Von Mondwasser und Schaufensterpuppen Schlossgarten Open Air: Das sind die kuriosen Wünsche der Künstler

Von Tom Bullmann

Verrückte Wünsche von Künstlern erfüllen Farina Thole (links) und Kirstin Hengstmann im Künstlerbereich des Schlossgarten Open Airs. Foto: Jörn MartensVerrückte Wünsche von Künstlern erfüllen Farina Thole (links) und Kirstin Hengstmann im Künstlerbereich des Schlossgarten Open Airs. Foto: Jörn Martens

Osnabrück Kirstin Hengstmann und Farina Thole sind im Goldrush-Team für Presse, Öffentlichkeit und die Wünsche der Musiker zuständig. Wir besuchten die beiden in den Räumlichkeiten, in denen sich die Künstler seit heute wohlfühlen sollen.

Ein bisschen schwierig war es schon, das Mondwasser aufzutreiben, das auf der Wunschliste einer Band stand, die jetzt beim Schlossgarten Open Air auftritt. „In Süddeutschland, wo dieses Wasser herkommt, ist es wohl häufiger im Handel erhältlich als hier“, sagt Kirstin Hengstmann. Das Spezialgetränk stammt aus Bad Leonhardspfunzen, wird bei Vollmond abgefüllt und hat angeblich einen dreifach höheren energetischen Wert als herkömmliches Quellwasser. Für wen Hengstmann das Getränk besorgen soll, will sie nicht so recht verraten, aber wenn man „Mondwasser“ googelt, erscheint an zweiter Stelle der Name Nena hinter dem Suchbegriff. Wer sich ein bisschen mit der Sängerin beschäftigt hat, der weiß, dass diese einen Hang zum Esoterischen hat und auch sonst für allerlei Extravaganzen bekannt ist.

Aber Nena soll sich anlässlich ihres Auftritts in Osnabrück wohlfühlen, also gingen Kirstin Hengstmann und Farina Thole auf die Suche nach Mondwasser. Die beiden jungen Frauen sind im Team des Veranstalters Goldrush für die Künstlerbetreuung, aber auch für Presse und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Schon seit Wochen bearbeiten sie Interviewanfragen, stellen Gästelisten zusammen, sorgen dafür, dass die Medien über das Festival berichten, und kümmern sich darum, dass die Künstler vor Ort zufrieden sind.

(Weiterlesen: So laut wie ein Presslufthammer)

„Nur blaue M&Ms“

„Beim ersten Festival im Schlossgarten konnten wir die Bands noch im Garderobentrakt der Osnabrückhalle unterbringen. Mit der zweiten Ausgabe sind wir dann in das Schloss und in Zelte auf der Schlossterrasse umgezogen“, erzählt Farina Thole, die bei Goldrush eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau absolviert hat. Beim zweiten Open Air bekam sie mit Kirstin Hengstmann, die ihre Ausbildung am Theater Osnabrück beendete, tatkräftige Unterstützung. Viele Aufgaben bewältigen die beiden mittlerweile mit einer lässigen Routine: „Wenn in einer Cateringliste, mit der die Künstler ihre Essens- und Getränkewünsche einreichen, die Position ‚drei Schälchen M&Ms, aber nur blaue‘ auftaucht, dann wissen sie, dass das ein Test seitens des Bandmanagements ist. „Die wollen so prüfen, ob man die Liste auch gewissenhaft durchliest“, sagt Thole.

Schaufensterpuppe für Mark Forster

Bei der Gestaltung der Garderoben haben sie freie Hand. Da arbeiten sie gern mit Möbelhäusern zusammen, die ihnen trendige oder gemütliche Einrichtungsgegenstände leihweise zur Verfügung stellen. Nachdem diesmal außer Ikea alle Möbelhäuser absagten, weil sie wohl Angst hatten, ihre Leihware von ausgelassenen Rock’n’Rollern geschrottet zurückzubekommen, wandten sich die beiden Künstlerbetreuerinnen an Elke Buchmeier. Sie betreibt „Home Staging“, einen Service für Menschen, die ihre Immobilie verkaufen wollen. Häuser werden für potentielle Käufer zwecks Imagination kurzfristig eingerichtet. Aus Buchmeiers Fundus stammen jetzt die ausgewählten Möbelstücke, die Nena, Sarah Connor und den Dropkick Murphys einen angenehmen Aufenthalt garantieren sollen.

Nach außergewöhnlichen Wünschen gefragt, die bisher seitens der Musiker an Hengstmann und Thole herangetragen wurden, fällt den beiden Künstlerbetreuerinnen sofort die Geschichte von Mark Forster ein. Der Sänger wollte 2016 einen Musiker aus seiner Band, der wegen der Geburt seines Babys nach Hause gefahren war, durch eine Puppe ersetzen. Also besorgten die beiden kurzfristig eine Schaufensterpuppe von L&T – die die Band dann behalten durfte. „Das Geschenk des Modehauses gefiel Forster so gut, dass er sie ‚Jeff‘ nannte und sie jetzt immer noch mit auf Tournee nimmt“, meint Thole.


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