Hip-Hop mit Herz und Soul The Lytics verbreiten Partystimmung in der Kleinen Freiheit

Von Matthias Liedtke

Familienbande: Die Brüder Sannie aus Winnipeg alias The Lytics rappten mit Gefühl in der Kleinen Freiheit. Foto: Swaantje HehmannFamilienbande: Die Brüder Sannie aus Winnipeg alias The Lytics rappten mit Gefühl in der Kleinen Freiheit. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück . Osnabrück Mit Beats, Moves und positiven Vibes der alten Schule sorgte das kanadische Quintett The Lytics für eine familiäre kleine Hip-Hop-Party in der Kleinen Freiheit.

Antiquiert, aber angesichts des verkrampft „bösen“ aktuellen Gangsta-Raps doch wohltuend entspannt und fröhlich kommt der Sound des Familienunternehmens aus Winnipeg daher. Der lockte am „kleinen“ Freitagabend, sprich Donnerstag, zwar nicht allzu viele Besucher zum alten Güterbahnhof, aber all jene, die den Weg vom Regen in die Kleine Freiheit gefunden hatten, wurden dort auch musikalisch erfrischt.

Während die drei Brüder Andrew, Anthony und Alexander Sannie gemeinsam mit ihrem Cousin Mungala Londe munter auf der Bühne hin und her rappten und sich dabei gekonnt die Worte zuwarfen, sorgte DJ Hectic im Hintergrund an den Reglern und Turntables gar nicht mal so hektisch, sondern höchst konzentriert und fokussiert für scheppernde bis fett hämmernde Old-School-Beats.

Old-School-Referenzen

Referenzen an die Pionierzeit des Hip-Hop der Achtziger- und Neunzigerjahre wurden aber vor allem dann offenkundig, wenn eine weibliche Stimme zugespielt wurde, die der ein- bis vierstimmigen Rap-Kunst der kanadischen Bruderschaft poppig melodische Refrains unterjubelte, wie sie im heutigen Mainstream des Genres nur noch selten zu hören sind.

Nicht nur bei „Daydreams“ aus dem aktuellen, von „Beastie Boy“ Mike D produzierten Album „Float On“ sorgte das für einen reizvollen Kontrast zu den hitzigen Wortgefechten der in ihrer Heimat vielfach ausgezeichneten Hip-Hoppern. Aber auch die prasselten nach dem Regen so harmonisch, melodieverliebt und mitunter soulig-kitschig auf die Besucher herab, dass es fast so klang, als hätten die Jackson Five gerade den Hip-Hop für sich entdeckt.

Mit Leichtigkeit

„Sunshine“ brachten The Lytics auch in strahlender Songform mit, zwischendurch ließen sie gemächlich einen „Cadillac“ durch die Freiheit tuckern und spätesten bei „Ring My Alarm“ gelang es ihnen mit Leichtigkeit, ihre Energie auch auf das Publikum zu übertragen. Das fand einen bestimmten Song buchstäblich zum Schreien, hüpfte auf und ab, warf die Hände in die Luft und sang schließlich die „Legendary“-Textzeile „Please believe me“ im Chor. Ganz so, als müsste es all diejenigen, die nicht da waren, davon überzeugen, dass sie eine tolle kleine Party verpasst haben. So macht Hip-Hop Spaß und verbreitet gute Laune.


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