Karin Bruchhausen gewählt Osnabrücker Zoogesellschaft: Kampfabstimmung um Vizeposten

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Jahreshauptversammlung Zoogesellschaft Osnabrück im Tagungsraum des Museums am Schölerberg. Foto: David EbenerJahreshauptversammlung Zoogesellschaft Osnabrück im Tagungsraum des Museums am Schölerberg. Foto: David Ebener

Osnabrück. Karin Bruchhausen ist neue Vizepräsidenten der Osnabrücker Zoogesellschaft. Sie setzte sich gegen Ralf Haas durch, der dem Verein aber weiterhin als Beisitzer erhalten bleibt.

In seiner Begrüßung zur Jahreshauptversammlung der Zoogesellschaft gedachte Zoopräsident Reinhard Sliwka unter großer Anteilnahme der Mitglieder seines Vorgängers Reinhard Coppenrath, der im vergangenen November im Alter von 81 Jahren verstorben ist. Sliwka erinnerte an die Leistungen Coppenraths, der die Präsidentschaft in einer schwierigen Zeit übernommen habe und während seiner Amtszeit stets ausgleichend gewirkt und die Sache in den Vordergrund gestellt habe.

Kandidatin ohne Unterstützung aus dem Präsidium

Ob Coppi, wie ihn die meisten gerne nannten, an dem dann Folgenden seine Freude gehabt hätte? Zweifel dürfen erlaubt sein, denn bei der Neubesetzung des Vizepräsidentenposten der Zoogesellschaft kam es zu einer Kampfabstimmung zwischen Ralf Haas und Karin Bruchhausen. "Ich persönlich schlage Herrn Haas vor", hatte Sliwka den 63-jährigen ehemaligen Polizeibeamten ins Rennen geschickt, während Bruchhausen aus den Reihen der Mitglieder vorgeschlagen wurde, was insofern bei dem einen oder anderen Mitglied zu Stirnrunzeln führte, weil die Kandidatin Bruchhausen als langjähriges Mitglied des Zoopräsidiums offensichtlich keine Unterstützung aus diesem Gremium gefunden hat. Hinter vorgehaltener Hand wurde von Unstimmigkeiten zwischen Sliwka und Bruchhausen gemunkelt. Dementsprechend kühl fiel denn auch die Gratulation des Präsidenten für seine neue Vize aus.


Das Präsidium der Zoogesellschaft Osnabrück in neuer Zusammensetzung (von links): Schatzmeister Wolfgang Schenk, Beisitzer Ralf Haas, Zoopräsident Reinhard Sliwka, Vizepräsidentin Karin Bruchhausen und Beisitzerin Claudia Haarmann. Daneben Zoodirektor Michael Böer, Zoogeschäftsführer Andreas Busemann und der zurückgetretene Vizepräsident Hans Cromme. Foto: Zoo Osnabrück/Lisa Josef

Unbekannte Krankheiten raffen Zootiere dahin

Am Ende lag die Tierärztin Bruchhausen dann aber mit 56 von 79 abgegebenen Stimmen vor Haas, der 23 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Bruchhausen wird also in Zukunft als Vizepräsidentin am Präsidiumstisch den Platz von Hans Cromme einnehmen, der mit 80 Jahren auf eigenen Wunsch aus dem Amt schied. Cromme verabschiedete sich in einer emotionalen Rede von den Mitgliedern, die das Gefühl hatten, dass da jemand nicht nur ein Amt abgibt, sondern sich von einer Herzensangelegenheit trennt. 

Vor der Wahl hatte Zoodirektor Michael Böer der Versammlung einen Überblick über die zoologische Entwicklung gegeben. Böer beschrieb die Entwicklung als insgesamt positiv. Nachdenklich stimmt seinen Worten zufolge, dass es im Zoo zu bislang unbekannten Erkrankungen gekommen sei, die auf eine Änderung des Klimas zurückgeführt werden könnten. So starb zum Beispiel eine Eule an einer Infektionskrankheit, die von afrikanischen Mücken übertragen werde.

Zoo braucht künftig mehr Geld von der Stadt

Der Zoo werde in Zukunft nicht ohne eine größere finanzielle Unterstützung der Stadt auskommen, so Sliwka beim Blick auf die Zahlen. Zwar schreibt die Osnabrücker Einrichtung weiterhin eine Erfolgsgeschichte, dass sie aber auch in Zukunft ganz ohne Zuschüsse auskommen wird, ist auch nach Einschätzung von Geschäftsführer Andreas Busemann fraglich. In der Tabelle der bundesdeutschen Zoos nimmt Osnabrück zwar derzeit noch einen – in diesem Fall hervorragenden – letzten Platz ein. Das aber könnte sich schon bald ändern. Sliwka und Busemann kündigten an, mit Politik und Verwaltung zu sprechen, um gemeinsam neue Wege der Zoofinanzierung zu finden.

Der Zuschuss für den Zoo Osnabrück betrage derzeit mit 70.000 Euro etwa ein Prozent des Gesamtvolumens beziehungsweise 700.000 Euro in Form von kommunal übernommenen Krediten.


"Wir haben hier eine Möglichkeit, Menschen in einer Jahreszeit in den Zoo zu holen, in der sie sonst nicht zu uns kommen"Prokuristin Lisa Josef


Prokuristin Lisa Josef brachte abschließend die Mitglieder der Zoogesellschaft noch auf den neuesten Stand im Bereich der anstehenden Marketingmaßnahmen. Verschiedene Veranstaltungen wie die Zoolights werden demnach eine Neuauflage erleben, weil sie zusätzliche Gelder in die Kassen spülen. Dazu gehört auch der Winterzauber im Zoo. "Wir haben hier eine Möglichkeit, Menschen in einer Jahreszeit in den Zoo zu holen, in der sie sonst nicht zu uns kommen", so Josef.


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