Fischsterben in Münster Droht den Osnabrücker Gewässern das Schicksal des Aasees?

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Der Rubbenbruchsee ist deutlich tiefer als der Aasee – daher rechnet die Stadt nicht damit, dass der bei den Osnabrückern beliebte Rubbenbruchsee umkippen wird. Archivfoto: Michael GründelDer Rubbenbruchsee ist deutlich tiefer als der Aasee – daher rechnet die Stadt nicht damit, dass der bei den Osnabrückern beliebte Rubbenbruchsee umkippen wird. Archivfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Erst Fische, nun Enten: Der Aasee in Münster hat einen Herzinfarkt erlitten. Viele Fische und inzwischen auch einige Wasservögel sind verendet. Droht dem Osnabrücker Rubbenbruchsee dasselbe Schicksal? Die Stadt meint, das sei unwahrscheinlich. Bei vielen anderen Gewässern könne sie sich aber nicht sicher sein.

Etwa 80 Prozent der Fische im Aasee waren vergangene Woche durch die anhaltende Hitze und den dadurch bedingten Sauerstoffmangel verendet. Mit Hochdruck kämpft die Stadt um den Restbestand. Nun sind auch Enten und andere Wasservögel verendet – an Botulismus oder einer von Blaualgen verursachten Vergiftung.

Nach dem massenhaften Fischsterben wegen Sauerstoffmangels im Aasee kämpft die Stadt Münster mit Hochleistungspumpen um die Rettung der verbliebenen Fische. Foto: dpa

Bei kleineren Gewässern „nicht auszuschließen”

Die Stadt Osnabrück glaubt nicht, dass dem Rubbenbruchsee dasselbe Schicksal drohen könnte. Entscheidend sei die Tiefe: Während der Aasee maximal zwei Meter tief ist, ist der Rubbenbruchsee bis zu 24 Meter tief, sagt Gerhard Meyering, Sprecher der Stadt Osnabrück. „Der ist so tief, daher gehen wir nicht davon aus, dass der umkippt.” 

Bei tieferen Seen wie dem Rubbenbruchsee dauere es wesentlich länger, bis sich das Gewässer aufheize, ergänzt Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz. Die Fische könnten sich in tiefere und zugleich kühlere Lagen zurückziehen. Wassertemperatur, Algenproduktion und Sauerstoffkonzentration bedingen sich.

Bei kleineren Gewässern und Regenrückhaltebecken hingegen sei ein Fischsterben wie in Münster „nicht auszuschließen”, sagt Meyering.

Rund 100 Gewässer in der Stadt

Sicher sein kann sich die Stadt jedenfalls nicht, denn sie misst die Sauerstoffkonzentration in ihren rund 100 Seen und Regenrückhaltebecken nicht. „Dafür haben wir weder Personal noch Geräte”, sagt Meyering. Die Münsteraner Wasserbehörde sei da wesentlich besser aufgestellt. Daher habe die Stadt keine Erkenntnisse, ob es in einigen Gewässern bereits kritische Werte gibt. Ebenso wenig ist der Stadt bekannt, ob einige Gewässer mit Blaualgen zu kämpfen haben. „Wir reagieren dann, wenn uns über die Polizei, Feuerwehr, Emsos [Ereignismeldesystem Osnabrück, Anm. d. Red.] oder direkt Fischsterben gemeldet werden”, sagt Meyering.

100 tote Fisch im Wüstensee

Zu einem Tiersterben wie am Aasee ist es in Osnabrück bislang nicht gekommen. Bekannt sind der Stadt rund 100 Fische, die vor rund zwei Wochen im Wüstensee verendeten. Die Feuerwehr wälzte ihn danach mit Pumpen um, um den Sauerstoffgehalt zu steigern.

Der Wüstensee in Osnabrück-Wüste. Foto: Google

Stadt aber nicht planlos

Droht ein See umzukippen, ist die Stadt aber nicht unvorbereitet. Mit den Stadtwerken haben sie einen Plan erstellt, „dass diese bei auftretenden Fischsterben in einem ihrer mehr als 80 Regenrückhaltebecken das THW für Umpumpaktionen einsetzen würde”, sagt Meyering. Die Freiwilligen Feuerwehren sei derzeit schließlich schon mit dem Bewässern der städtischen Bäume beschäftigt.

Die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte gießt Bäume an der Blankenburg in Osnabrück. Foto: Swaantje Hehmann



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