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Das ist der Klang der alten Nordtribüne

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„Einmal Nord – immer Nord!“ Dieser Spruch ist auf vielen Fanschals von VfL-Anhängern zu lesen, die der ehemaligen Stehplatztribüne im Norden des Stadions an der Bremer Brücke nachtrauern. Heinz Rebellius hat seinem alten Stammplatz ein Denkmal in Form der lila-weißen Flying VfL-Gitarre gesetzt.

Vor einigen Monaten hatte Heinz Rebellius im Osnabrücker Stadtblatt eine Kleinanzeige entdeckt, in der jemand vier Holzbohlen der alten Nordtribüne gegen einen Kasten Bier eintauschen wollte. „Da hatte ich sofort die Idee, eine Gitarre daraus zu bauen“, erzählt der Musiker und Redakteur des Magazins „Gitarre & Bass“. Rebellius ist im Osnabrücker Raum durch sein Mitwirken bei der Band Cliff Barnes & The Fear of Winning bekannt. Vor Kurzem hat sich die Gruppe in Artland Country Club umbenannt.

Zum VfL geht Heinz Rebellius seit 1987. Sein Stammplatz war auf der Nordtribüne. Dort hat er Höhen und Tiefen des Vereins miterlebt. Auf den Holzbohlen, die nun mit der VfL-Gitarre einem neuen Zweck zugeführt wurden, stand er selbst nicht. Sie war als Anhöhe für Kinder gebaut worden, damit sie die Spiele direkt am Zaun verfolgen konnten.

Das gute Stück hat der Berliner Gitarrenbauer Frank Deimel angefertigt, der sonst Instrumente für Bands wie Tocotronic oder Sonic Youth baut. Für seine Arbeit hat Deimel nichts berechnet.

Die Gitarre wird auf der Maiwoche zum ersten Mal zum Einsatz kommen. Als erster Gitarrist hält Heinz Rebellius sie am Freitag um 19 Uhr in den Händen, wenn der Artland Country Club auf der Bühne am Marktplatz spielt. Er hat sie schon getestet: „Es ist erstaunlich, dass eine Gitarre aus so einem Holz so gut klingt“, sagt er.

Nach dem Auftritt von Rebellius übernimmt Matthias Lohmöller von der Türk-Rock Band Safkan das Instrument. Am Pfingstmontag wird Toscho von der Blues Company auf der Gitarre spielen, für die die Gibson Flying V Pate stand. Sie ist in Heavy-Metal-Kreisen sehr beliebt, wird aber schon seit den Fünfzigerjahren hergestellt. Unter anderen haben Marc Bolan von T. Rex, James Hetfield von Metallica oder Rudolf Schenker von den Scorpions das Modell benutzt.

Während des Sommers soll die Gitarre an einem noch unbekannten Ort ausgestellt werden. Im Herbst wird die Flying VfL-Guitar auf einem Konzert versteigert, das anlässlich der Präsentation von Kalla Wefels VfL-CD stattfindet. Der Erlös kommt der Kinderhilfsorganisation terre des hommes zugute.

Der Materialwert der Gitarre beläuft sich auf etwa 150 Euro, rund 50 Arbeitsstunden und einen Kasten Bier, rechnet Rebellius vor. „Die Einzelstücke, die Frank Deimel sonst baut, kosten normalerweise 2000 Euro“, sagt er. Der ideelle Wert der VfL-Gitarre sei unschätzbar. Für Rebellius und Deimel hat der Bau des Instruments einen Mehrwert. Sie haben die Marke Bow Zen gegründet. Unter diesem Label sollen zukünftig Einzelstücke aus dem Holz von alten Scheunentoren oder anderen ungewöhnlichen Hölzern hergestellt werden. Die Flying VfL-Guitar ist die Nummer eins.

Bildergalerie im Internet www.neue-oz.de


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