„Voll intregiert“ Kabarettistin Liza Kos spielt mit den Kulturen

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Liza Kos alias Svetlana Kalaschnikova geht in ihrem neuen Comedy-Programm auf die Frage nach kultureller Identität ein. Foto: Elvira PartonLiza Kos alias Svetlana Kalaschnikova geht in ihrem neuen Comedy-Programm auf die Frage nach kultureller Identität ein. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Mit einer Neu-Version ihres Comedy-Programms „Was glaub´ ich, wer ich bin?!“ nahm Liza Kos am Mittwoch in der Reihe „Kultur im Innenhof“ vom Haus der Jugend gleich drei Kulturen auf die Schippe.

Svetlana Kalaschnikova macht den Anfang. Auf weißen Stiefeln stöckelt die blondierte Klischee-Russin auf die Bühne, verzieht kaum eine Miene und hält sich für „sehr gut intregiert“. Dann entledigt sie sich Perücke und Stiefeln und verwandelt sich in eine freundlich lächelnde Brünette: Liza Kos in eigener Person.

Am Mittwoch bestritt die in Aachen lebende Kabarettistin und Gitarre spielende Songwriterin mit einer Neu-Version ihres Comedy-Programms „Was glaub´ich, wer ich bin?!“ die fünfte Ausgabe der diesjährigen „Kultur im Innenhof“-Reihe vom Haus der Jugend.

Für ihre Frage nach kultureller Identität brachte die 37-jährige Deutschrussin mit Einblicken in türkische Kultur die nötigen Voraussetzungen mit – auch wenn sie bekannte: „Ich weiß gar nicht genau, was ich bin.“ Auf der Bühne war von kultureller Zerrissenheit oder gar Verlorenheit nichts zu merken. Da beherrschte die gebürtige Moskauerin sowohl das Spiel mit den Klischees als auch mit der deutschen Sprache. Als Svetlana rechtfertigte sie etwa ihren Wodka-Konsum mit einer Überfunktion der „Schulddrüse“ oder hielt nach einem neuen Ex-Mann russischer „Homo-Robustus“-Prägung Ausschau. Das Spiel mit den Klischees behrrschte Kos auch im Part der Kopftuch tragenden Türkin „Aynur Güzel“: Die geht nur deshalb einige Schritte hinter ihrem Mann, damit sie ihn besser kontrollieren kann.

Und was glaubt nun Liza Kos, wer sie ist? Mit einem Aynur in den Mund gelegten Statement sprach Kos wohl auch Svetlana und sich selber aus der Seele: „Mein Name ist Mensch und ich wohne auf der Erde.“


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