110 Stände auf dem Flohmarkt Wüstenstraße wurde für einen Tag zur Fußgängerzone

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Wüstenstraßenfest. Foto: Thomas OsterfeldWüstenstraßenfest. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Buntes Treiben im Schritttempo: Zum achten Mal machten Flohmarktstände die Wüstenstraße wieder zur Fußgängerzone. An 110 Ständen gab es am Samstag für kleines oder manchmal großes Geld nahezu alles von A wie Aschenbecher bis Z wie Zottelfell zu erwerben.

Man muss wirklich keine dieser Versteigerungsplattformen im Internet besuchen, wenn man das Herumstöbern liebt und nach Schnäppchen Ausschau hält. Auf den Flohmärkten der Region ist nahezu alles zu haben, was jemals irgendwo auf diesem Planeten zu Konsumzwecken produziert worden ist. Der Flohmarkt beim Wüstenstraßenfest machte da keine Ausnahme.


Biermütze. Foto: Thomas Osterfeld


Anwohner Jochen Conen hatte feine Kristallgläser zu verkaufen, ein paar schicke Kopfbedeckungen aus Fell und analoge Kameras und Zubehör. „Die Fotosachen sind nicht gefragt. Heute rennt ja jeder mit einem Smartphone herum und knipst. Richtig fotografieren, so mit Bildkomposition und solchen Dingen, das tun nur noch wenige.“ Trotzdem gingen die Geschäfte gut an diesem Tag, erklärte er, wobei er zur Bekräftigung seiner Aussage ein Bündel Geldscheine aus der Tasche zog.

Bücher ein Auslaufmodell?

Gegenüber am Stand gab es Bücher. Die Standbetreiberin, die ihren Namen nicht nennen wollte, mutmaßte, dass Bücher inzwischen fast ein Auslaufmodell sind. „Es gibt kaum Interesse, die Leute werfen einen Blick drauf und sind schon am nächsten Stand. Vielleicht waren es ja Buchtitel wie der von Willy Brandt mit „Der Wille zum Frieden“, die heute nicht mehr aktuell anmuten.


Foto: Thomas Osterfeld


Was wegging wie geschnitten Brot war Kinderkleidung, Kinderschuhe und Kinderspielzeug. Ebenso begehrt war das gastronomische Angebot. Frisch zubereitete afrikanische Speisen, die gute, alte deutsche Bratwurst und Kuchen, Kuchen, Kuchen. „Von jedem Standbetreiber nehmen wir fünf Euro und einen selbstgebackenen Kuchen“, erklärte Volker Fürmeyer vom Organisationsteam. Deshalb war die Auswahl auch riesengroß.


Star-Wars-Figuren. Foto: Thomas Osterfeld


Einen besonderen Clou hatten sich die Anwohnerkinder Anouk, Mattis, Maite und Luise einfallen lassen. Sie verkauften Fruchteis, das sie in den vergangenen Tagen selbst zubereitet und bei Mama in die Kühltruhe gelegt hatten. Sechs Sorten waren im Angebot, und wenn einer der vielen Besucher des Wüstenstraßenfestes eines bestellte, wurde das über Walkie-Talkie nach oben zur Wohnung im zweiten Stock durchgegeben und Mama Carmen ließ einen Korb mit der Bestellung am Seil herunter: Arbeitsteilig und mit einem hohen Spaßfaktor für alle Beteiligten.


Eisproduktion auf Zuruf boten (von links): Anouk, Mattis, Maite und Luisa. Foto: Thomas Osterfeld


Eisproduktion auf Zuruf: Anuk am Walkie-Talkie. Foto: Thomas Osterfeld


Zum Abschluss des Wüstenstraßenfestes, so war es ursprünglich geplant gewesen, hatte eigentlich eine Band die Anwohner der Wüstenstraße in Tanzlaune versetzen sollen. Der Programmpunkt, so erklärte Volker Fürmeyer, war wegen der Erkrankung zweier Musiker gestrichen worden. Vielleicht kam sich aber ja auch ohne Musik näher.


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