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19.08.2018, 11:30 Uhr KOMMENTAR

Es ist schließlich unser Müll

Kommentar von Dietmar Kröger

Kleinste Plastikpartikel schwimmen im Klärwasser und sind nur schwer auszufiltern. Foto: Michael SchwagerKleinste Plastikpartikel schwimmen im Klärwasser und sind nur schwer auszufiltern. Foto: Michael Schwager

Osnabrück. Müssen in Duschgel, Zahnpasta und all den anderen Kosmetika kleine Plastikkügelchen sein? Nur damit es auf der Haut etwas rubbelt? Sauberer werden wir damit auch nicht und die Müdigkeit vertreibt auch kaltes Wasser.

Offensichtlich hilft noch nicht einmal das Wissen darum, dass wir unser ganzes Plastik zurückbekommen – und zwar bis auf den Teller. Die nicht mehr vom Wasser trennbaren Rückstände finden sich schon heute zum Beispiel in Fischen wieder, die wir als oftmals teure Delikatesse mit Genuss verzehren. Beim Wissen um die Rückstände, die sich in unserer Nahrung anreichern, sollte uns allen allerdings langsam der Genuss vergehen.

Vor allem aber sollte uns die Lust auf Produkte vergehen, die diese Probleme verursachen. Es liegt in der Hand der Verbraucher, darauf zu achten, dass die Kläranlagen nicht immer wieder aufs Neue vor unlösbare Aufgaben gestellt werden, weil die Industrie mal wieder mit einem neuen Produkt Kasse machen will. Der Verbraucher zahlt doppelt: einmal beim Kauf, dann bei der Entsorgung, die – weil immer komplizierter und aufwändiger – auch immer teurer wird. 

Der Aufschrei des Protests ist schon jetzt zu erahnen, wenn die Stadtwerke demnächst doch die Abwassergebühren erhöhen müssen. Ernst zu nehmen ist er nicht. Es ist schließlich unser Müll.


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