Kein Bus mehr nach Hörne Bürger und Stadtwerke Osnabrück diskutieren über Linie 92

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Sauer über die geplante Streichung der Buslinie 92: Bürger aus Hörne diskutierten mit den Stadtwerken über Alternativen. Foto: Gert WestdörpSauer über die geplante Streichung der Buslinie 92: Bürger aus Hörne diskutierten mit den Stadtwerken über Alternativen. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Sonderlich gut genutzt wird die Buslinie 92 nicht, weshalb die Stadtwerke sie gerne streichen wollen. Aber einige Nutzer gibt es eben doch – und die möchten den Bus nach Hörne gerne behalten.

Fährt ab Herbst 2019 kein Bus mehr von und nach Hörne? Das zeichnete sich im Juni bei der Vorstellung des neuen Busliniennetzes der Stadtwerker ab. Wegen der sofort einsetzenden Aufregung über den drohenden Wegfall der Linie versprachen die Stadtwerke einen Extratermin für die dortigen Bürger. Gut 70 von ihnen kamen und diskutierten mit den Verantwortlichen über mögliche Lösungen.

Sonderlich beliebt scheint die derzeit existierende Buslinie 92 bei den Menschen in Hörne nicht zu sein. Zählungen hätten ergeben, dass zu wenig Menschen den Bus nutzten, konnte Thomas Schniedermann als zuständiger Fahrplan-Leiter mitteilen. Bei fast 70 Prozent der gezählten Fahrten zwischen Hörne und der Haltestelle „OKD-Straße“ sitzt kein einziger Fahrgast im Bus, wissen die Stadtwerke. Aktuell seien bei den anderen Transfers von 6 bis 20 Uhr zwischen den Haltestellen „Hörne“ und „Hörner Bruch“ 19, zwischen „Hörner Bruch“ und „OKD-Straße“ 29 und zwischen „OKD-Straße“ und dem Bushalt „Nordhausweg“ 66 Fahrgäste zugestiegen, belegte Schniedermann.

Einwand aus dem Kreis der 70 Bürger aus Hörne und Sutthausen: Die ermittelten Fahrgastzahlen seien angesichts des heißen Sommerwetters nicht repräsentativ. Es müssten auch die kälteren Monate mit einbezogen werden. Hier konnte Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes entgegenhalten: „Wir wissen, dass im Winter mehr Menschen den Bus nutzen, aber die Zahlen verdoppeln sich nicht.“ Tatsächlich brauche es für einen wirtschaftlichen Busbetrieb eine dreistellige Zahl an Fahrgästen.

Dann müsse halt die Linienführung geändert werden, lautete ein anderer Einwand der Bürger. „Dass wir aus Hörne durch die Wüste geschickt werden, ist doch unattraktiv“, so die auch von anderen geteilte Meinung. Schniedermann wusste darauf wenig zu entgegnen. Die aktuelle Linienführung sei 2007, mithin vor seiner Zeit bei den Stadtwerken, eingeführt worden. „Ich vermute aber, dass es auch damals schon Gründe gab, den Bus von und nach Hörne aus auch durch die Wüste fahren zu lassen“, meinte Schniedermann.

Aufgrund der Empörung ob der drohenden Kappung Hörnes vom Busnetz hatte Schniedermann zwei Alternativvorschläge erstellen lassen: Der eine sieht eine Verlängerung des bisherigen 20-Minuten-Taktes auf einen Stundentakt vor. Der andere sieht eine Anbindung von Hörne an die geplante Linie M2 in Hellern und eine Weiterführung zum Klinikum vor. Dies könne in einem 60-Minuten-Takt durch eine Kleinbuslinie realisiert werden, die nur bei Bedarf fahren würde, vielleicht nach vorheriger Anmeldung.

„Wo bleiben Sie als Fahrgäste?“, hielt Rolfes der überwiegend sachlich geäußerten Kritik entgegen, die sich nun an einem möglichen 60-Minuten-Takt entzündete. „Ein Bus macht nur dann Sinn, wenn zur gleichen Zeit eine gewisse Menge an Menschen in die gleiche Richtung will. Für Einzelne ist der Bus das falsche Verkehrsmittel“, definierte der Stadtwerke-Vorstand.

Letztlich zeichnete sich eine Art Kompromiss ab: Die Kleinbuslinie soll nicht einen Schlenker über die Haltestelle „Kleine Schulstraße“ in Hellern fahren, sondern müsste eine Anbindung auf direktem Weg über den Hörner Weg zur „Spitze“ nehmen. Außerdem soll geprüft werden, ob die Linie auch im 30-Minuten-Takt verkehren kann. Und: Die Stadtwerke wollen die Busverbindungen für Schüler aus Hörne im Auge behalten.

Aktiv will man in Hörne aber weiterhin bleiben. Noch vor dem Ratsentscheid über die Reform des Busnetzes im Oktober soll der Kontakt zu den Ausschussmitgliedern gesucht werden.


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