Begegnungszentrum im Rosenplatzquartier Afrikanisches Kulturzentrum entsteht in der Osnabrücker Johannisstraße

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Gespräch unter Nachbarn: Alfa Traoré und Sana Abdoul Razak treiben momentan die Entstehung eines afrikanischen Kulturzentrums an der Johannisstraße voran. Sabina Ide, Dialogbeauftragte der Polizei, und Hubert Reise vom benachbarten Café Mandela (von links nach rechts) freuen sich auf die Zusammenarbeit. Foto: David EbenerGespräch unter Nachbarn: Alfa Traoré und Sana Abdoul Razak treiben momentan die Entstehung eines afrikanischen Kulturzentrums an der Johannisstraße voran. Sabina Ide, Dialogbeauftragte der Polizei, und Hubert Reise vom benachbarten Café Mandela (von links nach rechts) freuen sich auf die Zusammenarbeit. Foto: David Ebener

Osnabrück. In der Osnabrücker Johannisstraße entsteht in diesen Tagen ein neuer afrikanischer Kulturverein. Das ehemalige Ladenlokal – vorher Parkettstudio und zuletzt Fahrradladen – soll als Begegnungszentrum dienen, der hintere Bereich ist als muslimischer Gebetsraum vorgesehen.

Hinter dem Projekt stehen mit Alfa Traoré und Sana Abdoul Razak zwei afrikanischstämmige Männer, die schon seit fast 30 Jahren in Osnabrück zu Hause sind. Ihr Ziel: "Wir wollen die Initiative übernehmen und einen Ort schaffen, an dem wir die afrikanische Kultur vorstellen können", sagt Traoré. Lange hätten er und seine Mitstreiter einen Standort für ein Kulturzentrum gesucht, doch das Vorhaben gestaltete sich schwierig. Bis jetzt, denn in den kommenden Wochen soll im ehemaligen Parkettstudio an der Johannisstraße die Heimat des Vereins "Tawba" entstehen.

Über afrikanische Kultur informieren

Geplant ist, im vorderen Bereich den Raum für Begegnungen zu schaffen. Dazu sollen Sofas und andere Sitzmöglichkeiten zum Austausch einladen. Natürlich ist das Kulturzentrum in erster Linie für Menschen aus Afrika gedacht, doch Traoré und Abdoul Razak wünschen sich, dass das Publikum möglichst international ist. In ungezwungener Atmosphäre möchten die beiden Tawba-Macher über Kultur und Geschichte Afrikas informieren. 

Sinnbild für die Begegnung der Kulturen: Im Bücherregal des Zentrums steht schon der Koran. Dahinter zeigt sich das Osnabrücker Rad. Foto: David Ebener

Für Sabina Ide, Dialogbeauftragte der Polizeidirektion Osnabrück und seit langer Zeit bekannt mit Traoré und Abdoul Razak, ist der Ort für das Zentrum ein Glücksgriff. "Gerade hier im Quartier gibt es viele Menschen mit afrikanischem Migrationshintergrund. Durch die Eigeninitiative des Vereins entsteht ein Ort, an dem echte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht werden kann." 

Ort für Begegnung

Ins gleiche Horn stößt Traoré, der sich erhofft, den einen oder anderen dunkelhäutigen Menschen "weg von der Straße und in unser Zentrum holen zu können". Bislang gebe es in Osnabrück kaum einen Ort, an dem Menschen aus Afrika auch mal unter sich sein können. Zwar sind Afrikaner beispielsweise in türkischen Moscheen zu Gast. Doch laut Ide sind sie dort auch immer ein wenig Außenseiter.

Im hinteren Teil des Ladenlokals befindet sich ein Gebetsraum für Muslime. Foto: David Ebener

Im rückwärtigen Bereich des Ladenlokals entsteht ein Gebetsraum für Muslime. Zwar spiele Religion natürlich eine wichtige Rolle im Kulturzentrum, sagt Abdoul Razak. Dennoch legen er und seine Mitstreiter Wert darauf, nicht nur als religiöse Einrichtung wahrgenommen zu werden. Einen engen Draht gibt es zu Ide, die als Dialogbeauftragte kurze Wege zu Beratungseinrichtungen in der Stadt herstellen kann. Und nicht zuletzt findet sich das Kulturzentrum in guter Nachbarschaft wieder. Quasi nebenan befindet sich mit dem Café Mandela ein Begegnungsort für Migranten und Einheimische. "Respekt für die Eigeninitiative, die unsere Nachbarn an den Tag legen. Das ist doch ein echtes Beispiel für Integration", sagt Einrichtungsleiter Hubert Reise.


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