Mails auch an Osnabrücker verschickt Internet-Betrüger mit neuer perfider Masche

Von Sebastian Philipp

Die Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche im Internet: Kriminelle versuchen mit einer Droh-Mail an das Geld von arglosen Nutzern zu kommen. Symbolfoto: imagoDie Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche im Internet: Kriminelle versuchen mit einer Droh-Mail an das Geld von arglosen Nutzern zu kommen. Symbolfoto: imago

Osnabrück. Die Ideen, arglosen Internetnutzern das Geld aus der Tasche zu ziehen, gehen kriminellen Tätern offenbar nicht aus. Jetzt tauchen auch bei Osnabrückern E-Mails in den Postfächern auf, die die Adressaten mit einer besonders perfiden Masche dazu bewegen sollen, Geld an die unbekannten Urheber zu überweisen.

Konkret handelt es sich um eine E-Mail, deren Inhalt schockieren und einschüchtern soll. Ein NOZ-Leser aus Osnabrück, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, erhielt die elektronische Nachricht in dieser Woche. Die Ansprache darin hat es in sich: "Masturbieren ist natürlich normal, aber wenn deine Familie und Freunde davon zeugen, ist es natürlich eine große Schande." Weiter gibt der Urheber der Mail vor, den Adressaten beim Masturbieren gefilmt zu haben und droht, das Videomaterial an Freunde und Verwandte schicken zu wollen. Zugriff auf Computer und Kamera wolle er mittels eines Trojaners erlangt haben.

Perfide Masche

Um eine angebliche Veröffentlichung zu verhindern, soll der Adressat binnen 72 Stunden 500 Euro im Bitcoin-Format überweisen. Eine Kontaktaufnahme zur Polizei sei nicht sinnvoll, da eine Nachverfolgung nicht möglich sei. "Eine ziemlich perfide Masche ist das", empört sich der Leser. Er hat die Mail sofort gelöscht - ein richtiges Vorgehen.

Die Polizei rät bei Mails dieser Art zur Vorsicht. "Natürlich sollte keine Überweisung getätigt werden", sagt die Osnabrücker Polizeisprecherin Anke Hamker. Vielmehr sollten die Empfänger Anzeige erstatten. Für solche und ähnlich gelagerte Fälle hat die Osnabrücker Polizei eine Taskforce Cybercrime eingerichtet, die sich um Verbrechen in der digitalen Welt kümmert. 

Tatbestand der Erpressung erfüllt

Im konkreten Fall handelt es sich aus juristischer Sichtweise um den Tatbestand einer Erpressung. Auch vor diesem Hintergrund rät die Polizeisprecherin zur Anzeigenerstattung. "Mails dieser Art gibt es mittlerweile zuhauf. Sie variieren inhaltlich, haben aber immer das Ziel, Geld von den Opfern zu erlangen", sagt Hamker.

Auch das Bundeskriminalamt (BKA) warnte vor Kurzem im Kurznachrichtendienst Twitter vor der Betrugsmasche via Mail.„Fallen Sie nicht darauf rein, wenn Sie Lösegeld zahlen sollen, um zu verhindern, dass ein Masturbations-Video von Ihnen veröffentlich wird“, so der Rat des BKA.


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