Diskussion im Bürgerforum Voxtrup Abfuhr für Radfahrer auf Osnabrücker Freizeitrouten

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Straßenverkehr in Voxtrup: Über Autos, Busse, Feuerwehrwagen und Radfahrer diskutierte das Bürgerforum des Stadtteils. Das Foto zeigt die Düstruper Straße vom Kreisel an der Meller Landstraße aus. Foto: David EbenerStraßenverkehr in Voxtrup: Über Autos, Busse, Feuerwehrwagen und Radfahrer diskutierte das Bürgerforum des Stadtteils. Das Foto zeigt die Düstruper Straße vom Kreisel an der Meller Landstraße aus. Foto: David Ebener

Osnabrück. Diskussionen über Radwege, Busse, Autos, Feuerwehr und Naturschutz: Das Bürgerforum Voxtrup hielt viele Themen bereit.

Eine Forderung mit Geschichte: Schon als es den Voxtruper Ortsrat noch gab, hatten Bürger auf Radwege für die Düstruper Straße und für die Holsten-Mündruper Straße jeweils außerhalb der geschlossenen Ortschaft gedrängt. Die CDU-Politikerin Eva-Maria Westermann hat dieses Thema für das Bürgerforum aufgefrischt – aber ohne Erfolg.

"Sehr kurvenreich, stark frequentiert und daher gefährlich"

Eva Westermann geht es in dem einen Fall um die Strecke zwischen dem  Düstruper Kreisel in Richtung Bauerschaft: "Die Düstruper Straße ist Schulweg, auch für Kinder aus Natbergen." Was die Holsten-Mündruper-Straße angeht, ist für Westermann ein Radweg für den Abschnitt ab der Steiniger Heide stadtauswärts erforderlich. Es handelt sich um eine Strecke mit vielen Lastwagen auf dem Weg zum Steinbruch und zurück. Den gemeinsamen Nenner der beiden Straßen fasste Westermann so zusammen: "Sehr kurvenreich, stark frequentiert und daher gefährlich." Sie fragte, ob die geforderten Radwege in die Prioritätenliste aufgenommen worden sind und wann sie gebaut werden. 

Freizeitrouten ohne Priorität

Nein, lautete zusammengefasst die Antwort. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert trug die Antwort des Fachbereichs Städtebau vor: Derzeit seien für beide Straßen keine "Neuanlage von Radwegen" vorgesehen, weil es sich um Freizeitrouten handele. Priorität hätten dagegen stärker befahrene Radwege: Für die nächsten Jahre habe der Rat der Stadt die Schwerpunkte auf Verbindungen von der Innenstadt nach Voxtrup, Hellern und Sutthausen beschlossen.  

Endhaltestelle mit Mobilitätsstation

Dennoch teilten die Stadtplaner eine Neuigkeit für die Düstruper Straße mit: Der Bau der Endhaltestelle mit der Mobilitätsstation für die Elektrobuslinie soll noch Ende August beginnen und Ende November abgeschlossen sein – einschließlich eines Gehwegs. Und eine Aussicht auf Änderungen für das künftige Liniennetz der Stadtwerke: Zugunsten einer neuen Haltestelle am Molenseten werde die Haltestelle am Heidekotten aufgegeben.

Ein Bus unter Beobachtung

Eine Buslinie hat in Voxtrup zu Verdruss geführt: Jens Klöntrup erinnerte an Probleme mit dem Schulbus, der von der Straße "An der Spitze" zur Gesamtschule Schinkel fährt. Der Bus sei bereits mehrfach nicht oder zu spät gekommen, und die "gehetzten" Schüler seien zu spät im Unterricht erschienen. "Das tut uns leid", sagte Anke Beimes von den Stadtwerken. Der Bus stehe jetzt unter "besonderer Beobachtung". 

Martinshorn bei Nacht

Die Freiwillige Feuerwehr Voxtrup rückte im vergangenen Jahr sechs Mal jeweils zwischen dem späten Abend und dem frühen Morgen aus – mit Blaulicht und Martinshorn. Nicht alle Nachbarn sind überzeugt davon, dass gleich beim Losfahren das Horn ertönen und damit die Nachtruhe beeinträchtigt werden muss. Direkt an der Ausfahrt bestehe keine Gefahr, meinte ein Anwohner und bat die Feuerwehr darum, dort auf das Horn zu verzichten. Darauf antwortete Dietrich Bettenbrock, Chef der Osnabrücker Berufsfeuerwehr: "Ich kann dem Fahrer nicht empfehlen, auf das Horn zu verzichten", denn "wenn etwas passiert, hat er das Nachsehen": Dann müsse er sich vor Gericht verantworten. Und er versicherte den Nachbarn: "Mit Blaulicht und Martinshorn zu fahren, ist kein Spaß."

Zu viele Autos auf der Wasserwerkstraße?

Nachbarn des Sportplatzes an der Wasserwerkstraße sind nicht erfreut über die vielen Autos, die während der  der Veranstaltungen bei ihnen parken – unter anderem auf dem Bürgersteig. Vor allem für Kinder sei die Straße dann unübersichtlich und gefährlich. Was tun? Ein Anwohner sprach sich für einen Parkplatz auf einer Grünfläche aus – womit er unbeabsichtigt Christine Hoefer auf den Plan rief: Die Voxtruperin stand auf: "Ein Stück Natur wegzunehmen – das finde ich nicht gut." Sie brachte die Stichworte Versiegelung und Kulturlandschaft ins Spiel.

Osnabrücker Wildblumenmischung für Insekten

Um die Natur ging es auch in einem Vortrag, den die Stadtverwaltung auf die Tagesordnung gesetzt hatte: Frank Bludau vom städtischen Fachbereich „Umwelt und Klimaschutz“ stellte das Osnabrücker Bienenbündnis vor und legte den Voxtrupern die Osnabrücker Wildblumenmischung mit 40 Kräutern und drei Grassorten nahe. Jeder könne damit zum Schutz der Insekten beitragen. Die Wildblumenmischung werde in zwei Wochen unter anderem im der Tourist-Information an der Bierstraße und im Museum am Schölerberg erhältlich sein. Die Stadt informiert darüber auch im Internet auf der Seite osnabrueck.de/bienenbuendnis. Die Voxtruperin Christine Hoefer hatte noch eine weitere Idee für den Naturschutz: "Führen Sie die Baumschutzsatzung wieder ein!"


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