Thema Opiatabhängigkeit Amerikaner dreht Kinofilm in Osnabrück

Von Viktoria Koenigs

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Gruppenfoto hinter den Kulissen bei den Dreharbeiten zum Film „Sin“. Die Dreharbeiten fanden in Osnabrück statt. Im Bild von links: Raul Salaimanov aus Kirgisistan, Mark Kyriacou aus England, Joshua Clay aus den USA und Viviane Kakerbeck aus Deutschland. Foto: ClayGruppenfoto hinter den Kulissen bei den Dreharbeiten zum Film „Sin“. Die Dreharbeiten fanden in Osnabrück statt. Im Bild von links: Raul Salaimanov aus Kirgisistan, Mark Kyriacou aus England, Joshua Clay aus den USA und Viviane Kakerbeck aus Deutschland. Foto: Clay

Osnabrück. Ein Film, der in Osnabrück und mit Osnabrücker Schauspielern gedreht wurde – das gibt es nicht alle Tage. Regisseur und Schauspieler Joshua Clay aus den USA veröffentlichte am Sonntag den Trailer zu seinem Film „Sin“. Er problematisiert die Gefahren von starken Schmerzmitteln.

Kameras in der Bar „The Red Shamrock“, Stative und Mikrofone vor dem Theater und am Heger Tor in Osnabrück. An diesen Orten fanden Teile der Dreharbeiten für „Sin“ statt. Seit 2015 arbeitete Joshua Clay, der selbst die Hauptrolle spielt, an seinem Film.

Clay selbst leidet an chronischen Schmerzen, die er seit Jahren mit starken Schmerzmitteln behandelt. Davon handelt auch sein etwa 90-minütiger Film. Der dreht sich um einen Opioid-Abhängigen, der versucht, seinen Lebensumständen zu entkommen und dabei in kriminelle Machenschaften hineingezogen wird.

Clay sagt über sein Werk: „Das Ziel dieses Films ist es, eine verdammt gute Geschichte zu erzählen und das Bewusstsein für chronische Schmerzen und die Gefahren von Opioiden zu schärfen. Letztes Jahr töteten Opioide mehr Amerikaner als der gesamte Vietnamkrieg“.

Hintergrund ist die jahrzehntelange Verschreibungspraxis von US-Ärzten, die Patienten selbst stärkste Schmerzmittel mit vergleichsweise leichter Hand verordnet haben, und das oft über lange Zeiträume. In der Folge gelten Millionen von US-Amerikanern als opioidabhängig. Aber auch in Deutschland gibt es Expertenschätzungen zufolge rund 150.000 Betroffene.

Clays erster Spielfilm

Bisher drehte Clay Kurzfilme, für die er mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet wurde. Seinen bisher ersten Spielfilm möchte er zunächst bei Filmfestivals vorstellen, um zum einen mehr Aufmerksamkeit für die Problematik und seine Geschichte zu bekommen, zum anderen, um Sponsoren für größere Projekte zu finden. Danach soll „Sin“ auch in lokalen Kinos in Osnabrück gezeigt werden.

Die Dreharbeiten fanden komplett in Osnabrück statt. Clay stammt gebürtig aus dem US-Bundesstaat Georgia. Mittlerweile lebt er in Osnabrück zusammen mit seiner Freundin Viviane Kakerbeck, die auch eine Rolle in „Sin“ spielt. Seine Heimat verließ Clay unter anderem aufgrund des US-Gesundheitssystems: Wegen seiner chronischen Krankheit benötige er regelmäßig Medikamente, die er sich dort nicht leisten könne.

Trailer im Netz

Derzeit gibt es „Sin“ nur in englischer Sprache. Allerdings arbeitet Clay bereits an deutschen Untertiteln, wie Viviane Kakerbeck erzählt. Den Trailer kann man sich auf der offiziellen „Sin“-Website www.sin-themovie.com/ anschauen.


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