Erneute Beschwerde bei der Stadt Geschäftsleuten der Osnabrücker Johannisstraße reicht‘s

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„Das Fass ist voll“, sagt Ottmar Sorg. Der Fililalleiter von Foto Erhardt in der oberen Johannisstraße wird sich einer Beschwerde an den Oberbürgermeister anschließen. Foto: Michael Gründel„Das Fass ist voll“, sagt Ottmar Sorg. Der Fililalleiter von Foto Erhardt in der oberen Johannisstraße wird sich einer Beschwerde an den Oberbürgermeister anschließen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück . Mit Lärm und Dreck hatten die Geschäftsleute aus der oberen Johannisstraße gerechnet. Aber auch mit Unterstützung durch die Stadt, die Stadtbaurat Frank Otte versprochen haben soll. „Da hat sich gar nichts getan“, ärgert sich Hotelier Stephan Meyer. „Wir sind sehr enttäuscht.“

Deshalb wollen sich die Anlieger jetzt noch einmal beim Oberbürgermeister über die Situation in ihrer Straße beschweren. Denn auch die Hoffnung, dass durch die Baustelle die Alkohol- und Drogenkranken vertrieben werden, die sich vor Meyers Hoteleingang aufhalten und ihm sowie den übrigen Kaufleuten Ärger bereiten, hat sich zerschlagen, sagen Meyer und seine Nachbarn. Hilfe seitens der Stadt? Fehlanzeige, so der allgemeine Tenor. „Die geben sich mit dem OS-Team doch die Ghetto-Faust zur Begrüßung“, moniert Udo Exner, Inhaber von Brillen Lünetta.

Seit Ende der Maiwoche erneuern die Stadtwerke die Kanäle in der Johannisstraße. Anschließend soll die Straße bis zum Frühjahr 2020 eine neue Betondecke bekommen – in derselben Optik, die als nächstes dann auch der Neumarkt erhalten soll. 

Hier soll die Bürgersprechstunde stattfinden. Foto: Michael Gründel

Über die Baustelle in der Johannisstraße können sich interessierte Bürger am Dienstag, 14. August , um 13 Uhr bei einer Baustellensprechstunde im roten Baucontainer an der Ecke Süsterstraße informieren. Alle zwei Wochen soll das Info-Angebot nun stattfinden. Ausnahmsweise bieten Stadt und Stadtwerke die Sprechstunde auch am Mittwoch, 15. August, an, ebenfalls um 13 Uhr.

Foto: Michael Gründel

Die Geschäftsleute allerdings erfahren das durch unsere Redaktion. Für Hotelier Meyer ist das Baustellenmanagement „undurchsichtig“, sagt er. Und das Erscheinungsbild der Straße, über das er und seine Nachbarn sich schon vor drei Jahren und seitdem immer mal wieder beschwert hatten, sei „natürlich noch schlechter geworden.“ Zu Beginn der Bauarbeiten sei der Bauleiter noch zu den Geschäftsleuten gekommen. „Es ging gut los, aber seit Monaten haben wir nichts mehr gehört“, sagt Stephan Meyer.


Ein Osnabrücker, der im Außenbereich der Gaststätte „Treibhaus“ seine Mittagspause verbringt, attestiert der Stadt bei der Baustellenplanung eine glatte „Sechs“, und eine Kellnerin berichtet, dass die Laufkundschaft weggebrochen sei, die etwa auf dem Weg zu einem Spiel des VfL Osnabrück noch ein „Bus-Pils“ genommen habe. Denn die Busse fahren zurzeit Umleitungen.

Die Gaststätte "Treibhaus" hat mit der Baustelle zu kämpfen. Foto: Michael Gründel

Zumindest damit ist Monika Pietsch, Filialleiterin von Leder Berensen, zufrieden. Sie wäre froh, wenn die Busse ganz wegblieben. Ansonsten ist auch ihr Eindruck: „Der Stadt ist die Johannisstraße einfach egal.“ Zu einer Gefahr seien außerdem die Radfahrer geworden, die im Baustellenbereich nicht absteigen und schieben. Außerdem ärgert sie der viele Müll im Baustellenbereich. „Da könnte die Stadt doch wohl mal herfegen.“

Monika Pietsch von Leder Berensen. Foto: Michael Gründel

Für Metin Oktay, stellvertretender Geschäftsführer des türkischen „Aroma-Restaurants“ ist die Baustelle eine „Katastrophe“. „Wir haben 70 Prozent weniger Kunden“, sagt er.

Metin Oktay vom "Aroma-Restaurant". Foto: Michael Gründel

Ottmar Sorg, Filialleiter von Foto Erhardt, spricht von 30 bis 40 Prozent weniger Kundschaft in seinem Laden durch die Baustelle. Wenn nach der geplanten erneuten Beschwerde durch die Kaufleute weder Stadtbaurat Otte noch OB Wolfgang Griesert sich dort endlich mal blicken ließen, „machen wir unsere Läden dicht und gehen auf die Straße“, wettert Sorg. Seit 40 Jahren sei das Geschäft an diesem Standort, er hat es mit aufgebaut – und damals sei die Johannisstraße eine Vorzeigestraße gewesen. Umbauphasen habe er einige erlebt, „aber keine war so unkoordiniert wie diese“, sagt Sorg. „Jetzt ist das Fass voll.“

„Wir werden den Kontakt zum OB suchen“, kündigt Optiker Udo Exner an. Zum einen wegen des weiterhin bestehenden Problems mit Belästigung durch Obdachlose und Drogenabhängige, zum anderen wegen der Baustellensituation. Auch er beschwert sich über die Fahrradfahrer, mehr aber noch aber über die Untätigkeit der Stadt. „Da muss man doch auch mal Straftzettel schreiben“, meint Exner.


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