Füllhorn voller handgemachter Musik „Folk im Viertel“ lockte zahlreiche Besucher in die Altstadt

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Osnabrück Sieben Folk-Bands unterschiedlichster Couleur traten im Heger-Tor-Viertel auf und begeisterten das Publikum mit handgemachter Musik aus aller Welt.

Schon am frühen Abend konnte man in der Altstadt Menschen beobachten, die T-Shirts mit einer auffälligen Botschaft trugen: „Have a drink ya bastards“. Die Aufforderung, sich anständig einen hinter Binde zu kippen, ist das Motto der Band Muirsheen Durkin & Friends, die zu fortgeschrittener Stunde im Saal der Lagerhalle den Höhepunkt der Veranstaltung „Folk im Viertel“ bildete.

Einmal im Jahr laden der Verein Fokus und die Lagerhalle zu dem beliebten Open-Air-Treffen der Folkfreunde ins Heger-Tor-Viertel ein. Wer folkloristische Musik der unterschiedlichsten Couleur mag, war an dem lauen Sommerabend auf den Beinen: Ob vor dem Stadtgalerie-Café, an der Rolandsmauer oder in der Krahnstraße, es bildeten sich so dichte Menschentrauben, dass es zum Teil kein Durchkommen mehr gab.

International war die Besetzung einiger Bands, die in diesem Jahr engagiert worden waren. So stammt Kaurna Cronin, der vor dem Kulturhaus auftrat, aus Australien. Drei Musikerkollegen, ein Gitarrist, eine Bassistin und ein Schlagzeuger, begleiteten den Sänger mit der sanften Stimme, der so einfühlsam Geschichten aus seinem Leben erzählte. Bisweilen reicherte er seine Lieder mit einer Mundharmonika an und zeigte so, dass Bob Dylan sein großes Vorbild ist.

Jazz-Experimente und Musik aus Brasilien

Das Publikum war begeistert und kaufte dem Australier zahlreiche CDs ab, um seine Songs mit nach Hause nehmen zu können.

Brasilianische Wurzeln zeichnen die Gitarristin und Sängerin Elis Roseira aus, die mit der Cellisten Catherine Bent in der Marienstraße Aufstellung bezogen hatte. Fasziniert folgte das Publikum den Kompositionen, mit denen sie Jazz-Experimente und die traditionelle Musik Brasiliens miteinander verbanden. In der Krahnstraße dachte man dagegen, es mit waschechten amerikanischen Hillbillies zu tun zu haben. Unter den Arkaden spielte das Duo Old Time Hayride Country- und Bluegrass-Songs, mit Twang von Gitarre und Mandoline sowie dem typischen zweistimmigen Gesang, der vom Leben in Virginia und Kentucky erzählte.

Tatsächlich handelt es sich bei dem Duo jedoch um einen Niederländer und einen Osnabrücker Musikstudenten, die hier authentisch für Atmosphäre sorgten.

Falsche Italiener

Dass Ombre di Luci keine waschechten Italiener sind, wissen Osnabrücker seit über 20 Jahren. Im gut besuchten Innenhof des Hauses der Jugend begeisterte die Band um Sänger Marcus Tackenberg mit Liedern von ihrem aktuellen Album „Cuore d’oro“ sowie einigen Klassikern wie „La Bicicletta“, bei dem Tackenberg sein sonores Gesangsorgan eindrucksvoll in tiefe Bassregionen sinken ließ.

Nicht nur hier wurde getanzt. Zu den heiteren, zum Teil aber auch ziemlich patzigen Liedern von Lüül kam das Publikum schon bald vor der Lagerhalle in Schwung. Das langjährige Mitglied des Berliner Salonorchesters 17 Hippies war mit seinem Soloprojekt angereist und präsentierte, begleitet von Bass, Akkordeon und exotischen Instrumenten wie dem Theremin, sein neues Album „Fremdenzimmer“. Mit rauer Stimme sang der Berliner herrlich zynische Texte über Jäger, Menschenvermesser und Party People.

Für die keltische Folkabteilung und einige deutsche Lieder auf Platt war die Band Malbrook zuständig, die vor dem Stadtgalerie-Café Menschentrauben zum Verweilen animierte, bevor schließlich Muirsheen Durkin & Friends in der Lagerhalle mit ihrem rockenden Irish Folk für ein furioses Finale sorgten.


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