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Nachtclubs willkommen Stadt stellt Planungsentwurf für Güterbahnhofsgelände in Osnabrück vor: Clubs dürfen bleiben

<em>Der Güterbahnhof</em> biete sich für vielfältige Nutzungen an, sagt die CDU-Ratsfraktion. Foto: Gert WestdörpDer Güterbahnhof biete sich für vielfältige Nutzungen an, sagt die CDU-Ratsfraktion. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Die Discos und Nachtclubs am Güterbahnhof haben sich zwar im Provisorium eingerichtet, aber sie sind der Stadt auch in Zukunft willkommen. Das geht aus dem Vorentwurf für den Bebauungsplan hervor, der vom 6. bis zum 31. Mai öffentlich ausliegt. Für das 22 Hektar große Areal des Güterbahnhofs ist eine gewerbliche Nutzung vorgesehen.

Für die Bahn ist der Güterbahnhof entwidmet, jetzt haben die Planer freie Bahn. Zwei Varianten schickt der Fachbereich Städtebau ins Rennen. Die Unterschiede liegen im Wesentlichen in der Verkehrsführung.

Variante 1 sieht einen ungewöhnlichen Doppelkreisverkehr für den Kreuzungsbereich Hamburger Straße, Frankenstraße und Dammstraße vor. Der Kreisel soll die Form eines Ovals bekommen, weil der Platz unter der Eisenbahnunterführung eingeschränkt ist. Nach Auskunft von Franz Schürings, dem Leiter des Fachbereichs Städtebau, wäre der Kurvenradius des Kreisverkehrs auch an der schmaleren Seite ausreichend dimensioniert für einen schweren Sattelzug. Markantes Merkmal der Planungsvariante 1 ist, dass die Frankenstraße ihre bisherige Bedeutung behielte. Als Nachteil dieser Lösung sehen die Planer, dass die versetzte Kreuzung ein zügiges Abfließen des Verkehrs verhindert.

In der Variante 2 entsteht vor der ehemaligen Güterabfertigung eine große Ampelkreuzung, und die Frankenstraße wird auf die östliche Seite des Bahndamms verschwenkt. So könnte der Verkehr der Hamburger Straße nahezu geradlinig in Richtung Hannoversche Straße geführt werden. Als Nachteil dieser Lösung werden die hohen Kosten angesehen, die für den Durchstich des Bahndamms erforderlich sind.

Güterhalle bleibt stehen

Beide Planungsvarianten sehen vor, das Güterbahnhofsgelände über eine Ringstraße zu erschließen. Wegen der Lärmbelastung durch die benachbarten Bahnanlagen komme nur eine gewerbliche Nutzung infrage, heißt es im Fachbereich Städtebau. Gastronomie und Vergnügungsstätten sollen ausdrücklich einbezogen werden, Spielhallen und Einzelhandel jedoch nicht.

Die Absicht des neuen Eigentümers, in der ehemaligen Güterhalle ein Zentrum für die Evangelische Freikirche Lebensquelle einzurichten, ist mit den Plänen der Stadt kompatibel. So sieht der Entwurf für den Bebauungsplan auch vor, die Güterhalle und das ehemalige Abfertigungsgebäude zu erhalten.

Das gilt auch für den denkmalgeschützten Ringlokschuppen an der Hamburger Straße, der schon mehrfach als Teil einer größeren Veranstaltungsarena im Gespräch war. Die übrigen DB-Gebäude, in denen sich zum Teil Kulturinitiativen eingerichtet haben, sind jedoch für den Abriss vorgesehen.

Der Plan lässt Raum für weitere Zukunftsprojekte: Nicht bebaut werden dürfen die Flächen, die für eine neue Eisenbahnverbindung zwischen der Nord-Süd-Trasse und der Ost-West-Achse erforderlich sind. Diese Kurve könnte an die Stelle der sogenannten Schinkelkurve treten, die jetzt die Funktion erfüllt.

Eingeflossen sind auch die Überlegungen, einen neuen Zugang Ost für den Hauptbahnhof einzurichten. Es handelt sich um ein Überbleibsel der Pläne von einem „Terminal Ost“. Durch einen Fußgängertunnel soll der Bahnhof ohne große Umwege von der Ostseite aus erreichbar werden.

Bürgerbeteiligung: Bis zum 31. Mai sind die Entwürfe im Internet unter www.osnabrueck.de zu sehen, außerdem liegen sie im Fachbereich Städtebau (Hasemauer 1) öffentlich aus. In dieser Phase der frühzeitigen Bürgerbeteiligung können Einwände und Änderungsvorschläge eingebracht werden, die in das weitere Verfahren eingehen.


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