Weltschmerz und Selbstzweifel The Soft Moon in der Kleinen Freiheit

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Besessen:  Luis Vasquez in der Kleinen Freiheit.  Foto: André HavergoBesessen: Luis Vasquez in der Kleinen Freiheit. Foto: André Havergo

Osnabrück. Einen düsteren Auftritt legte Darkwave-Epigone Luis Vasquez alias The Soft Moon in der Kleinen Freiheit hin.

Dass draußen noch die Sonne schien, war schnell vergessen, als der amerikanische Postpunk- und Darkwave-Epigone Luis Vasquez mit Lichtgewitter und metallisch hämmernden Industrial-Beats den nur eine knappe Stunde währenden Auftritt seines Projekts The Soft Moon in der gut besuchten Kleinen Freiheit startete. Begleitet von Bassist Luigi Pianezolla und Schlagzeuger Matteo Vallicelli, der auch das Vorprogramm bestritt, waren die Einflüsse der düsteren The Cure-Phase der frühen Achtzigerjahre mit klirrender Gitarre, hypnotischen Bassläufen und schepperndem Schlagwerk unüberhörbar. Doch die Weltwut, Monotonie und atmosphärische Finsternis wurde stets noch ein wenig weitergetrieben. 

Persönliche Psychohygiene

Besessen von seiner Musik, schrie sich Vasquez qualvoll seine Verzweiflung aus dem Leib und vertonte seinen Weltschmerz mit überwältigender musikalischer Wucht - mitunter auch recht melodiös wie etwa bei „It Kills“ aus dem aktuellen „Criminal“-Album. Nicht nur mit E-Drums-Kaskaden schlugen The Soft Moon auf alles ein, was die negative Befindlichkeit ihres Masterminds zu verantworten hat. In „The Pain“ zeigte sich Vasquez von Selbstzweifeln zerfressen. „How Can You Love Someone Like Me?“, sang er mit schmerzverzerrtem Gesicht. Wohl selten ist Musik als persönliche Psychohygiene so authentisch und offenkundig.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN