Aus für Standort Johannisstraße Modehaus-Kette Sinn sucht Übergangsfiliale in Osnabrück

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Die Tage der Sinn-Filiale in der Osnabrücker Johannisstraße sind gezählt. Ein auslaufender Mietvertrag zwingt die Modehaus-Kette spätestens Ende Januar 2019 zum Umzug. Wohin, ist unklar. Foto: David EbenerDie Tage der Sinn-Filiale in der Osnabrücker Johannisstraße sind gezählt. Ein auslaufender Mietvertrag zwingt die Modehaus-Kette spätestens Ende Januar 2019 zum Umzug. Wohin, ist unklar. Foto: David Ebener

Osnabrück. Die Modehaus-Kette Sinn (früher Sinn Leffers) muss schon bald ihre Filiale in der Osnabrücker Johannisstraße schließen. Grund ist der bevorstehende Bau eines Hotels am bisherigen Standort. Bis zum Einzug ins geplante Neumarkt-Center benötigt der Ankermieter damit ein Ausweichquartier. 35 Jobs stehen auf dem Spiel.

Der Mietvertrag des Hagener Mulitlabel-Anbieters endet am 31. Januar 2019 – und wird nach Informationen unserer Redaktion auch nicht verlängert. So bleiben dem Filialisten kaum mehr als fünf Monate, um eine Zwischenlösung zu finden. Andernfalls wäre Sinn für Jahre raus aus Osnabrück. 

Denn das neue Einkaufszentrum "Oskar", in dem die nach überstandener Insolvenz 2017 wieder erfolgreich wirtschaftende Modehaus-Kette fast ein Drittel der 16.500 Quadratmeter Verkaufsfläche einnehmen wird, soll erst Ende 2020 eröffnen. "Wir suchen händeringend einen Übergangsstandort", sagt Sinn-Generalbevollmächtigter Friedrich-Wilhelm Göbel. (Weiterlesen: Hotelpläne setzen Sinn Leffers in Osnabrück unter Druck)

Flagge zeigen bis zur Center-Eröffnung

Benötigt werde für "18 bis 24 Monate" ein Ladenlokal, das zwischen 1500 und 2500 Quadratmeter Platz bietet – also groß genug ist, um "wenigstens ein Basissortiment" anzubieten. Zentrale Lage oder Innenstadtnähe wären laut Göbel "schön", aber nicht zwingend. "Wir sind pragmatisch und gehen bei Bedarf auch an eine Ausfallstraße."

Entscheidend sei, weiterhin in Osnabrück "Flagge zu zeigen", erklärt der Sinn-Chef. Geschäftseinbußen nehme er für die Zeit des Übergangs billigend in Kauf. Hauptsache, der Betrieb gehe weiter – und zwar möglichst ohne Unterbrechung. (Weiterlesen: Investor stellt Bauantrag für Einkaufszentrum am Osnabrücker Neumarkt)


Soll einem Hotel mit Fitnessstudio und Läden Platz machen: das Modegeschäft Sinn in der Osnabrücker Johannisstraße – hier eine Aufnahme aus dem Frühjahr 2018. Foto: Michael Gründel

35 Arbeitsplätze in Gefahr

Göbel: "Eine Interimsfiliale bedeutet immer Verluste." Die Erfahrung zeige jedoch, dass es in einem 2000-Quadratmeter-Laden gelingen kann, 50 Prozent der aktuellen Umsätze zu halten. Oberste Priorität habe es für Sinn, "mit unseren Stammkunden vor Ort in Kontakt zu bleiben". Und den 35 Mitarbeitern in Osnabrück eine Perspektive zu bieten. Denn eins sei klar: Ohne adäquaten Ersatz für den Standort Johannisstraße sind ihre Arbeitsplätze kaum zu retten. (Weiterlesen: Dauerbaustelle als Umsatzkiller – Geschäftsleuten der Osnabrücker Johannisstraße reicht‘s)

Noch zeigt sich der Generalbevollmächtigte zuversichtlich, die schwierige Situation zu meistern. Das Unternehmen sei geübt in der Suche nach Interimsflächen. "In Bielefeld und Krefeld zum Beispiel ist uns das auch gelungen."

"Wir wollen unsere Mitarbeiter und Stammkunden halten"Sinn-Chef Friedrich-Wilhelm Göbel

Sinn habe sein Interesse an geeigneten Ladenlokalen "bei den bekannten Adressen in Osnabrück" bereits hinterlegt, sagt Göbel. "Ein, zwei Möglichkeiten" seien auch schon geprüft worden, hätten sich aber nicht realisieren lassen.

Hotelinvestor LDC feilt an Plänen

Unterdessen tüftelt die Firma List Develop Commercial (LDC) aus Oldenburg, nach eigenen Angaben ab 1. Februar 2019 Eigentümerin des Grundstücks an der Johannisstraße, weiter an ihren Plänen für eine gewerbliche Nachnutzung. Vorgesehen ist ein Hotel mit Fitnessstudio und Läden. Eine entsprechende Bauvoranfrage habe die Stadt positiv beschieden, bestätigt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage unserer Redaktion. Gespräche mit potenziellen Mietern würden zurzeit geführt. Ergebnisse seien aber nicht spruchreif.


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