übungen wie diese sind sehr realitätsnah", sagt Wolfgang Häusler. Der Busfahrer und Ausbilder der KVG Stade weiß, dass im normalen Verkehrsbetrieb die Busfahrer durch enge Gassen oder an einem Falschparker vorbei müssen. Die Teilnehmer mussten in anderen Aufgaben Reifen möglichst schnell wechseln, ein Feuer löschen oder erste Hilfe leisten. Diese Fähigkeiten erlerne der FiF in seiner Ausbildung.

Fahren mit zugeklebtem Außenspiegel ist zum Glück nur eine Übung. Doch der Fachkräftemangel sei real. Foto: André Havergo

Quasi blind fahren

Doch zum Glück kommen nicht alle Stationen im Alltag vor. Die Teilnehmer mussten zum Beispiel mit abgeklebtem Tacho 30 km/h fahren oder einen Gelenkbus rückwärts und mit zugeklebten Außenspiegeln möglichst nah an ein Hindernis heranfahren. Beim Bus-Dart hing vorne am Bus ein spitzes Pendel. Der Fahrer musste den Bus in einem Zug um eine Kurve lenken und so stehen bleiben, dass das Pendel mittig über einer Dartscheibe hing. Zurücksetzen war nicht erlaubt. Neu in diesem Jahr war die Station des Champions vom Vorjahr. Im Bus des Regionalverkehr Münsterland (RVM) spielten die Teilnehmer Minigolf.

Minigolf im Bus ist leider keine Realität, sondern eine Station beim Wettbewerb. Foto: André Havergo

Sieger des Wettbewerbs

Im vergangenen Jahr konnte das Team vom Regionalverkehr Müsterland (RVM) den Wettbewerb für sich entscheiden. In diesem Jahr haben die Münsteraner als Vorjahressieger eine eigene Spielstation, das Busgolfen, begleitet. Das erfolgreichste Team 2018 kommt  aus Hannover von der Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe.  Die beste Busfahrerin im Teilnehmerfeld war Aileen Gödecke von der Üstra. Bei den Männern hat Fabian Wilhusen von der Bremer Straßenbahn AG (BASG) das Rennen gemacht. 

Wie im Vorjahr gingen nach dem Wettbewerb die Teilnehmer und Veranstalter abends zur Driver‘s Party. Auf der Elektrokartbahn Nettedrom war schnelles Fahren erlaubt. "Wir brauchen schnelle Busfahrer", sagte Kränzke. Auch wenn im Alltag die Busse wie andere Verkehrsteilnehmer im Stau stünden. Er forderte mehr Busspuren und eine bessere Ampelschaltung in der Stadt.


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