Gründungsfest am Samstag 125 Jahre Osnabrücker MGV „Liederkranz“ Haste

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Gestandene Herren mit Liebe zum Gesang: So zeigen sich die Sänger des MGV Liederkranz Haste bei einem gemeinsamen Ausflug 1921. Foto: Archiv MGV Liederkranz HasteGestandene Herren mit Liebe zum Gesang: So zeigen sich die Sänger des MGV Liederkranz Haste bei einem gemeinsamen Ausflug 1921. Foto: Archiv MGV Liederkranz Haste

Osnabrück. Ein Mozart-Lied stand auf den Notenblättern des ersten Konzerts, mit dem Sänger des MGV „Liederkranz“ Haste vor 125 Jahren zum ersten Mal an die Öffentlichkeit traten. Noch heute ist der Verein aktiv. Neben dem Gesang wird der Karneval großgeschrieben. Am Samstag, 18. August 2018, lädt der MGV zum Jubiläum an die Nackte Mühle ein.

„In noreni per ipe, in noreni cora. Tira mine per ito, ne domina“, tönt es leise aus dem Probenraum im Vereinsheim der Spielvereinigung Haste. Aber es sind keine Fußballer, die sich hier am Song „Conquest of Paradise“ versuchen, sondern gestandene Sänger. Unter der Leitung von Anke Mewis bereitet sich der MGV „Liederkranz“ auf sein Jubiläumsfest vor.

Begonnen hat sein Gesangsbetrieb 1893, als der neu gegründete MGV „Liederkranz Brüderlichkeit“ im Zelt bei Vereinswirt Fritz Eversmann gegenüber der Haster Mühle Mozarts „Brüder, reicht die Hand zum Bunde“ anstimmte und damit den Grundstein für eine langjährige und erfolgreiche Vereinsgeschichte legte.

Einige der damaligen Sänger hatten zuvor dem Gesangsverein der Osnabrücker Flachsspinnerei angehört, der 1892 aufgelöst worden war. Sie trafen sich nach dessen Ende „konspirativ“ in der Wohnung des späteren Ehrenmitglieds August Witte, wo die neue Vereinsgründung beschlossen wurde.

Die Neugründung hatte Bestand. Die Mitgliederzahl wuchs, ein festes Vereinslokal konnte bei Obermeyer an der Bramscher Straße gefunden werden, wo der „Liederkranz“ bis zur Schließung des Hotels im Jahr 2014 probte. Dem Ersten Weltkrieg hatten die Sänger Blutzoll zu entrichten, fünf von ihnen kehrten nicht zurück. Ein Erinnerungsstein befindet sich heute neben dem Kriegerdenkmal an der Hardinghausstraße.

Dennoch war der MGV inzwischen im kulturellen Leben Hastes tief verwurzelt. Auftritte zu unterschiedlichen Gelegenheiten, der Beitritt zum Deutschen Sängerbund, die Teilnahme an Gesangswettbewerben folgten, bis im Zweiten Weltkrieg das Gesangsgeschehen unterbrochen werden musste.

Nach dem Krieg formierte sich der „Liederkranz“ neu. Es folgten erfolgreiche Jahre, unter anderem gab es viel beachtete Konzertauftritte mit der britischen Militärkapelle sowie gemeinsam mit anderen Chören. Der Zulauf junger Sänger gestattete es dem Verein zudem, auf anderen Feldern aktiv zu werden. Hier ist besonders das Kostümfest zu nennen, das zur festen Institution geworden ist und bis heute die Verbundenheit der Haster zum Karneval dokumentiert. Der MGV nimmt zudem stets mit einem eigenen Motivwagen am Ossensamstagszug teil.

In der Gegenwart stehen in der Mitgliederliste rund 100 passive und 35 aktive „Liederkränzler“. „Wir mischen noch immer im Gesangsleben der Stadt kräftig mit“, erklärt der Erste Vorsitzende Rainer Wappler. Auftritte in der Osnabrück-Halle, in Kirchen und bei Gemeindefesten stehen auf dem Terminplan. Und auch vereinsinterne Veranstaltungen halten den MGV zusammen. Andreas Nieporte, der Stellvertreter Wapplers, nennt Ausflugsfahrten, Grillfeste, das traditionsreiche Grünkohlessen und eine Weihnachtsfeier.

Seit vier Jahren leitet zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte eine Frau den Gesangsbetrieb. Chorleiterin Anke Mewis aus Bramsche hat ihre Männerriege gut im Griff. Davon können sich die Besucher beim Jubiläumssommerfest am Samstag, 18. August 2018, an der Nackten Mühle am Östringer Weg überzeugen. Ab 15 Uhr eröffnet das Kuchenbüffet, eine Stunde später beginnt das Bühnenprogramm. Das bestreiten neben den Jubilaren die Ensembles von „Viva la Musica“, die Chorgemeinschaft MGV „Liedertafel“ Haste/KKV Osning, die „Nette-Girls“ und die „LKH-Boys“. Ab 18.45 Uhr ist ein „ultimatives, alternatives Gesangsgelage“ in der Art eines Rudelsingens für Jedermann geplant.


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