Entspannter zweiter Festivalabend Schlossgarten-Open-Air 2018: Sarah Connor oder Nena – eine Frage des Alters?

Von Claudia Sarrazin

Jungesellinnenabschied rund um Sarah beim Schlossgarten-Open-Air am Samstag. Foto: Michael GründelJungesellinnenabschied rund um Sarah beim Schlossgarten-Open-Air am Samstag. Foto: Michael Gründel

Osnabrück Alles passte zusammen: Auch am zweiten Festivaltag war die Stimmung im Schlossgarten entspannt, die Musiker kamen gut an, und das Wetter hielt.

Vor dem Schloss schaute sich eine Gruppe Bielefelderinnen suchend nach dem Eingang um. Ihre Freundinnen hatten die angehende Braut Sarah zum Jungegesellenabschied nach Osnabrück zum Schlossgarten-Open-Air mitgebracht. Da es für Sarah eine Überraschung war, fragte sie neugierig: „Was ist hier eigentlich los?“ Los war eine ganze Menge, während am ersten Festivaltag rund 8000 Besucher in den Schlossgarten kamen, waren es am Samstag rund 10.000. 

Nena oder Sarah Connor

Eine unrepräsentative Umfrage im Publikum ergab: Die Mädchen ab elf Jahren standen auf Sarah Connor, und die Frauen ab circa 40 Jahren kamen meist wegen Nena. „Viele mit denen ich gesprochen habe, sagten gar nicht, sie gingen zum Schlossgarten-Open-Air, sondern zu Nena“, berichtete Ilona. Frauke war jedoch vor allem wegen Daniel Wirtz gekommen: „Den habe ich bei Sing my Song gesehen und fand ihn Bombe.“ Allerdings kannte sie nicht so viele Stücke von ihm, wie sie beim Konzert feststellte – im Gegensatz zu den Songs von Nena. „Mit der sind wir ja aufgewachsen“, ergänzte Marion, die die Organisation des Schlossgaren-Open-Airs lobte. Und Frauke betonte: „Der gesamte Abend ist toll, das Wetter super und die Stimmung toll.“ „Wegen der Atmosphäre“ waren auch Holger, Dete und Franz gekommen, antworteten die Drei auf die Frage, auf welchen Sänger sie sich am meisten freuten. 

Frauengruppen und Kinder

Der Junggesellenabschied von Sarah war inzwischen auch auf dem Festivalgelände am Feiern, und die Bielefelderinnen mit den Blumenkränzen im Haar hatten sichtlich Spaß. Sie waren übrigens nicht der einzige Jungegesellenabschied an diesem Abend im Schlossgarten. Ansonsten waren sehr viele Familien mit Kindern dort. Zu den jüngsten gehörte Eric (1): „Uns hat der Babysitter abgesagt, sonst wären wir nicht mit Kind hier“, erklärte Vater Florian Lüttkemöller, während sein Sohn mit großen Augen und noch größeren Kopfhörern das Geschehen um ihn herum betrachtete.

Zaungäste haben Spaß

Musik umsonst und draußen lautet das Motto auf der Wiese zwischen  Festivalgelände und Osnabrück-Halle. Während drinnen nicht gepicknickt wurde, hatten es sich die meisten Zaungäste auf Decken und Luftsesseln gemütlich gemacht. Richtig gut war die Stimmung bei Ramona, Kerstin, Vicky, Beate und Christiane. Die Frauen sind Nena-Fans und tanzten neben ihrer Picknickdecke. Was ihnen wichtig war: „Ich hoffe, dass nachher alle ihren Müll mitnehmen, sonst ist sowas irgendwann nicht mehr erlaubt“, so Kerstin.

Schlossgarten-Open-Air am Samstag. Foto: Michael Gründel

Arbeiten mitten im Geschehen

„Ich glaube, ich habe hier den besten Platz“  stellte derweil Kathrin vom Cocktail-Bike fest. Sie stand mitten auf der Wiese im Publikum mit perfektem Blick auf die Bühne: „Das Arbeiten war heute schön und entspannt, wenige Quengler und viele gut gelaunte Leute.“ 

Pfand für den guten Zweck

Ein positives Fazit zog auch Lutz Hethey, Geschäftsführer von HelpAge Deutschland, dessen Organisation beim Festival Pfandbecher und Flaschen sammelte und mit Spielen auf ihre Arbeit aufmerksam machte. „Wir kümmern uns um ältere Menschen, da ältere oft nicht mehr so beachtet werden“, erklärt Majed, der zusammen mit Alexander eine der Pfand-Sammel-Mülleimer betreute. Alexander hatte beobachtet: „Je später der Abend, um so besser das Pfand.“ Am ersten Festivalabend hätten manche die Tonnen noch mit normalen Mülleimern verwechselt. „Wir haben sie dann noch besser beschriftet und dann lief es“, so Alexander, und Majed erzählte schmunzelnd: „Allerdings haben einige unseren Spruch - Jede Oma zählt - gelesen und gefragt, warum nicht jeder Opa zählt.“ Er habe dann gesagt, HelpAge kümmere sich generell um ältere Menschen. Auch Hethey hatte festgestellt, dass die Festivalbesucher ein starkes Interesse an seiner Hilfsorganisation gehabt hätten: „Wir wurden sehr wertschätzend behandelt, dass fand ich toll.“ Davon abgesehen freute er sich über 3000 gesammelte Pfandflaschen- und Becher am ersten Abend und rechnete mit ähnlich vielen am Zweiten. 

Positives Fazit der Einsatzkräfte

Ein positives Fazit zogen auch die Einsatzkräfte: Jens Rademacher, Einsatzleiter der Feuerwehr, erklärte: „Bei uns war es ruhig.“ Und Anette Thanheiser von den Johannitern berichtete wieder von einigen zu behandelnden Wespenstichen - doch das war es. Und auch Mareike Edeler, Pressesprecherin der Polizei Osnabrück, resümierte: „Insgesamt war es wie schon Freitag sehr entspannt und friedlich.“ Die Polizei habe sich lediglich mit einigen Störenfrieden auf der Wiese vor dem Gelände beschäftigt, eine Person aufgegriffen, die mit Haftbefehl gesucht wurde, eine Person hatte geringe Mengen Betäubungsmittel dabei, und auch am Samstag habe es einige Taschendiebstähle gegeben. Das sei es aber auch gewesen - und das war es für dieses Jahr auch mit dem Schlossgarten-Open-Air.


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