Refill-Initiative wächst Warum Geschäfte in Osnabrück Trinkwasser zum Mitnehmen anbieten

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Das Spielecafé Osnabrett ist eine von 16 Refill-Stationen in Osnabrück. Foto: Gert WestdörpDas Spielecafé Osnabrett ist eine von 16 Refill-Stationen in Osnabrück. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Die Idee ist einfach: Wenn der Durst ruft, füllen Geschäfte oder Cafés in Osnabrück die mitgebrachte Flasche mit Trinkwasser auf. Kostenlos. Erkennbar ist die Alternative zum Getränk in der Einwegflasche am Logo an der Tür.

Seit einigen Wochen ziert das hellblaue Logo von Refill eine weitere Tür. Das Spielcafé Osnabrett an der Dielingerstraße ist die 16. Refill-Station in Osnabrück. Zuvor haben sich verschiedene Geschäfte, Cafés und Restaurants oder die Universität Osnabrück angeschlossen – und ein Fitnessstudio in Lotte.

Mit dem hellblauen Logo zeigen die teilnehmenden Läden, dass sie kostenfrei Trinkwasser ausschenken. Foto: Refill Deutschland

Mit dem Logo an der Tür macht Besitzer Andy Petsch deutlich, dass man dort seine wiederverwendbare Trinkflasche kostenlos auffüllen lassen kann: "Es geht darum, dass hier niemand durstig durch die Stadt laufen muss." Auch zuvor hätte er jedem die Wasserflasche aufgefüllt. Der Aufkleber mit dem Logo verdeutliche es eben offiziell.

Bisher kamen jedoch kaum Passanten ins Osnabrett, um das Refill-Angebot zu nutzen. "Ich glaube, das Konzept ist noch relativ unbekannt", sagt Petsch. Auch im Bekanntenkreis müsse er immer wieder erklären, was hinter Refill steckt. 

Mitmachen kann jeder, bekräftigt Gründerin Stephanie Wiermann: "Alle, die einen Wasserhahn haben und bereit sind Wasser auszuschenken." Im März 2017 hat sie die nachhaltige Bewegung aus Bristol nach Deutschland geholt. Dort laufe das Projekt seit 2015 erfolgreich, erklärt sie.

Refill-Gründerin Stephanie Wiermann Foto: Sabine Büttner/Refill Deutschland

Mit der bundesweiten Initiative will sie dem Plastikmüll den Kampf ansagen. Quasi die mit Trinkwasser gefüllte Flasche als gesunde und umweltfreundliche Alternative zum Getränk in der Plastik-Einwegflasche. Davon werden laut Deutscher Umwelthilfe jeden Tag rund 43 Millionen verbraucht. Mit der Energie allein für die Herstellung könnten 400.000 Einfamilienhäuser ein Jahr lang beheizt werden, wird auf deren Internetseite vorgerechnet. "Plastikmüll ist ein drängendes Problem, das wir haben", betont Wiermann.(Weiterlesen: Wie verpackungsfreie Läden den Markt revolutionieren wollen)

Seit dem Start in Hamburg haben sich schnell weitere Städte angeschlossen – auch Osnabrück. "Wir waren hier relativ früh dabei", sagt Franziska Ohnheiser. Mit Sarah Karow-Lodter führt sie den Unverpacktladen Tara. Zusammen organisieren sie ehrenamtlich die Stationen der Refill-Stadt Osnabrück. Verstärken so die Herzensangelegenheit Müllvermeidung und Nachhaltigkeit. Partner sind die Stadtwerke, die etwa die Aufkleber oder die Homepage sponsern. 

Hemmschwelle senken

Dadurch wollen sie ein Netzwerk bieten; hoffen, dass sich durch die Gemeinschaft ein Mitmach-Effekt einstellt. "Ich sehe eine große Aufgabe der Aufkleber darin, dass man Flagge bekennt", sagt Ohnheiser. Das hellblaue Logo an der Eingangstür soll die Hemmschwelle senken, nach Leitungswasser zu fragen: "Das Trinkwasser ist so super in Deutschland."

Die Nachfrage in Osnabrück schwankt noch, bestätigt Ohnheiser. Befürchtungen von Gastronomen, der Umsatz würde durch die Teilnahme sinken, hätten sich nicht bestätigt. "Es ist ganz einfach eine Flasche mitzunehmen", betont sie. Zur Not tut es auch ein Marmeladenglas.

Für Gründerin Wiermann steht das langfristige Ziel im Vordergrund, die Menschen zum ökologischen Umdenken zu bewegen: "Veränderung braucht Zeit." Sie vergleicht es mit dem Stoffbeutel für den Einkauf statt einer Plastiktüte. Eine Wasserflasche mitzunehmen sei ebenso eine Angewohnheit, an die man sich gewöhnen müsse.


Refill in Osnabrück

Unter https://refill-deutschland.de/osnabrueck/ gibt es einen Überblick über die Refill-Stationen in Osnabrück. Wer bei Refill mitmachen will, findet dort auch Kontaktinformationen.

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