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Sketche von Loriot im EMA „Ja wo laufen sie denn?“

Von Klaus Möllers

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Osnabrück. „Wo laufen sie denn? Ja wo laufen sie denn? Ach, ist das aufregend!“ Ja, aufregend ist es für den Rennbahnbesucher im Sketch. Witzig fürs Publikum ist die Szene immer, wenn Loriots Original zu sehen oder zu hören ist. Vielleicht verwendeten Jenny Calluso und Katja Bocklage deshalb lieber den O-Ton des im vergangenen Jahr verstorbenen Komikers. Auf der Bühne mimten sie zum Playback jene beiden älteren Herren, von denen einer von Pferderennen überhaupt keine Ahnung hat. „Ja wo laufen sie denn? Wo laaaufen sie denn?“

Playback als Stilmittel: Der Sketch kam am Samstagabend im Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium mit am besten an – weil er durch Mimik und Gestik auch noch gut gespielt war. Die Theater-AG der Schule (Stufen 7 bis 12) und Schüler der Theater-Wahlpflicht (Stufen 5 und 6) hatten manche Szenen im Wortlaut belassen, andere geändert – ihr Beitrag zu den Sommerkulturtagen Dodesheide/Sonnenhügel.

Etwa im berühmten Lotto-Sketch: Da ist es „Renate“ Lindemann, die 66 Jahre alt und Rentnerin ist und „500000 Euro im Lotto gewonnen“ hat. In der Verwirrung (Loriots) vor der Fernsehkamera heiratet sie später „eine Bauchtanzgruppe“. Statt Erwin sitzt also Renate auf einem verschlissenen Sofa. Auf der Bühne reichten ansonsten etwas Retro-Deko, ein Tisch, eine Stehlampe.

„Renate“ war zugleich die Überleitung zum rein weiblichen Part des Abends: „Amiras Tanztraum“. Das ist Bauchtanz Osnabrücker Frauen vom Jugendlichen bis zum fortgeschrittenen Alter. 13 Tänzerinnen, überwiegend vom SSC Dodesheide, zeigten Tribal-Tanz und später nebulösen Schleiertanz, unter anderem zu Musik der schottischen Sängerin Loreena McKennitt und der Mittelalter-Spielleute Corvus Corax – mal sehr treibende und mal sehr bedächtige bis melancholische Strecken. Stimmungshalber hatten Amira (Leiterin Barbara Pankoke) und ihre Mädels schwarze Kleider mit viel silbern glitzernden Klang-Accessoires und schwarze Augenmasken gewählt. Am 21. Juli tritt die Gruppe wieder auf, beim Landesturnfest auf der Rathausbühne.

Das Programm für die Sommerkulturtage soll aus den Stadteilen für die Bewohner vor Ort entstehen. Am Samstag war auf jeden Fall Kontrastprogramm angesagt – denn als Weiteres spielte zu Beginn und in den Pausen die Band „4 non Drums“ Rock- und Blues-Cover aus den Sechziger- und Siebzigerjahren. Die Kulturtage sollen Vielfalt zeigen – das hat funktioniert. Und kam bei den rund 60 Besuchern auch gut an.

Die Kulturtage enden am morgigen Mittwoch mit einem Orgelkonzert von Frank Petersmann in der Thomaskirche. Bereits am heutigen Dienstag zeigt außerdem Dieter van Slooten seine Werke in seinem Atelier an der Kastanienstraße 22.


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