Marode Straßen in Osnabrück Drohen Sperrungen auf Wall und Martinistraße?

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Der Osnabrücker Servicebetrieb ist für die Straßeninstandhaltung zuständig. Foto: Michael GründelDer Osnabrücker Servicebetrieb ist für die Straßeninstandhaltung zuständig. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Tempo 30 auf der Martinistraße, eine gesperrte Fahrspur auf dem Wall – wenn der Osnabrücker Servicebterieb (OSB) und der Fachbereich Geodaten und Verkehrsanlagen nicht personell und finanziell besser aufgestellt würden, könne dieses Szenario Realität werden, hatte OSB-Chef Axel Raue in der jüngsten Sitzung des OSB-Ausschusses erklärt. Dass es so weit kommt, dürfte aber eher unwahrscheinlich sein.

Raue wollte mit seinen mahnenden Worten wohl noch einmal für eine finanzielle und personelle Aufstockung des OSB und des Fachbereichs werben. Denn derzeit gebe es begründet durch den Mangel, weder zeitnahe Finanzierungen noch ausführungsreife Planungen "für die teils dringend notwendigen, grundhaften Instandsetzungen von Straßenquerschnitten wie z.B. Martinistraße, Wallring, Mindener Straße". 

Da von der ersten Planung bis zum Bau allerdings durchaus mehrere Jahre ins Land gehen können, wird – so Raues Schlussfolgerung – der OSB in den kommenden Jahren erhebliche zusätzliche finanzielle Mittel aufwenden müssen, um die Straßen in einem verkehrssicheren Zustand zu halten. "Man wird also in dem Wissen um die fachlich unumgängliche Neubaurealisierung erneut in die Instandsetzung investieren müssen, um den Verkehrsfluss in einem Zeitfenster von jeweils wieder nur wenigen Jahren aufrecht erhalten zu können", schreibt Raue in Abstimmung mit dem Fachbereich Geodaten in einer Vorlage für den Ausschuss. 

Neubau für Martinistraße

Ergänzend greift Fachbereichsleiter Mike Bohne im Gespräch mit unserer Redaktion das Thema Martinistraße auf, die wahrscheinlich in vier oder fünf Jahren neu gebaut werden soll: "Um die Zeit zu überbrücken, muss der OSB vielleicht noch mal die Decke erneuern“. Während der OSB für die Instandhaltung der Straßen zuständig ist, liegt die Verantwortung für den Neubau im Aufgabenbereich des Fachbereichs Geodaten und Verkehrsanlagen. Ein Neubau ist dann gegeben, wenn durch Bauarbeiten tiefer als in die Deckschicht der Straße eingegriffen wird.

Bis 2020 will die Stadt 12 Millionen Euro in die Instandsetzung von Straßen investieren. Vor diesem Hintergrund, vor allem aber auch weil damit nur ein Anfang gemacht ist, forderte Raue vor dem Ausschuss die Schaffung einer zeitlich unbefristeten Stelle im OSB, deren Inhaber sich vor allem um die Koordination der verschiedenen Instandsetzungsmaßnahmen und die Bauherrenaufgaben gegenüber externen Planungs- und Baufirmen kümmern soll. 

Das Problem der mangelhaften Straßenunterhaltung ist der Politik durchaus bewusst. Der in den vergangenen Jahren aufgelaufene Sanierungsstau ist zum einen fehlender Finanzmittel geschuldet, zum anderen den nicht in ausreichendem Maße vorhandenen Personalkapazitäten. 

SPD, Grüne und FDP fordern digitale Kartierung

Zusätzlich fehlt es offensichtlich an geeigneten Daten, auf deren Grundlage Verwaltung und Politik ihre Entscheidungen treffen können. SPD,Grüne und FDP hatten bereits im März dieses Jahres einen Vorstoß in diese Richtung gemacht und gefordert, eine digitale Kartierung des Osnabrücker Straßennetzes auf den Weg zu bringen. 

Ziel soll eine möglichst umfangreiche Darstellung inklusive des Straßenzustandes, der Ver- und Entsorgungsleitungen, der Oberfläche aber auch der geplanten zukünftigen Nutzung in einer Datenbank sein. Auf Grundlage dieser Daten könne unter anderem eine Prioritätenliste für anstehende Sanierungen erstellt werden. Vor allem aber könnten dann auch Maßnahmen anderer Leistungsträger wie zum Beispiel der Stadtwerke mit in das digitale System einfließen und so Abstimmungen vereinfachen.

Über das 12-Millionen-Euro-Paket für die Straßensanierungen bis zum Jahr 2020 werden in dieser Woche noch der Finanzausschuss (Dienstag) und der Stadtentwicklungsausschuss (Donnerstag) beraten. Die entsprechende Beschlussvorlage der Verwaltung im OSB-Ausschuss hatte die SPD unter anderem um Forderungen aus der Märzvorlage des Stadtentwicklungsausschusses ergänzt.


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