Zuschuss für Ausbildung und Studium Bistum und Caritas vergeben Stipendien

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Zwanzig jungen Leuten verliehen Caritasdirektor Franz Loth (ganz links) oder Generalvikar Theo Paul (ganz rechts) Stipendien für Ausbildung oder Studium. Foto: Uwe LewandowskiZwanzig jungen Leuten verliehen Caritasdirektor Franz Loth (ganz links) oder Generalvikar Theo Paul (ganz rechts) Stipendien für Ausbildung oder Studium. Foto: Uwe Lewandowski

Osnabrück. Zwanzig junge Leute, die im vergangenen Jahr einen Freiwilligendienst absolviert haben, erhalten für drei Jahre einen Zuschuss für Studium oder Ausbildung. Zum fünften Mal haben Bistum und Caritasverband Osnabrück Stipendien vergeben.

Helden gesucht. Dieser Song von Thomas Godoj stand am Ende der Stipendienverleihung von Bistum und Caritasverband Osnabrück. Hannah Altevogt präsentierte ihn, die im April einen Freiwilligendienst im Hospiz abgeschlossen hat. Und sie sang ihn für andere junge Alltagshelden, die im vergangenen Jahr einen Freiwilligendienst beim Bistum oder der Caritas absolvierten und jetzt für ihre weitere Ausbildung ein Stipendium bekamen.




Drei Jahre lang werden achtzehn junge Frauen und zwei Männer gefördert: mit 300 Euro monatlich für ein Studium oder eine kostenpflichtige Ausbildung, mit 150 Euro, wenn sie in der Ausbildung schon Geld verdienen. Die Bedingung: ein vorheriger Freiwilligendienst und die erklärte Absicht, nach der Ausbildung mindestens eine Zeitlang in einer kirchlichen Einrichtung zu arbeiten. „Wenn nicht, muss die Hälfte des Stipendiums zurückgezahlt werden“, sagt Ann-Cathrin Röttgen, die zuständige Referentin des Bistums Osnabrück. „Bislang gab es dabei aber noch keine Probleme. Das Bistum und der Caritasverband haben für fast jeden Beruf etwas zu bieten.“

Monya Kemper, Cara-Lea Haarmeier und Justus Schwegmann sehen in dieser Bedingung denn auch kein Problem. Für alle drei war der Freiwilligendienst über das Bistum „so super“, dass sie keine Berührungsängste haben. „Das ist doch eher eine Chance“, sagt Justus Schwegmann, der in Frankfurt-St. Georgen Theologie studieren will. „Aus Interesse am Fach, ob ich damit mal in die Gemeinde gehen will, weiß ich noch gar nicht.“

Monya Kemper hat ihr FSJ am Gymnasium Marianum in Meppen gemacht. „Eigentlich wollte ich Lehramt studieren“, sagt sie. Aber ihre Erfahrung in Vertretungsstunden und der Nachmittagsbetreuung haben sie davon abgebracht. „Ich bin dann in die Verwaltung der Schule gewechselt, und das hat mir total Spaß gemacht.“ Jetzt beginnt sie im katholischen Vitus-Werk eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation und freut auf die begleitenden Seminare, die sie als Stipendiatin besuchen wird.

Cara-Lea Haarmeier geht es genauso „Die persönliche Betreuung war im FSJ total wichtig“, sagt sie. Auch sie hat während des Jahres ihren Berufswunsch noch einmal gewechselt und beginnt nun eine Ausbildung zur Erzieherin. „Ich bin evangelisch und eher zufällig im FSJ an einen katholischen Sprachheilkindergarten geraten“, sagt sie. „Meine Erfahrungen dort waren super.“

Will die Kirche durch das Stipendium also rechtzeitig Nachwuchs rekrutieren? Auch, sagt Caritasdirektor Franz Loth. „Wir können viel über den Fachkräftemangel klagen - damit wird er nicht gelöst. Mit den Freiwilligendiensten lernen wir jungen Menschen kennen, die später vielleicht in unseren Einrichtungen arbeiten können. Zu denen möchten wir Kontakt behalten.“ Andererseits seien Freiwilligendienste einfach gut – für die Absolventen und für die Gesellschaft. „Die jungen Leute lernen das Arbeitsleben kennen, sie werden konfliktfähiger, entschiedener und vor allem lernen sie Menschen und Lebensbereiche kennen, die ihnen völlig neu sind.“ Gerade in einer Zeit, in der die sozialen Milieus immer weiter auseinanderdriften sei es wichtig, „den Blick für das Ganze“ zu bekommen.

Generalvikar Theo Paul betont als Vertreter des Bistums, dass Bildung im Sinne von Persönlichkeitsbildung mindestens so wichtig sei, wie die eigentliche Ausbildung. Dazu trage das Stipendium mit seinen begleitenden Kursen bei. „Ihr habt nicht nur das Messbare und Zählbare im Blick, sondern denkt nach über euch selbst, darüber, was und wer euch trägt, was euch wichtig ist, welche Wurzeln ihr habt und wohin ihr wollt. Dabei wollen wir euch unterstützen.“

Und das kommt offenbar an. Zumindest bestätigt Tabea Horstmann das, die bei der Verleihung der Zertifikate von ihrer gerade abgeschlossenen dreijährigen Stipendiatenzeit erzählte und den Neuen Mut machte. „Genießt die Zeit in vollen Zügen. Die Seminare sind eine große Bereicherung, und vor allem machen sie großen Spaß.“ Und Studium und Ausbildung natürlich auch – zumal mit kleiner finanzieller Unterstützung, die, wie Franz Loth scherzte, „bestimmt ganz besonders die Eltern freut“.


Die Stipendiaten

Jacqueline Kwaschny (Haselünne)

Julie Krümpelmann (Ankum)

Marie Helmers (Börger)

Maren Lübbe (Wallenhorst)

Marie-Lee Onnen (Badbergen)

Cara-Lea Haarmeier (Lotte)

Lea-Marie Janning (Haren)

Celine Leugers (Wallenhorst)

Theresa Warmbold (Twist)

Frederike Flerlag (Thuine)

Paul Lieble (Osnabrück)

Lea Robben (Haren)

Anna Kristin Albers (Lingen)

Nathalie Bejta (Meppen)

Anne Lambers (Lingen)

Jule Rupprecht (Georgsmarienhütte)

Sophie Wesselkamp (Wallenhorst)

Justus Schwegmann (Wallenhorst)

Monya Kemper (Meppen)

Leonie Schmitt (Lotte)

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