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24.08.2018, 10:59 Uhr KOMMENTAR

Jetzt ist die Stadt gefragt

Kommentar von Dietmar Kröger

Foto: Michael GründelFoto: Michael Gründel

Osanabrück. Auf Dauer wird auch der Osnabrücker Zoo nicht ohne Unterstützung der Stadt auskommen. Weder Zoopräsident Reinhard Sliwka noch Geschäftsführer Andreas Busemann haben daraus jemals einen Hehl gemacht. Vor allem Busemann ist es zu verdanken, dass der Zuschuss bislang bei mickrigen 70000 Euro lag. Zum Vergleich: Münster spendiert seinem Zoo einen laufenden Zuschuss von 4,8 Millionen Euro plus Investitionszuschüsse in zweistelliger Millionenhöhe.

Mit der Einrichtung der Zoo gGmbH, in der die Stadt derzeit mit fünf Prozent, die Zoogesellschaft mit 95 Prozent der Anteile vertreten ist, wurde ein wichtiger Schritt getan, um die Stadt in das Geschehen auf dem Schölerberg einzubinden. Der städtische Anteil wird sich in Zukunft auf 25 Prozent erhöhen.

Gibt die Stadt mehr Geld, wird sie sich im Gegenzug auch erweiterte Mitspracherechte sichern wollen, zum Beispiel durch mehr Stimmanteile im Aufsichtsrat. Dort sitzen die städtischen Vertreter mit denen der Zoogesellschaft an einem Tisch. Das Präsidium der Zoogesellschaft ist deshalb gut beraten, als ein einiges Gremium und verlässlicher Partner aufzutreten. Diese Einigkeit hat es bei der Wahl des Vizepräsidenten vermissen lassen.

Ganz offensichtlich wollte Sliwka mit dem eigenen Kandidatin die Wahl Bruchhausens verhindern. Welche persönlichen Befindlichkeiten oder Eitelkeiten auch immer zu den atmosphärischen Störungen zwischen Präsident und Vizepräsidentin geführt haben – die beiden sollten sich zusammenraufen. Sonst sind die Erinnerungen an Reinhard Coppenrath und seine integrierende und ausgleichende Art lediglich hohles Gewäsch. Denn eines war Coppi ganz sicher nicht: empfindlich oder eitel.


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