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Kreis Steinfurt setzt sich für Linie ein Flughafenbus fährt vorerst offenbar doch weiter aus Osnabrück

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Der Kampf von Fluggästen, Pendlern und FMO-Mitarbeitern für den Flughafenshuttle hat sich gelohnt: Die Linie X150 scheint Perspektive zu haben. Foto: Archiv/Jean-Charles FaysDer Kampf von Fluggästen, Pendlern und FMO-Mitarbeitern für den Flughafenshuttle hat sich gelohnt: Die Linie X150 scheint Perspektive zu haben. Foto: Archiv/Jean-Charles Fays

Osnabrück/Greven. Der Flughafenbus fährt vorerst offenbar doch weiter aus Osnabrück zum FMO. Die für Ende August geplante Einstellung der Linie X150 zwischen Osnabrück und dem Flughafen Münster/Osnabrück scheint für die nächsten Monate vom Tisch zu sein. Der Kreis Steinfurt will die Kosten zumindest bis Ende Oktober übernehmen, wie die „Westfälischen Nachrichten“ („WN“) am Mittwoch berichteten.

Der Sprecher des Kreises Steinfurt, Jan Schlieper, bestätigte die Informationen auf Anfrage unserer Redaktion. Das Blatt hatte aus einem Schreiben des Steinfurter Landrats Klaus Effing zitiert, wonach der Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert ihm zugesichert habe, sich dafür einzusetzen, dass die Stadt sich künftig mit einem fünfstelligen Betrag am Defizit des Flughafen-Shuttles beteiligen werde. Der Kreis Steinfurt werde in einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses am 12. September vorschlagen, die Linie X150 künftig im Auftrag des Kreises Steinfurt zu fahren. Wenn ein entsprechender Beschluss gefasst werde, könne der Kreis eine neue Konzession bei der Bezirksregierung Münster beantragen.

Den „WN“-Informationen zufolge will der Kreis künftig auf der Strecke aber ein so stark abgespecktes Angebot bieten, dass die Beteiligung der Stadt Osnabrück die Hälfte des Defizits abdeckt. Damit steht fest, dass der Bus im kommenden Jahr nicht mehr so häufig fahren wird.

Stadtwerke: 300.000 Euro Jahresdefizit

Die Stadtwerke prognostizieren das Jahresdefizit bislang auf rund 300.000 Euro. FMO-Chef Rainer Schwarz sagte auf Anfrage unserer Redaktion, dass das Defizit in den vergangenen Jahren im Schnitt aber lediglich zwischen 200.000 Euro und 250000 Euro betragen habe. Aktuell beteilige sich der FMO mit knapp 90.000 Euro am Betrieb der Linie X150 von Osnabrück über Ladbergen (Kreis Steinfurt) zum FMO.

Kostenübernahmeerklärung des Kreises Steinfurt an die Stadt Osnabrück

Da Landrat Effing verhindern möchte, dass die Linie wie geplant zum 31. August eingestellt wird und den Verkehr dann erst nach einigen Monaten wieder aufnimmt, bat der Kreis Steinfurt die Stadtwerke Osnabrück, die auslaufende Konzession bei der niedersächsischen Landesverkehrsgesellschaft zu verlängern. Der Kreis Steinfurt will 50.000 Euro bezahlen und eine Kostenübernahmeerklärung an die Stadt Osnabrück abgeben, damit der Verkehr ab September im Auftrag des Kreises Steinfurt vorläufig weitergeführt werden kann.

Erlaubnis zur befristeten Fortführung der Linie X150 beantragt

Auf Anfrage unserer Redaktion sagte der Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer, dass die Stadtwerke bereits eine Erlaubnis zur befristeten Fortführung der Linie X150 beantragt habe. Wenn die Konzession für ein halbes Jahr verlängert wird, dann besteht für diesen Zeitraum auch eine Betriebspflicht. Der Steinfurter Landrat geht aber davon aus, dass auch eine Entbindung von dieser Betriebspflicht möglich ist, wenn der Steinfurter Kreistag oder der Osnabrücker Stadtrat den Plänen nicht zustimmen sollten.

CDU für einen Neustart der Linie

CDU-Stadtratsfraktionchef Fritz Brickwedde hält eine direkte Busverbindung von Osnabrück zum FMO für positiv. Die Entscheidung zur Einstellung der Linie sei lediglich wegen der schwachen Nachfrage gefällt worden. Er betont: „Wenn jetzt der Kreis Steinfurt Träger der Buslinie wird und der FMO eine Kampagne für eine Nutzung des ÖPNV zwischen Osnabrück und FMO durchführt und sich damit das Defizit deutlich verringern würde, wäre ich für einen Neustart der Buslinie.“

SPD: Ist es gerechtfertigt, Steuergelder für den FMO-Bus auzugeben?

Auch SPD-Stadtratsfraktionschef Frank Henning begrüßt das Engagement des Kreises Steinfurt, schränkt jedoch ein: „Da aber nach wie vor Steuergelder verausgabt werden, egal ob Steinfurter oder Osnabrücker, bleibt die entscheidende Frage, ob es gerechtfertigt ist, Steuergelder für den FMO Bus auszugeben, wenn dort im Schnitt nur 1,2 Fahrgäste pro Fahrt befördert werden.“ Henning will das Thema im Aufsichtsrat der Stadtwerke Osnabrück ansprechen: „Dann werden wir sehen, wie es weitergeht.“

FMO-Chef: Osnabrücker Marketing und Tourismus GmbH sollte stärker für die Linie werben

FMO-Chef Rainer Schwarz freute sich über das Engagement des Kreises Steinfurt und forderte, die Attraktivität der Linie künftig zu steigern. Dabei forderte er auch, dass die Osnabrücker Marketing und Tourismus GmbH sich stärker einbringt, um für den Flughafenshuttle zu werben. Der FMO selbst werde stärker auf die Reisebüros zugehen, um auch den Flughafenbus besser zu vermarkten.


Haltestellen der Linie X150 zum FMO

Hauptbahnhof Osnabrück (Bussteig 3)

Neumarkt (Bussteig A1)

Universität / OsnabrückHalle

Arndtplatz

Uhlandstraße

Hiärm-Grupe-Straße

Kurt-Schumacher-Damm

Ladbergen Autohof

Ladbergen Ortsausgang

Ladbergen Kreisverkehr (Ortsmitte)

Ladbergen Abzweigung Grevener Straße

Greven Flughafen Münster/Osnabrück

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