Schützenkette übergeben Ehre für die Bürgerschützen – und den Bürgermeister

Von Andreas Wenk

Die Schützenkette der Bürgerschützen legte Bürgermeister Burkhad Jasper (rechts) der noch amtierenden Königin Petra Logies an. Anschließend wurde er selbst geehrt.  Foto: Hermann PentermannDie Schützenkette der Bürgerschützen legte Bürgermeister Burkhad Jasper (rechts) der noch amtierenden Königin Petra Logies an. Anschließend wurde er selbst geehrt. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Selten, erinnert sich Präsident Heinz Logies vom Schützenverein von 1828, habe er den Friedenssaal im Rathaus zum traditionellen Auftakt des Schützenfestes so gut besucht gesehen. Rund 40 Mitglieder und Delegationsmitglieder befreundeter Schützenvereine waren gekommen, um die Übergabe der im Rathaus verwahrten Schützenkette durch Bürgermeister Burkhard Jasper an die noch amtierende Schützenkönigin Petra Logies (Ehefrau des Präsidenten) zu verfolgen.

Logies hatte das Amt des Präsidenten erst im März übernommen. Er und Jasper erinnerten in ihren Grußworten an die Tradition und den Bürgersinn der Schützen. Sie dienen laut Jasper in Osnabrück seit dem 15. Jahrhundert dem Schutz der Bürger. Heute seien sie ein Beispiel dafür, dass sich Menschen unterschiedlicher Herkunft im Verein dem fairen Wettbewerb stellen, sich akzeptieren und tolerieren.

Diese Vereine seien ohne das Ehrenamt nicht überlebensfähig, würdigte Jasper die Arbeit der Schützen, ihren Bürgersinn und ihre Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dabei erinnerte er an das Motto der Schützen: „Willkommen im Verein. Schießen lernen und Freunde treffen,“ auch wenn sich das missverstehen lasse.

Logies hob vor allem die Toleranz der Schützen als wichtige Eigenschaft hervor und zitierte Bundespräsident Steinmeier, der Toleranz erst kürzlich als wichtige Voraussetzung für den Frieden bezeichnet hatte. Aus der Astrologie zitierte Logies, der Schütze sei Optimist mit positiver Grundstimmung und ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn.

Nach einer Gedenkminute für verstorbene Mitglieder ehrte Logies langjährige Mitglieder, darunter Bürgermeister Jasper für 25 jährige Vereinszugehörigkeit. Nach dem Empfang im Rathaus zogen die Schützen zum Kommers in den „Gesperrten Turm“ am Johannistorwall.

Im Gespräch beklagte sich Logies, dass ihm der Nachwuchs Sorgen bereite. Er hofft darauf, dass eine enge Zusammenarbeit auf Bezirksebene die Schützenvereine wieder attraktiver für jüngere Generationen mache. Hier sei vor vielen Jahren womöglich einiges versäumt worden, räumt Logies ein. Der Bürgerschützenverein von 1828 besitzt heute keinen eigenen Schießstand mehr. Das Vogelschießen findet deshalb bei den befreundeten Eversburger Schützen am Barenteich statt. Auch eine Homepage ist derzeit nicht im Netz zu finden. Die, so Logies, sei der EU-Datenschutzgrundverordnung zum Opfer gefallen. Er habe sie aufgrund der Rechtsunsicherheit abschalten lassen.


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