Feiner, abwegiger Humor Max Goldt liest in der Lagerhalle in Osnabrück

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Alte und neue Texte liest Max Goldt am kommenden Mittwoch in Osnabrück. Foto: Axel MartensAlte und neue Texte liest Max Goldt am kommenden Mittwoch in Osnabrück. Foto: Axel Martens

Osnabrück. Max Goldt schreibt nicht nur wunderbar komische Geschichten, er kann sie auch ganz wunderbar rezitieren. Am Mittwoch, 5. September, trägt er alte und neue Texte in der Lagerhalle in Osnabrück vor.

Wenn schon Kollegen Max Goldt in höchsten Tönen loben, muss doch irgendwas dran an diesem schratigen Mann aus Berlin. „Dass Max Goldts Werk sehr komisch ist, weiß ja nun jeder gute Mensch zwischen Passau und Flensburg. Dass es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zu bieten hat, dass es wahre Wunder an Eleganz und Poesie enthält und dass sich hinter seinen trügerischen Gedankenfluchten die genaueste Komposition und eine blendend helle moralische Intelligenz verbergen, entgeht noch immer vielen, die nur aufs Lachen und auf Pointen aus sind“, sagt zum Beispiel Daniel Kehlmann über Max Goldt.

Max Goldt wurde 1958 in Göttingen als Matthias Ernst geboren. 1977 zog er nach seinem Abitur ins damalige West-Berlin, wo er vier Jahre später mit Gerd Pasemann Foyer des Arts gründete. Das Duo ritt eine zeitlang auf der Neuen Deutsche Welle mit und hatte mit den Stücken „Eine Königin mit Rädern untendran“, „Wissenswertes über Erlangen“ und „Ein Haus aus den Knochen von Cary Grant“ sogar kleine Hits. Die Texte und der Gesang stammten von Max Goldt.

Damals schon wurde sein feiner, abwegiger Humor ersichtlich. Als „Onkel Max“ schrieb er später Kolumnen für die Satire-Zeitschrift „Titanic“ und erlangte immer größere Bekanntheit. Viele dieser Texte sind in Büchern zusammengefasst worden.

„Es ist jene fein ziselierte, mitunter unorthodox gedrechselte und verwirbelte Sprache, die am Ende aber doch immer wieder genau zum Punkt kommt, die Goldts Texte gerade heutzutage so einzigartig und viele seiner Formulierungen so zitierfähig machen“, schrieb der Kritiker dieser Zeitung über die bislang letzte Lesung Goldts in Osnabrück im Dezember 2016. Auch da las er aus alten und neuen Texten. Für all jene, die nicht zu Lesung am Mittwoch gehen können, wird es Zeit für ein neues Buch. Die letzte Veröffentlichung stammt ebenfalls aus 2016 und war eine Kompilation von Texten.

Max Goldt, Lagerhalle, Osnabrück, Mi., 5. 9., 20 Uhr, Eintritt: 17 Euro. Kartentelefon: 0541/338740.


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