"Schinkel isst bunt" am Samstag Bürgerdinner soll Bewohner in Osnabrück-Schinkel zusammenführen

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Am Marktplatz an der Ebertallee findet das Bürgerdinner „Schinkel isst bunt“ statt. Foto: Archiv/Jörn MartensAm Marktplatz an der Ebertallee findet das Bürgerdinner „Schinkel isst bunt“ statt. Foto: Archiv/Jörn Martens

Osnabrück . Kurz nachdem Osnabrück-Schinkel ins Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen wurde, findet am Samstag, 25. August, von 17 bis 22 Uhr auf dem Marktplatz in der Ebertallee erstmals ein Bürgerdinner statt. Das Motto lautet „Schinkel isst bunt“.

Bewohner des Stadtteils sind eingeladen, Essen und Trinken nebst Geschirr und Besteck selbst mitzubringen und gemeinsam zu feiern. Die Tische stellt die Stadt zur Verfügung, die Teilnahme ist kostenlos.

Programm "Soziale Stadt" gab den Anstoß

Die Idee entstand im Zuge der Bewerbung um Aufnahme des Stadtteils in das Bund-Länder-Förderprogramm Soziale Stadt, erläutert Martin Niemann, Leiter des Heinz-Fitschen-Hauses. Bevor die Stadt vor mehr als einem Jahr den Förderantrag eingereicht hat, hatten Stadt, ein Planungsbüro, Initiativen aus dem Schinkel sowie Bürger in diversen Workshops erarbeitet, was die Schwächen des Stadtteils sind.

(Lesen Sie auch: Heinz-Fitschen-Haus in Schinkel soll teils neu gebaut werden)

Hauptergebnis: Schinkel hat nach außen ein schlechtes Image, doch wer dort lebt, lebt dort gerne. Das Problem: „Viele Kulturen leben hier – aber nebeneinander und zu wenig miteinander“, sagt Martin Niemann. Das Bürgerdinner soll sie näher zusammenführen.

Am Samstagabend wird ein Moderationsteam über den Platz gehen, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, kündigt die Stadt an. Diese Gespräche sollen dann live auf einer Leinwand übertragen werden.

Das wird sich im Schinkel tun

Deutlich wurde bei den diversen Analysen für die Bewerbung um das Förderprogramm auch, dass dem Stadtteil ein zentraler Platz fehlt, so Niemann. Durch das Programm werden sowohl soziale Projekte finanziert als auch bauliche Veränderungen. Es geht um mehrere Millionen Euro, die Finanzierung wird zu je einem Drittel aufgeteilt zwischen Stadt, Land und Bund.

Das Sanierungsgebiet ist mit beantragten 88 Hektar sehr groß. Als bauliche Schwachstellen analysierten die Planer unter anderem die Verkehrssituation an der Buerschen und Mindener Straße und den Mangel an grünen Plätzen, die zum Verweilen einladen.

Einige werden kaum erreicht

Aber auch soziale Projekte gehören dazu. Viele Bewohner des Stadtteils werden bereits durch die Mitarbeiter des Jugend- und Familienzentrums Heinz-Fitschen-Haus erreicht. Durch die soziale Stadt wird es zusätzlich ein Quartiermanagement geben. Und das sei auch sinnvoll, sagt Martin Niemann. Etwa an der Buerschen Straße würden weder sein Team noch das Team des Jugendzentrums Ostbunker die Bewohner erreichen.

Zum Bürgerdinner hätten sich bislang bereits 250 bis 300 Teilnehmer angemeldet, sagt Niemann. Anmeldungen sind auch jetzt noch möglich unter Tel. 05 41/7 70 09 24 oder per E-Mail: info@heinz-fitschen-haus.de


Schinkel in Zahlen

Mit über 14.000 Bewohnern ist Schinkel der drittgrößte Osnabrücker Stadtteil – und flächenmäßig der drittkleinste. Mehr als 30 Prozent der Menschen beziehen staatliche Unterstützungsleistungen. Jedes zweite Kind lebt unterhalb der Armutsgrenze. 28,5 Prozent beträgt der Anteil der Alleinerziehenden. In keinem anderen Osnabrücker Stadtteil leben so viele Migranten: Ein Viertel der Bewohner hat einen ausländischen Pass, 27 Prozent sind Deutsche mit Migrationshintergrund.

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