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Flugbetrieb läuft wieder Zwei Tote bei Absturz eines Kleinflugzeugs am Flughafen Münster/Osnabrück

Von Sebastian Philipp und Andre Partmann


Greven. Am Flughafen Münster/Osnabrück ist am Donnerstagmittag ein Kleinflugzeug aus den Niederlanden abgestürzt. Bei dem Unglück kamen beide Insassen ums Leben. Wegen der Rettungs-, Untersuchungs- und Bergungsarbeiten wurden mehrere Flüge annulliert.

Nach Angaben der Bezirksregierung Münster ist das mit zwei Personen besetzte Kleinflugzeug vom Typ Beech G58 gegen 12 Uhr beim Landeanflug verunglückt. Die aus den Niederlanden stammende Maschine, die am Flughafen Lelystad gestartet war, wollte unter anderem am FMO sogenannte Checkflüge durchführen. Diese Flüge absolvieren Piloten alle ein bis zwei Jahre mit einem Fluglehrer, um die Befähigung nachzuweisen, ihre Maschine fliegen zu können. Dabei müssen die Piloten bestimmte Manöver absolvieren. Das verunglückte Flugzeug ist eine zweimotorige Maschine mit etwa neun Metern Länge und einer Spannweite von rund elf Metern, maximal fünf Passagiere finden Platz. 

Das verunglückte Flugzeug liegt auf dem Dach neben der Start- und Landebahn. Foto: NWM-TV

Bei dem Absturz während des Landeanflugs kamen nach Angaben einer Sprecherin der Bezirksregierung beide Insassen ums Leben. Wie es zu dem Unglück kam, ist allerdings momentan noch völlig unklar. Einen Brand an der Maschine habe es jedenfalls nicht gegeben. Das Flugzeug kam nach dem Crash rücklings neben der Start- und Landebahn zum Liegen. Wegen der Rettungsmaßnahmen ruht aktuell der Flugbetrieb am FMO, zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. 

Ebenfalls vor Ort sind Ermittler der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU). Zu den Aufgaben der Behörde gehört nach eigenen Angaben eine unabhängige Untersuchung von Flugunfällen und schweren Störungen, insbesondere ohne eine Einflussnahme von Dritten.

Das verunglückte Flugzeug liegt auf dem Dach neben der Start- und Landebahn. Foto: NWM-TV

Eine Maschine der Lufthansa, die den Flughafen aus München kommend anfliegen sollte, wurde nach Paderborn umgeleitet. Von dort startete auch der für 14.30 Uhr vorgesehene Linienflug ins bulgarische Varna. Die Passagiere wurden mit einem Bus zum dortigen Flughafen gebracht. Der innerdeutsche 14.40 Uhr-Flug der Lufthansa nach Frankfurt sowie der Flug um 16.45 Uhr nach München wurden annulliert. 


Die Flüge nach Frankfurt um 14.40 Uhr sowie nach München um 16.45 Uhr wurden annulliert. Foto. André Partmann


Vom tragischen Unglück hatten im Vorfeld nur die wenigsten Passagiere etwas mitbekommen. Stattdessen erfuhr der Großteil der Fluggäste erst beim Check-In, was vor Ort passiert war. „Wir wurden am Schalter von einer Mitarbeiterin der Fluggesellschaft aufgeklärt, dass wir heute nicht wie ursprünglich geplant fliegen werden“, berichtete ein älteres Ehepaar aus Coesfeld unserer Redaktion. Ob sie ihren Urlaub am selben Tag noch würden antreten können, konnte ihnen zu diesem Zeitpunkt noch niemand versprechen.

Doch trotz der Ausnahmesituation blieb die Stimmung am Flughafen entspannt: Unruhe kam zu keinem Zeitpunkt unter den Fluggästen auf. „Aufregen bringt nichts, auch wenn man sich den Urlaubsstart sicherlich anders vorgestellt hat“, sagte ein Fluggast mit Ziel Palma de Mallorca. Dass die Passagiere gelassen reagierten, war allerdings auch ein Verdienst der Mitarbeiter am Informationsschalter, die minütlich neue Wasserstandsmeldungen abgaben und Lösungen aufzeigten.


Passagieren warten in der Abflughalle des FMO auf neue Informationen zu ihren Flügen. Foto: André Partmann


Während die Urlauber im Flughafenterminal ausharrten, waren die Einsatzkräfte am Unglücksort weiter im Einsatz. Ein Kastrophentourismus, etwa auf der Besucherterrasse des FMO, blieb aus.

Gegen 14.40 Uhr kam dann für die Fluggäste nach Varna die erlösende Nachricht, zu diesem Zeitpunkt hätten sie eigentlich schon in der Luft sein wollen: Dem Flughafen war es in der Zwischenzeit gelungen, Reisebusse für den Transfer nach Paderborn bereitzustellen. Und auch die Fluggäste nach Mallorca mussten nicht viel länger warten. Ihr Reisebus nach Bremen fuhr nur wenige Minuten später ab. Ihre Maschine nach Palma de Mallorca sollte ursprünglich um 16 Uhr vom FMO starten. 


Die FMO-Flüge nach Varna und Palma de Mallorca werden umgeleitet – nach Paderborn und Bremen. Passagieren stehen für den Transport Reisebusse zur Verfügung. Foto: André Partmann

Flugbetrieb startet wieder

Wegen der Rettungsmaßnahmen und der Untersuchungen zum Unfallhergang mussten 13 Flüge von und nach Münster/Osnabrück annulliert werden. Von kurz nach 12.00 Uhr bis 19.30 Uhr habe die Unterbrechung gedauert, sagte ein Sprecher des Flughafens. Danach habe es bereits wieder einen ersten Start gegeben. Weitere Starts und Landungen waren den Angaben zufolge kurz darauf geplant. 


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