Möwe: Werden das nicht überleben Johannisstraße Osnabrück: Baustopp im Weihnachtsgeschäft unnötig?

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Osnabrück. Osnabrück Die Beschwerde-Serie über die Baustelle in der Osnabrücker Johannisstraße reißt nicht ab. Drastische Worte hat bei der ersten Baustellensprechstunde im Baucontainer an der Ecke Süsterstraße am Dienstag Rolf Osmers von der Möwe GmbH gewählt: „Wir werden uns damit abfinden müssen, die zweijährige Bauzeit nicht zu überleben“, sagte er.

Die Möwe betreibt seit 16 Jahren „Jonathans Laden“ in der Straße, verkauft dort gebrauchte Möbel, Kleidung sowie Bücher und qualifiziert dabei Langzeitarbeitslose, die sonst keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. 40 Prozent weniger Kunden würden den Weg in den Laden finden, berichtete Osmers. „Die Laufkundschaft fehlt bei uns völlig.“ Das Ergebnis: 20 bis 25 Prozent Umsatzeinbußen. Kunden hätten keine Veranlassung mehr, den Weg über den Neumarkt in die Johannisstraße zu suchen. Zusammen mit anderen Mitgliedern der Interessengemeinschaft südliche Innenstadt will die Möwe ein Schild aufstellen, um in der Baustelle im Bereich des Neumarkts darauf hinzuweisen, dass die Läden weiterhin zu erreichen sind.

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Pause zum Weihnachtsgeschäft stößt auf Ablehnung

Vertreter von Stadt, Stadtwerken und der ausführenden Baufirma Dieckmann erläuterten den weiteren Verlauf der Bauarbeiten. Auf große Skepsis stieß der Plan, die Baustelle für das Weihnachtsgeschäft drei Monate ruhen zu lassen bei Rolf Osmers von der Möwe und Elke Schulte, Geschäftsführerin des Schuhauses Bröcker, das übrigens auch den Quick-Schuh-Laden betreibt. „Das wollen wir nicht“, betonte Schulte. „Von welchem Weihnachtsgeschäft reden wir hier überhaupt? Es kommt doch eh keiner mehr in die Straße“, kommentierte Osmers. Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer erinnert daran, dass es Wunsch der Ratspolitiker war, die Baustelle für das Weihnachtsgeschäft ruhen zu lassen. „Uns hat keiner gefragt“, sagte Schulte. Und Osmers Frage, was das provisorische Flicken der Baustellenlöcher für diese Pause überhaupt kosten soll, verhallte unbeantwortet. Nun wollen die diversen Baustellenverantwortlichen noch einmal eruieren, ob der Baustopp von der Mehrheit der Kaufleute gewünscht ist oder nicht. Kurzfristig könnten die Pläne noch geändert werden.

Es wird noch lauter

Zwischen Neumarkt und Seminarstraße sind mittlerweile die Gas- und Wasser-Hausanschlüsse verlegt, erläuterte Fritz-Dieter Rosche von der SWO-Netz-GmbH der Stadtwerke. Am 27. August soll der Bau der Regen- und Schmutzwasserkanäle in diesem Bereich beginnen, erklärte Dieckmann-Oberbauleiter Ralf Klimpel. Dafür kämen ein Bagger und später noch ein spezieller Saugbagger hinzu. Doch Klimpel redete nicht groß drumrum: „Die Lärmbelästigung wird steigen.“ Mehrmals betonte er, dass die Baustellenmitarbeiter jederzeit ansprechbar und behilflich seien.

Die Baufirma hat außerdem bereits einen Antrag auf Nachtarbeit bei der Stadt gestellt, sodass sie im Zwei-Schicht-Betrieb arbeiten könnte, falls der Fertigstellungstermin in Gefahr geraten sollte. „Auch da wird es an uns nicht scheitern“, versicherte er.

Weitere Baustellensprechstunde am Mittwoch, 15. August

Da unsere Redaktion den Termin der Baustellensprechstunde in der Printausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung falsch angekündigt hatte (er fand bereits am Dienstag und nicht erst am Mittwoch statt), haben Stadt und Stadtwerke einen weiteren Termin eingerichtet: Auch am heutigen Mittwoch, 15. August, können sich Bürger um 13 Uhr im Baucontainer informieren. Die nächste Baustellensprechstunde findet statt am Dienstag, 28. August, ebenfalls um 13 Uhr und ab dann immer alle zwei Wochen dienstags, 13 Uhr.

Baustellensprechstunde im Container Johannisstraße/Süsterstraße. Foto: Jörn Martens


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