Stadt soll Flüchtlinge aufnehmen Bündnis Seebrücke Osnabrück richtet Appell an Rat und OB

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Das Bündnis Seenotrettung Osnabrück nimmt nach einer Demonstration am Samstag jetzt den Rat und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in die Pflicht. Foto: Thomas OsterfeldDas Bündnis Seenotrettung Osnabrück nimmt nach einer Demonstration am Samstag jetzt den Rat und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in die Pflicht. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück Fast alle großen Osnabrücker Wohlfahrtsverbände und Hilfsorganisationen haben einen eindringlichen Appell an den Osnabrücker Rat und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) gerichtet: „Bieten Sie an, dass Osnabrück Geflüchtete, die im Mittelmeer in Not geraten, jetzt zusätzlich aufnimmt.“

Weiter heißt es in dem Schreiben vom 12. August: „Setzen Sie damit ein Signal für Humanität, für das Grundrecht auf Asyl und für die Integration Geflüchteter!“ Beteiligt an diesem Appell sind der DGB, das Bistum, Caritas und Diakonie, Terre des Hommes, Help Age, Exil, Attac, No Lager, die Flüchtlingshilfe Rosenplatz, die Frauenberatungsstelle und etliche weitere.

Am Samstag sind nach Veranstalterangaben 600 Menschen in Osnabrück auf die Straße gegangen und haben gegen die Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung protestiert sowie sichere Fluchtwege nach Europa gefordert. Die Demonstration endete mit einer Kundgebung vor dem Theater.

Mehr als 1500 Menschen im Mittelmeer ertrunken

Seit Anfang Juli haben sich in diversen deutschen Städten Tausende Menschen an ähnlichen Aktionen beteiligt, nachdem Italien und Malta mehreren Rettungsschiffen die Einfahrt in ihre Häfen verwehrt hatten. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bislang bereits 1524 Menschen im Mittelmeer (Stand: 8. August) ums Leben gekommen, 60309 Migranten und Flüchtlinge erreichten Europa auf dem Seeweg.

„In dieser dramatischen Situation entscheiden sich immer mehr europäische Städte, zu ‚sicheren Häfen der Zuflucht‘ zu werden, zum Beispiel Berlin, Barcelona, Palermo und Valencia“, schreibt das Osnabrücker Bündnis. Und weiter: „Jetzt haben die Oberbürgermeisterin von Köln (parteilos) und die Oberbürgermeister von Düsseldorf (SPD) und Bonn (CDU) in einem gemeinsamen Brief an die Bundeskanzlerin angeboten, in Not geratene Geflüchtete zusätzlich aufzunehmen, weil ihre Städte dazu in der Lage seien“.

Aufnahmekapazitäten

Das Bündnis Seebrücke Osnabrück und die unterzeichnenden Organisationen fordern den Rat und den OB auf, dass die Stadt sich dieser Initiative anschließt und argumentieren: „Osnabrück hat seit Jahren Anstrengungen zur Aufnahme und Integration Geflüchteter unternommen, passend zum Selbstverständnis als Friedensstadt. Auch hier gibt es ausreichende Aufnahmekapazitäten und viel Erfahrung.“


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