Drei Wünsche für das Liniennetz Abgehängt? Atteraner diskutieren über Buslinien

Von Jann Weber

Reform für das „Liniennetz Osnabrück“: Die Stadtwerke arbeiten an neuen Verbindungen in der Stadt. Aber in Atter stoßen die Pläne auf Kritik. Anwohner im Westen der Stadt gaben den Akteuren Wünsche mit auf den Weg. Archivfoto: David EbenerReform für das „Liniennetz Osnabrück“: Die Stadtwerke arbeiten an neuen Verbindungen in der Stadt. Aber in Atter stoßen die Pläne auf Kritik. Anwohner im Westen der Stadt gaben den Akteuren Wünsche mit auf den Weg. Archivfoto: David Ebener

Osnabrück. Abgehängt in Atter? 2019 wollen die Stadtwerke die Buslinienführung verändern. Sie erläuterten ihr Vorhaben, aber im Westen der Stadt hielt sich der Applaus eher in Grenzen. Die Akteure ernteten viel Kritik – und nahmen drei Wünsche mit zurück in ihre Büros.

Der Stadtteiltreff Atter füllte sich. Etwa 100 Bewohner des westlichen Stadtteils waren der Einladung des Bürgervereins „Wir in Atter“ gefolgt und blickten gespannt auf das Podium mit Werner Linnenbrink und Thomas Schniedermann von den Stadtwerken, dem SPD-Politiker Heiko Panzer, der sich für diese Bürgerversammlung engagiert hatte, und dem CDU-Politiker Sven Schoppenhorst. Thomas Kater und Anne Fitschen vom Vorstand des Bürgervereins regelten den Ablauf mit jeweils einem Mikrofon für das das Podium und für das Publikum: So konnte stets nur einer sprechen und einer antworten.

Haltestellen im Landwehrviertel

Thomas Schniedermann, dessen Titel bei den Stadtwerken „Leiter Fahrplan“ lautet, erläuterte seine Überlegungen für Atter, Atterfeld und für die Strothesiedlung: Die Linie „M2“ führt von der Wersener Straße her mitten in das künftige Landwehrviertel – dorthin fahren die Busse tagsüber im Zehn-Minuten-Takt. Busse der Linie 131 fahren alle 20 Minuten zwischen Hellern (Ikea) und der Strothesiedlung.

„Es ist noch nichts in Stein gemeißelt“

Auf zwei verschiedenen Plänen befindet sich die gleiche Überschrift: „Beibehaltung Direktverbindung Atter/Strothesiedlung–Innenstadt“. Gemeinsam ist ihnen, dass es sich um die Verlängerung der Linie 21 von Eversburg und Büren her handelt. Eine Variante sieht die Anbindung der Strothesiedlung im 60-Minuten-Takt vor, die andere eine „Linienführung mit Schleifenfahrt“ im 20- oder 40-Minuten-Takt. Daran arbeiten die Planer derzeit. Schniedermann formulierte es so: „Es ist noch nichts in Stein gemeißelt.“ Das hoffen nun unter anderem Bewohner der Strohtesiedlung, die gerne mehr als einen Bus pro Stunde sehen würden. Obwohl es das Ziel ist, dass die Atteraner schneller in die Innenstadt kommen, sehen sich manche Atteraner „abgehängt“, doch gab auch welche, die Schniedermann applaudierten: „Ich finde den Entwurf gut“, lobte einer.

Von Haste direkt zum Eversburger Platz

Dass die Linie 21 weiter über den Westerberg führen soll, stört viele Anwohner. Andere wünschen sich eine Anbindung an die Lotter Straße unter anderem zu den Arztpraxen. Eine Schülerin berichtete, sie sei eine Stunde im Bus unterwegs nach Haste zur Angelaschule. Für sie stellte Schniederman eine Verbesserung in Aussicht: In Zukunft werde es möglich sein, von Haste direkt zum Eversburger Platz zu fahren und dort umzusteigen. Für eine weitere Schülerin hatte er keine Lösung parat: Sie berichtete, dass sie zum Kalkhügel noch viel länger unterwegs sei. Eine Anwohnerin fragte nach der Aussicht auf einen Bus zur Integrierten Gesamtschule in Eversburg. Schniedermann dazu: „Das müssen wir uns noch genauer anschauen.“

„Wo die meisten Atteraner wohnen, hält kein Bus!“

Auch die Verteilung der Haltestellen steht in der Kritik. Ein Anwohner warf ein: „Wo die meisten Atteraner wohnen, hält kein Bus!“ Er meinte den Bramkamp, wo sich auch Hochhäuser befinden: Dorthin müsse doch eine Schleife führen. Andere wollen keine Busse vor ihren Häusern: Einer Anwohnerin missfiel die Aussicht auf eine Linie über die Neumarkter Straße.

Viele Atteraner scheitern bei dem Versuch, von einem Bus in den nächsten umzusteigen. Oft sei der Anschlussbus schon weg, berichtete ein Anwohner – und folgerte: „Bitte künftig keine illusorischen Verbindungen mehr.“

Die Wunschliste

Werner Linnenbrink, Geschäftsbereichsleiter für Mobilität, destillierte aus der Diskussion drei Wünsche heraus: „Kein Umsteigen in Atter“, „20-Minuten-Takt für Atterfeld“ und die „Linie 21 nicht mehr über den Westerberg“. Ob sie wahr werden?


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