Ist das Klimawandel? Meteorologe Sven Plöger mit kabarettistischem Auftritt in Osnabrück

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Sven Plöger sprach im Museum am Schölerberg zum Klimawandel. Foto: Hermann PentermannSven Plöger sprach im Museum am Schölerberg zum Klimawandel. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Sven Plöger, Meteorologe und Wettermoderator des ARD, referierte im Museum für Natur und Umwelt in Osnabrück anlässlich dessen 30. Geburtstags zum Thema „Klimawandel – gute Aussicht für morgen?!“.

Der Sommer war heiß – keine Frage. Aber ist das Klimawandel? Mit dieser Frage läutete Plöger den Vortrag ein. Mit dem Wetter steige das Interesse am Klimawandel, so Plöger. Der mit 200 Plätzen ausverkaufte Saal bestätigte das, weitere Gäste konnten den Vortrag als Liveübertragung im Planetarium sehen.   

Auch ein ernstes Thema kann man mit Humor nehmen, fand Plöger und brachte das Publikum immer wieder zum herzhaften Lachen: Er erläuterte Bilder auf Schwyzerdütsch, erzählte Anekdoten und nahm das schwere Thema fast kabarettistisch leicht.

Wetter und Klima

Besonders wichtig war Plöger die Unterscheidung von Wetter und Klima. Klima sei Statistik, Wetter dagegen das, was wir erleben, erklärte er. Er fragte das Publikum, ob es früher mehr geschneit hätte. Der Konsens war eindeutig: „Ja“. Mit der Statistik stimme das jedoch nicht überein, so Plöger. Sie zeigt, dass die Schneemenge  von Jahr zu Jahr nur leicht abnehme. „Wir haben ein sehr selektives Wetterwahrnehmen“ so Plöger.

Im Fernsehen sagt Plöger täglich das Wetter vorher, dabei liegt er nicht immer richtig, gab er schmunzelnd zu. Warum das so ist, erklärte er anhand großer Zahlen mit vielen Nullen. „So viele Teilchen beeinflussen das Wetter“ sagte Plöger, die Vorhersage sei dementsprechend schwer und für höchstens eine Woche möglich.

"Wetterschwankungen nichts Ungewöhnliches"

Den Klimawandel zeigte der Meteorologe anhand mehrerer Statistiken und gab dem Publikum mit auf den Weg, wie diese zu lesen seien: langfristig. Wetterschwankungen seien nichts Ungewöhnliches. Wichtig sei der Trend, der über mehrere Jahrzehnte oder Jahrhunderte zu beobachten ist. Etwa die Erderwärmung, sie sei zu 50 bis 75 Prozent vom Menschen verursacht, so Plöger.

Er erklärte ausführlich die Folgen dieser Erwärmung: schmelzendes Polareis, veränderter Jetstream und damit andere Hoch- und Tiefdruckgebiete. Diese blieben immer länger an einem Ort und führen zu extremer Dürre oder starken Regenfällen. So erkläre sich auch das lange Hoch, das den heißen Sommer in Europa verursachte. Einen abreißenden Golfstrom und eine dadurch entstehende Eiszeit gebe es nicht zu befürchten, erklärte Plöger auf Nachfrage aus dem Publikum. Diese Idee sei dem medialen Hang zur Übertreibung geschuldet.

Plögers Appell

Laut Plöger sind nun zwei Maßnahmen nötig: sich anpassen und die Emissionen senken. Politik sei hierfür wichtig, aber auch jeder einzelne könne dazu beitragen. Zum Beispiel beim Autofahren, mit ironischem Ton stellte Plöger die Frage in den Raum: „Muss ich zu meinen 85 Kilogramm Körpergewicht noch 3000 Kilogramm Blech mitnehmen?“ und beendete den Vortrag mit dem Appell: "Es kommt auf jeden einzelnen an."


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