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17.08.2018, 15:01 Uhr FILIALE MUSS UMZIEHEN – ABER WOHIN?

Nächste Bewährungsprobe für Modehaus Sinn in Osnabrück

Kommentar von Sebastian Stricker

Die Sinn-Filiale in Osnabrück braucht bis zur Eröffnung des geplanten Einkaufszentrums am Neumarkt einen Übergangsstandort. Foto: David EbenerDie Sinn-Filiale in Osnabrück braucht bis zur Eröffnung des geplanten Einkaufszentrums am Neumarkt einen Übergangsstandort. Foto: David Ebener

Osnabrück. Die Osnabrücker Sinn-Filiale ist sturmerprobt. Wiederholt brachten Unternehmenskrisen das Geschäft ins Wanken. Aber es fiel nicht. Diesmal könnte es anders kommen. Schuld sind ein auslaufender Mietvertrag für das Geschäft in der Johannisstraße und das lange Warten aufs Neumarkt-Shoppingcenter. Ein Kommentar.

Entlassungen, Pleiten, Übernahmen – all das hat das bis vor wenigen Wochen als Sinn Leffers bekannte Modehaus in Osnabrück weggesteckt. Auch die Insolvenz der Kette im Jahr 2017 konnte der Filiale letztlich wenig anhaben. Der größte Einkaufsmagnet in der leidgeprüften Johannisstraße überstand sie ohne äußerliche Blessuren. 

Jetzt droht erneut das Aus. Und diesmal ist keine wirtschaftliche Schieflage der Grund, sondern ein Mietvertrag, der ausläuft, lange bevor das künftige Sinn-Domizil, das Einkaufszentrum "Oskar", seine Türen öffnet. 

Am 31. Januar 2019 ist Schluss an der altbekannten Adresse. Pläne des künftigen Haus- und Grundstückseigentümers List Develop Commercial (LDC), der hier ein Hotel mit Fitnessstudio und Läden bauen will, zwingen Sinn zum Umzug. Aber wohin? Einen Ersatzstandort in geeigneter Lage und Größe zu finden wird schwer. Hier werden die Hagener wohl schmerzhafte Kompromisse eingehen müssen. Misslingt die Suche, könnten bis zu 35 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Und viele Stammkunden aus Stadt und Region ihren Lieblingsausstatter.

Immerhin: Ab voraussichtlich Ende 2020 ist die Zukunft des in Osnabrück tief verwurzelten Modehauses wieder gesichert. Mit Eröffnung des geplanten Shoppingcenters am Neumarkt will auch Sinn als Ankermieter durchstarten. Ein scheinbar nahtloser Übergang wäre dafür jedoch allemal die bessere Voraussetzung als eine Rückkehr mit kompliziertem Neuaufbau.


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