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Dreieinhalb Monate geschlossen Osnabrücker Cinestar ab 30. August wieder geöffnet

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Nach dreieinhalb Monaten wird das Cinestar-Kino am Osnabrücker Hauptbahnhof am Donnerstag, 30. August, wiedereröffnet. Foto: Gert WestdörpNach dreieinhalb Monaten wird das Cinestar-Kino am Osnabrücker Hauptbahnhof am Donnerstag, 30. August, wiedereröffnet. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Nach dreieinhalb Monaten wird das Cinestar-Kino am Osnabrücker Hauptbahnhof am Donnerstag, 30. August, wiedereröffnet. Vorangegangen waren Uneinigkeiten zwischen Vermieter und Mieter, wer die Kosten für Modernisierungsarbeiten zu tragen hat.

Seit Anfang Mai war das größte Kino der Stadt wegen "technischer Probleme" geschlossen. Wie unsere Redaktion recherchierte, waren anstehende Modernisierungsmaßnahmen bei der Sicherheitstechnik Grund für die Schließung – und Auslöser eines Streits zwischen Vermieter und Mieter. Die Kontrahenten – die Solinger Bark Retail Osnabrück GmbH als Vermieter auf der einen und die Lübecker Cinestar-Gruppe auf der anderen Seite – waren sich offenbar uneinig darüber, wer die Kosten für die Arbeiten zu tragen hat.

Schließung war nicht kurzfristig

„Leider haben wir heute die Entscheidung treffen müssen, unser Filmtheater Cinestar in Osnabrück vorübergehend zu schließen“, ließ sich Cinestar-Geschäftsführer Oliver Fock seinerzeit in einer Pressemitteilung zitieren. „Es liegen im Haus diverse technische Probleme vor, für deren Beseitigung unser Vermieter zuständig ist. Leider hat er bis heute keine Maßnahmen zu deren Beseitigung ergriffen, was jetzt dazu geführt hat, dass wir den Betrieb nicht aufrechterhalten können.“ 

Anfang Mai ging Fock in der Pressemitteilung noch davon aus, dass die Schließung kurzfristiger Natur sein könnte – ein Trugschluss. Über mehr als drei Monate blieben die Türen des Kinos geschlossen. In der Zwischenzeit waren jedoch Arbeiten in Osnabrücks größtem Kino zu beobachten. Mindestens seit Mitte Juni wurde im Inneren des rund 2000 Plätze fassenden Lichttheaters gearbeitet. 

Eröffnung am 30. August

Am Donnerstag folgte schließlich die Ankündigung der Cinestar-Gruppe, das Kino am Theodor-Heuss-Platz in der kommenden Woche wiedereröffnen zu wollen. "Wir freuen uns, dass durch zahlreiche Arbeiten des Vermieters zwischenzeitlich ein mangelfreier Zustand erreicht wurde, der es uns erlaubt, wieder Gäste im Kino zu begrüßen", wird Geschäftsführer Fock in einer neuerlichen Pressemitteilung zitiert.

Aufhorchen lässt allerdings der zweite Teil des Zitats: "Allerdings sind der lange Schließungszeitraum des Hauses und dessen wirtschaftliche Folgen Themen, zu denen es unsererseits mit dem Vermieter weiterhin intensiven Gesprächsbedarf gibt.“ Was konkret damit ist, bleibt jedoch vorerst offen. Eine Anfrage unserer Redaktion blockte die Cinestar-Gruppe jedenfalls am Donnerstag ab. Unklar ist außerdem, welche Dimension die Einnahmeausfälle für das Kino angenommen haben. Die Bark Retail Osnabrück GmbH wollte sich am Donnerstag nicht zum Sachverhalt äußern.

Besondere Konditionen

Gleichzeitig kündigte die Cinestar-Gruppe an, die Wiedereröffnung mit besonderen Konditionen zu flankieren. So soll es mit dem "Osnabrücker Ticket" ab dem Eröffnungstag bis zum 26. September günstige Preise geben. Von Montag bis Mittwoch kostet jedes Ticket 5,50 Euro, von Donnerstag bis Sonntag 7,50 Euro. Kinder zahlen die ganze Woche über 4,50 Euro. Außer für 3D-Filme, für die ein Aufschlag von 3 Euro erhoben wird, fallen keine weiteren Zuschläge an.


Theodor-Heuss-Platz: Eine kurze Zeitreise

Die Geschichte des Kinos am Hauptbahnhof ist noch gar nicht so lang: Immer wieder gab es in der Vergangenheit Überlegungen, den Osnabrücker Bahnhofsvorplatz umzugestalten, so beispielsweise in den frühen 1980er- und späten 1990er-Jahren. Doch immer wieder kam etwas dazwischen, es folgten nur kleine kosmetische Umbauten wie zum Beispiel der Abriss einer Kioskreihe im Jahr 1985 ungefähr auf der Fläche des heutigen Spielcasinos. Bis zur Jahrtausendwende teilten sich Auto- und Busverkehr eine zubetonierte Fläche, die in südöstlicher Richtung von der Hauptpost flankiert wurde. 

Als diese überflüssig wurde, kam vor knapp 20 Jahren Bewegung auf den Bahnhofsvorplatz: Die OPG und der Osnabrücker Architekt Werner Hülsmeier bauten ein Parkhaus, fast parallel dazu entwickelte Hülsmeier den Gebäudekomplex, der heute unter anderem das Cinestar beheimatet.

Geräuschlos wurden beide Projekte nicht umgesetzt. Beim Parkhausbau kam es zu Verzögerungen aufgrund einer komplizierten Blindgängersuche, außerdem kritisierte die CDU eine angebliche Subventionierung des privaten Bauherren mit Steuergeldern. Nebenan lief es auch nicht nach Plan. In der Schlussphase des Innenausbaus ging plötzlich der Projektentwickler insolvent. Schon bei der Finanzierung des 50-Millionen-DM-Projekts war es zu Schwierigkeiten gekommen, als zunächst die West LB und später ein Münchner Immobilienfonds Rückzieher machten.

Seit November 2001 werden auf die sieben Leinwände des Kinos Filme projiziert. Zunächst betrieb die Ufa Theater GmbH das Kino, nach deren Insolvenz übernahm im April 2003 die heutige Cinestar-Gruppe.

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