Aufnahme in Bund-Länder-Programm Osnabrück-Schinkel wird Soziale Stadt und bekommt Fördermittel

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Der Stadtteil Schinkel wird Sanierungsgebiet. Foto: Archiv/Jörn MartensDer Stadtteil Schinkel wird Sanierungsgebiet. Foto: Archiv/Jörn Martens

Osnabrück. Der Osnabrücker Stadtteil Schinkel ist in das Städtebauförderprogramm "Soziale Stadt" aufgenommen worden. Das teilten am Freitagmittag unabhängig voneinander die beiden Osnabrücker Landtagsabgeordneten Anette Meyer zu Strohen (CDU) und Frank Henning (SPD) mit. Für 2018 kann die Stadt bereits 666.000 Euro in den Schinkel stecken.

Ende Mai 2017 hatte die Stadt beantragt, dass ein 88 Hektar großes Gebiet im Schinkel in das Bund-Länder-Förderprogramm aufgenommen wird, mit dem vor einigen Jahren bereits das Rosenplatz-Quartier aufgewertet wurde. Das Sanierungsgebiet erstreckt sich grob auf den Bereich zwischen Mindener Straße (teils auch noch südlich davon) und Schinkelschleife und nördlich davon auf den Bereich zwischen Schützenstraße, Wesereschstraße/Ebertallee und Tiefstraße. Auch die Ecke Tannenburgstraße/Heiligenweg ist mit eingeschlossen.

Ziele der Sanierung sind unter anderem eine sozial- und umweltgerechte Stadtentwicklung, Perspektiven für junge Menschen zu schaffen, eine nachhaltige Mobilität zu installieren und Chancengleichheit durch Bildungsteilhabe zu erreichen sowie die Bekämpfung von Kinderarmut, erläutert Meyer zu Strohen. Auch der Umwelt- und Klimaschutz, die biologische Vielfalt, die Gesundheit und der soziale Zusammenhalt spielen eine große Rolle.

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"Ich freue mich sehr darüber, dass der Antrag der Stadt Osnabrück erfolgreich war und der Schinkel nun von den Fördermitteln profitieren kann", sagt Frank Henning. Und Anette Meyer zu Strohen betont: "Das ist ein wichtiger Impuls für unsere Stadt."

In das Rosenplatz-Quartier sind zwischen 2001 und 2016 9,5 Millionen Euro geflossen. Bund, Land und Kommune zahlten jeweils ein Drittel. Beim Schinkel sollte es ursprünglich um ein Gesamtvolumen in Höhe von 15 Millionen Euro gehen.

Es sei davon auszugehen, dass nach den ersten 666.000 Euro, die jetzt für 2018 bewilligt wurden, noch weitere Gelder folgen, sagt Meyer zu Strohen. Die Stadt müsse die Mittel Jahr für Jahr beantragen.

Außerdem würden über das Programm "Stadtgrün" in diesem Jahr 1,7 Millionen Euro Fördermittel für den Bereich Schlossgarten und Ledenhof bewilligt, so Frank Henning und Anette Meyer zu Strohen. In die Entwicklung der ehemaligen Kasernenflächen am Limberg in der Dodesheide fließen in diesem Jahr 400.000 Euro.

Die drei Projekte sind Teil von insgesamt 202 Maßnahmen, die das Land Niedersachsen in diesem Jahr fördert. Dafür stehen Bundes- und Landesmittel in Höhe von insgesamt rund 121,4 Millionen Euro zur Verfügung.


Schinkel in Zahlen

Mit über 14000 Bewohnern ist Schinkel der drittgrößte Osnabrücker Stadtteil – und flächenmäßig der drittkleinste. Mehr als 30 Prozent der Menschen beziehen staatliche Unterstützungsleistungen. Jedes zweite Kind lebt unterhalb der Armutsgrenze. 28,5 Prozent beträgt der Anteil der Alleinerziehenden. In keinem anderen Osnabrücker Stadtteil leben so viele Migranten: Ein Viertel der Bewohner hat einen ausländischen Pass, 27 Prozent sind Deutsche mit Migrationshintergrund.

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