Wünsche im Trommelfeuer Gruppe Hoshidaiko feiert japanisches Tanabata-Fest

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Traditionelle Trommelkunst: 
              
               Mitglieder der Taiko-Gruppe Hoshidaiko beim Aufwärmen für das Tanabata-Matsuri in der TSV-Sporthalle am Bahnhof.  Foto: Thomas OsterfeldTraditionelle Trommelkunst:  Mitglieder der Taiko-Gruppe Hoshidaiko beim Aufwärmen für das Tanabata-Matsuri in der TSV-Sporthalle am Bahnhof.  Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Nicht Kirsch-, sondern Papierblüten standen in Zentrum des traditionellen Tanabata-Festes, zu dem die Deutsch-Japanische Gesellschaft und die Taiko-Trommelgruppe Hoshidaiko vor und in der Sporthalle des TSV Osnabrück eingeladen hatte.

Zwischen altem Wasserturm und Humboldtbrücke erinnerten die Veranstalter an die Geschichte der fleißigen Weberin Orihime, die Stoffe für die Kimonos der Götter machte und durch ihren Vater und Himmelsgott mit dem Rinderhirten Hikoboshi verkuppelt wurde. Als die beiden aber vor lauter Liebe ihre Arbeit vergaßen, trennte er sie wieder – mit Ausnahme eines jeden siebten Abends des siebten Monats. Dann trafen sie sich dank einer vom Vogel Kasasagi gebauten Brücke auch dann, wenn der Wasserstand im Fluss der Milchstraße sich durch Regen erhöht hatte. Erzählt wurde die Tanabata-Sage in drei Sprachen und in Form eines liebevoll gemalten und ausgeschnittenen, auf einem Fahrrad platzierten, hölzernen Papiertheaters (Kamishibai). Selbst Papier bemalen, beschriften und in Origami-Manier falten konnten nicht nur die kleinen Gäste am langen Basteltisch, der in der Turnhalle aufgebaut worden war. Alle durften ihre Wünsche aufschreiben und an Bambuszweige hängen, die an den Wänden rankten.

Kollektive Rhythmusarbeit

Während draußen zwei große Pagodenzelte und Essstände aufgebaut waren, schmückte eine Lampionkette in den japanischen Nationalfarben den Raum. Aus Lautsprechern war Vogelgezwitscher und Grillengezirpe zu vernehmen. Jedenfalls so lange, bis die gastgebende Wadaiko- oder kurz: Taiko-Formation Hoshidaiko mächtig laut und energisch auf die Trommelfelle schlug. Mit an japanischer Kampfkunst angelehnten Choreographien lieferten die derzeit 15 „Sterntrommler“ eine beeindruckende Kostprobe ihres Könnens. Kollektive, fein koordinierte, Körper und Geist gleichermaßen beanspruchende und herausfordernde Rhythmusarbeit sorgte dabei nicht nur für perfekten Gleichklang, sondern auch für Meditation auf martialische Art – bis mit dem gemeinsam mit den Gästen gesungenen und von der Querflöte begleiteten Tanabata-Lied leisere Töne angeschlagen wurden.  

Dem Himmel übergeben

Mit „traditionellem Input“ habe er die Stücke komponiert, verriet Taktangeber Werner Domanski, der die offene und gemischte Trommelgruppe vor 14 Jahren ins Leben gerufen hat. Unter den Gedicht- und Wunschzetteln (Tanzaku), die am Ende des Festes (Matsuri) zeremoniell dem Element Feuer und damit einer höheren Himmelsmacht übergeben wurden (Otakiage), befand sich auch sein eigener. Unter anderem wünscht sich Hoshidaiko „eigene Räumlichkeiten“. Man darf also gespannt sein, wo das Tanabata-Fest im nächsten Jahr stattfinden wird.


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