Neumarkt soll Wohlfühloase werden FDP Osnabrück will Busse aus der oberen Johannisstraße verbannen

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Die FDP möchte Busse aus der oberen Johannisstraße dauerhaft verbannen. Foto: Jörn MartensDie FDP möchte Busse aus der oberen Johannisstraße dauerhaft verbannen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Osnabrücker FDP-Ratsfraktion fordert die dauerhafte Schließung der vorderen Johannisstraße für den Busverkehr. „Wir stellen uns hier eine Kombination aus Fußgängerzone und Fahrradstraße vor,“ wird der stadtentwicklungspolitische Sprecher Oliver Hasskamp in einer Mitteilung zitiert.

Zurzeit ist die Johannisstraße Großbaustelle, weil die Stadtwerke dort Kanäle und Leitungen erneuern. Anschließend bekommt die Straße eine neue Betondecke, in derselben Optik, die dann auch der Neumarkt erhalten soll. Die Bauarbeiten in der Johannisstraße werden noch etwa zwei Jahre dauern, von Seiten der Kaufleute hagelt es Kritik an der Stadt - verbunden mit Existenzängsten durch schmerzhafte Umsatzeinbußen. 

Die FDP blickt aber noch mehr auf die Zukunft des Neumarktes und die Frage, ob der nun busfrei oder nicht sein soll. Zurzeit ist eine Machbarkeitsstudie in Arbeit, die aufzeigen soll, ob der städtische ÖPNV auch funktionieren würde, wenn Busse nicht länger über den Neumarkt fahren würden. Nach den ersten Zwischenergebnissen hat sich die SPD vor einer Woche bereits positioniert. Für die Ratsfraktion ist ein ÖPNV-freier Neumarkt „nur schwer vorstellbar“, wie sich Fraktionschef Frank Henning zitieren ließ. 

Kritik an der SPD

Als "eine reine Farce" kritisiert die FDP nun, dass die SPD seinerzeit überhaupt zugestimmt hat, die Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen. Wer sich an politische Abmachungen nicht halte, nämlich das Ergebnis der Studie abzuwarten, sei kein verlässlicher Partner. Ähnliche Kritik äußerten auch schon Linke, CDU, Bund Osnabrücker Bürger (BOB).  

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Die FDP meint: Nachfrageschwache Buslinien könnten genauso wie einige Überlandlinien am Hauptbahnhof halten und mittels Zubringer zum Neumarkt fahren. „Warum gibt es keine zusätzliche Haltestelle vor Galerie Kaufhof?“, so Hasskamp. Hierdurch könne direkt der Handel an Möserstraße und Öwer de Hase profitieren und die Busse könnten anschließend vor dem Landgericht halten. Eine Querung des Neumarkts sei so nicht notwendig. Auch der Adolf-Reichwein-Platz könne als offizielle „Neumarkthaltestelle“ mit eingebunden werden.

Die Machbarkeitsstudie werde verschiedene Möglichkeiten der Linienführung aufzeigen, die dann politisch bewertet und gewollt sein müssen. 

„Ein autofreier Neumarkt mit hoher Busfrequenz entspricht jedenfalls nicht einer Wohlfühloase und passt nicht in unser Gesamtkonzept Innenstadt, der für uns von der Osnabrück-Halle bis zum Berliner Platz geht“, so Hasskamp.  


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